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| Terra Australis |
Terra AustralisTerra Australis (lat. Terra, Erde, Land; Australis, -is, Süden) ist die Bezeichnung eines in der Antike postulierten, hypothetischen Südkontinentes. Geprägt hat den Namen Claudius Ptolemäus (87-150) in seinem Werk Geographie. Er glaubte, dass alle Meere von Land umgeben seien, so wie das Mittelmeer. Ptolemäus sagt deshalb eine große im Süden liegende Landmasse Terra australis incognita voraus, die den Indischen Ozean begrenzt und mit Afrika verbunden ist (lat. incognita, unbekannt - weil noch niemand dieses Land gesehen hat). Antike und mittelalterliche Kartenzeichner trugen so in ihre Weltkarten einen fiktiven Kontinent ein, der sich bis zum Südpol erstreckte. Manche versahen diese Landmasse noch mit Eintragungen von Gebirgen und Flüssen.
Gegen Ende des Mittelalters wendete sich das Interesse, hervorgerufen durch die großen Entdeckungsfahrten, wieder verstärkt der These von der Existenz eines riesigen, sagenhaften Südkontinents zu. So glaubte Magellan, mit der Magellanstraße 1520 die Durchfahrt zwischen Amerika und dem Südkontinent entdeckt zu haben. Auch Abel Tasman glaubte zunächst das unbekannte Südland finden zu können, bewies aber 1642 mit seiner Entdeckungsfahrt rund um Australien, dass dieser Kontinent sich bei weitem nicht bis zum Südpol erstreckt.
Charles Bouvet hielt die von ihm 1739 gesichtete Bouvetinsel für einen Teil des Südkontinents, und Alexander Dalrymples Schriften und Überzeugung waren der Anlass, James Cook die Gebiete um den 60. Breitengrad Süd genauer erforschen zu lassen. Erst Cook zeigte 1772 mit seiner Umrundung der Antarktis, dass Indischer und Atlantischer Ozean ineinander übergehen und die Landmasse erheblich kleiner sein muss, also die postulierte Terra Australis nicht existiert.
Dies und die Einbürgerung des Namens Australien sind wohl die Gründe, dass die Antarktis, als einzig echter Anwärter, mit einem anderen Namen bedacht wurde.
Kategorie:Fiktiver Ort
Kategorie:Australische Geschichte
TerraTerra lateinisch für Erde oder Land. Der Name kommt in einigen Bezeichnungen vor.
- Terra - Der Planet Erde
- Terra Australis - Südland
- Terra cotta - gebrannte Erde
- Terra incognita - unbekanntes Land
- Terra firma - festes Land (Festland)
- Terranigma - Video-Rollenspiel, in dem es um die Erschaffung der Erde geht
- eine von dem belgischen Ökonomen Bernard Lietaer vorgeschlagene Weltwährung, siehe Terra (Währungseinheit)
- ein Erdbeobachtungssatellit der NASA, siehe Terra (Satellit)
- eine deutsche Filmproduktionsgesellschaft, siehe Terra Film
- eine spanische Internet-Firma, siehe Terra (Firma)
- ein österreichischer Gabelstapler Hersteller, Terra Technik GmbH & Co. KG, Perg
Claudius Ptolemäus
Ptolemäus (gr. Klaudios Ptolemaios, lat. Claudius Ptolomaeus) ( - 87 in Ptolemais Hermii, Ägypten, † 150 in Alexandria, Ägypten), war ein griechischer Mathematiker, Geograf und Astronom. Ptolemäus wirkte wahrscheinlich in Alexandria (Ägypten).
Ptolemäus schrieb die Mathematike Syntaxis (mathematische Zusammenstellung), später Megiste Syntaxis (große Zusammenstellung), heute Almagest genannte Abhandlung zur Mathematik und Astronomie in 13 Bänden. Sie war durch das Mittelalter ein Standardwerk der Astronomie und enthielt neben einem ausführlichen Sternenkatalog eine Verfeinerung des von Hipparchos von Nicäa vorgeschlagenen geozentrischen Weltbildes, das später nach ihm »Ptolemäisches Weltbild« genannt wurde.
Damit verwarf er das von Aristarchos von Samos und Seleukos von Seleukia vertretene heliozentrische Weltbild, welches erst 1300 Jahre später durch Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler und Galileo Galilei wieder anerkannt werden sollte.
Ptolemäisches Weltbild
Nach Ptolemäus befindet sich die Erde fest im Mittelpunkt des Weltalls. Alle anderen Himmelskörper (Mond, Sonne, Planeten, Sterne) bewegen sich auf als vollkommen angesehenen Kreisbahnen um diesen Mittelpunkt. Um astronomische Beobachtungen mit diesem System in Einklang zu bringen, war es allerdings notwendig, alle Himmelskörper auf ihren Bahnen weitere Kreise um diese Bahn ziehen zu lassen (so genannte Epizykel, siehe Epizykeltheorie), und teilweise auch wieder Bahnen um diese Bahnen. Durch den Einsatz von etwa 80 solcher Bahnen konnte Ptolemäus die Beobachtungen in Einklang mit seinem Modell bringen.
Das ptolemäische Weltbild war in der Genauigkeit seiner Bahnvorhersage auch dem heliozentrischen Weltbild des Nikolaus Kopernikus überlegen, welches (fälschlicherweise) annahm, dass die Planeten die Sonne auf Kreisbahnen umliefen. Erst Keplers Entdeckung, dass die Planeten auf Ellipsen um die Sonne laufen, führte zu einem genaueren Modell und letztendlich zur Annahme eines kopernikanischen Weltbildes.
Diese Berechnungsmethoden waren äußerst präzise (lange Zeit auch präziser als die Keplerschen) und in ihrer Grundidee als Berechnungsmethode auch richtig, nicht allerdings in ihrer philosophischen Deutung, dass sich alles um die Erde als Mittelpunkt dreht.
kopernikanischen Weltbildes
Der Durchbruch und Erfolg der Keplerschen Berechnungen lag dabei weniger daran, dass die Sonne und nicht mehr die Erde im Mittelpunkt der Bewegungen stand, sondern in der Tatsache, dass Kepler Ellipsenbahnen und keine Kreisbahnen mehr verwendete, was zu einer größeren Übereinstimmung mit den real von Tycho Brahe und später Galilei gemessenen Planetendaten führte.
Weitere Arbeiten
Weiterhin verfasste Ptolemäus die Geographia (Geographike Hyphegesis, Explicatio geographica, geografische Anleitung), in er die bekannte Welt und ihre Bewohner aufzeichnete. Außerdem legt er darin seine Hypothese vom unbekannten Südkontinent Terra Australis dar.
Ptolemäus war bekannt, dass die Erde eine Kugel war, und benutzte für seine Karten eine Projektion der Kugelfläche in die Ebene. Allerdings nutzte er Informationen aus zweiter Hand oder Legenden, sodass seine Darstellungen, insbesondere der behandelten Völker, oft ungenau oder sogar irreführend sind.
Er befaßte sich auch mit den Berechnungen des Erdumfangs von Eratosthenes und Poseidonios. Dabei übernahm er die falschen Ergebnisse des Letzteren, die dann in die allgemein bekannte Literatur übergingen und später auf einen Erdumfang von ca. 17.000 Seemeilen (30.000 km) schließen ließen.
Zur Musiktheorie schrieb Ptolemäus die aus drei Büchern bestehende Harmonik, die weitgehend auf den Zahlenbeziehungen der Pythagoräer basierte.
Seine Optik befasst sich mit den Eigenschaften des Lichtes. Er behandelt experimentell und mathematisch unter anderem die Reflexion, Brechung und Farben. Daneben werden Optische Täuschungen erwähnt.
Eine philosophische Abhandlung peri kriteriou kai gemonikou (lat. de iudicandi facultate et animi principatu, Von der Wahrheit und Motiven der Menschen) vertritt er eine Mischung aus neoplatonischen und stoischen Anschauungen.
Ptolemäus schrieb ein dreibändiges Grundlagenwerk der Astrologie, als Tetrabiblos bekannt und über lange Zeit die "Astrologenbibel" schlechthin.
In neuerer Zeit hat das Ansehen des Ptolemäus jedoch großen Schaden gelitten. Schon Tycho Brahe sprach um 1600 von „Betrug“. 1817 warf ihm der französische Astronom und Mathematiker Jean-Baptiste Joseph Delambre gefälschte und fingierte Beobachtungen, vorgefaßte Meinungen, Lügen und Plagiat vor. Dies wurde 1977 und nochmals 1985 durch den englischen Astronomen R. R. Newton in vollem Umfang wiederholt. So sollen laut Newton fast alle von Ptolemäus angeblich selbst gemachten Beobachtungen fiktiv oder von Hipparchos übernommen sein, dessen Längenangaben nur 2°40', der Wert der aufgelaufenen Präzession, hinzugefügt wurden (korrekt wären 3°40’ gewesen). Diesem vernichtenden Urteil über Ptolemäus hat sich B. L. van der Waerden in seinem 1988 erschienenen Buch »Die Astronomie der Griechen« angeschlossen. (Von [http://www.astro.uni-bonn.de www.astro.uni-bonn.de])
Andererseits präsentierte bereits 1796 Pierre Simon Laplace eine simple Erklärung: die Differenz von einem Bogengrad lasse sich durch einen gleich großen Fehler in der damaligen Theorie der Sonnenbewegung begründen. Bradley E. Schaefer kam 2002 zu dem Schluss, eine beträchtliche Anzahl der von Ptolemäus genannten Beobachtungsdaten habe dieser (bzw. seine Assistenten) selbst gewonnen. Er habe jedoch dann, wenn fremde, ältere Daten besser zu seinem Modell passten als seine eigenen, jene - ohne ausdrückliche Quellenangabe (!) - übernommen. Diese Vorgehensweise war zu einer Zeit, in der man an wissenschaftliche Arbeiten noch nicht die heute üblichen Maßstäbe anlegte, durchaus üblich.
Siehe auch: Geozentrisches Weltbild
Weblinks
-
- [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Gazetteer/Periods/Roman/_Texts/Ptolemy/home.html Englische Übersetzung der Geografie des Ptolemäus (unvollständig)]
- [http://wwwuser.gwdg.de/~fhasele/ptolemaeus/index.html Klaudios Ptolemaios als Geograph]
Ptolemäus
Ptolemäus
Ptolemäus
Kategorie:Geboren 87
Kategorie:Gestorben 150
ja:クラウディオス・プトレマイオス
ko:클라우디오스 프톨레마이오스
th:ทอเลมี
Indischer OzeanDer bis zu 8.047 m tiefe Indische Ozean bzw. Indik (auf indonesischen Karten auch Indonesischer Ozean genannt) ist mit 74,9 Millionen km² Fläche der drittgrößte Ozean der Erde.
Erde
Geographie
Der Indik, der sich zum größten Teil auf der Südhalbkugel der Erde befindet, liegt zwischen Asien im Norden, Australien im Osten, der Antarktis im Süden und Afrika im Westen. Im Norden wird er unter anderen durch Indien und Indonesien begrenzt, im Osten durch den Staat Australien, im Süden grenzt er an das Südpolarmeer und im Westen zum Beispiel an Somalia, Kenia und Südafrika. Die Grenze zwischen Atlantischem und Indischem Ozean verläuft am Kap Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas.
Daten
Ohne Nebenmeere wie die Andamanensee beträgt die Fläche des 74,9 Mio. km² großen Indiks „nur“ noch 73,43 Mio. km². Seine Wassermassen umfassen ein Volumen von 291,9 Mio. km³ Während seine mittlere Tiefe 3.897 m beträgt, liegt seine tiefste Stelle bei 8.047 m unter NN. (Zu den teilweise divergierenden Größen- und Tiefenangaben siehe Diskussion:Indischer Ozean.)
Meeresboden
Innerhalb des Indiks bzw. auf dessen Meeresboden befindet sich ein hoher und recht langgestreckter Mittelozeanischer Rücken, viele niedrigere Schwellen, Tiefseebecken, Tiefseerinnen und verschiedene Meerestiefs.
Zu den Mittelozeanischen Rücken gehört der Zentralindische Rücken, der sich ungefähr in der Mitte des Indiks von Nord nach Süd durch den Ozean zieht. Zu den Tiefseerinnen gehört der bis 7.455 m tiefe Sundagraben, zu den Meerestiefs gehört das Diamantinatief, die mit 8.047 m unter NN tiefste Stelle des Indiks.
Nebenmeere
Zu den Nebenmeeren des Indiks gehören die Andamanensee, das Arabische Meer, den Golf von Bengalen, die Große Australische Bucht, den Golf von Aden, den Golf von Oman, den Kanal von Mosambik, den Persischen Golf, das Rote Meer und die Straße von Malakka.
- Andamanen
- Indonesien
- Komoren
- Lakkadiven
- Madagaskar
- Malediven
- Mauritius
- Nikobaren
- Réunion
- Seychellen
- Sansibar
- Sokotra
- Sri Lanka
Hafenstädte am Indischen Ozean
- Chennai (Indien)
- Colombo (Sri Lanka)
- Dar es Salaam (Tansania)
- Durban (Südafrika)
- East London (Südafrika)
- Jakarta (Indonesien)
- Kolkata (Indien)
- Melbourne (Australien)
- Mombasa (Kenia)
- Mumbai (Indien)
- Perth (Australien)
- Richards Bay (Südafrika)
Erdbeben im Indischen Ozean
Richards Bay
Hauptartikel: Erdbeben im Indischen Ozean 2004
Verheerende Auswirkungen hatte ein Erdbeben im Indischen Ozean, das sich am 26. Dezember 2004 ereignete. Es hatte die Grössenordnung von 9,0 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag im Meer, nahe der Nordwestspitze von Sumatra. Die von dem Beben ausgelösten riesigen Tsunamis verursachten mehr als 300.000 Todesfälle. Hauptsächlich betroffene Länder sind Indonesien, Thailand, Indien und Sri Lanka. Die Wellen erreichten aber sogar noch das 4.500 km entfernte Somalia.
Literatur
- Peter Lehr, Region Indischer Ozean - Illusion oder Realität?, Heidelberg, 2004 ([http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=972183418 elektronische Ressource])
Siehe auch
- Globales Förderband
Weblinks
- [http://www.wetterklima.de/satelliten/goms.htm Aktuelle Satellitenaufnahmen]
Kategorie:Ozean
ja:インド洋
ko:인도양
simple:Indian Ocean
th:มหาสมุทรอินเดีย
zh-min-nan:Ìn-tō·-iûⁿ
Südpol
Der Südpol ist der südlichste Punkt der Erde und liegt je nach Definition auf oder in der Nähe der Antarktis. Er kann auf unterschiedliche Arten definiert werden.
Geographischer Südpol
Der Geographische Südpol wird durch die Planetenrotation festgelegt. Er liegt auf der Erdachse, hat eine feste Position bei einer geographischen Breite von und liegt auf dem Festland der Antarktis unter dem ewigen Eis. Er liegt auf 2800 m über dem Meeresspiegel. Die ersten Menschen, die den Geographischen Südpol im Rahmen einer wissenschaftlichen Expedition erreichten, waren Roald Amundsen und sein Team am 14. Dezember 1911. Amundsens Konkurrent Robert Falcon Scott erreichte den Pol einen Monat später. Auf dem Rückweg starben Scott und sein Team wegen Hunger und der extremen Kälte. Nach ihnen ist die Amundsen-Scott-Südpolstation benannt.
Der südliche magnetische Pol
Der südliche magnetische Pol ist der südlichste Punkt, an dem die magnetischen Feldlinien vertikal zur Erdoberfläche stehen und zu dem die Südspitze der Kompassnadel weist. Da er den Südpol der Nadel anzieht, handelt es sich im physikalischen Sinn um einen Nordpol. Er bewegt sich ständig und liegt zurzeit nicht mehr auf dem Festland, sondern im Meer bei ca. . Er wurde zum ersten Mal von einer Expedition unter der Leitung von Ernest Henry Shackleton am 16. Januar 1909 erreicht.
Der südliche geomagnetische Pol
Der geomagnetische Pol auf der südlichen Halbkugel ist ein berechneter Pol des unregelmässigen Erdmagnetfeldes unter Annahme, dass sich im Erdmittelpunkt ein Stabmagnet befindet. Er liegt zurzeit bei ca. , in der Antarktis. Auch dieser ist wie der magnetische Pol im physikalischen Sinne ein magnetischer Nordpol.
Der Südpol der Unzugänglichkeit
Der Südpol der Unzugänglichkeit (Southern Pole of Inaccessibility) ist per Definition der Punkt der Antarktis, der am weitesten von allen Küstenlinien entfernt liegt. Er befindet sich bei 83°50' Süd, 65°47' Ost (bezogen auf die Eisfläche) bzw. (Landmasse). Für den Nordpol in der Arktis ist dies entsprechend der Punkt, der im arktischen Meer am weitesten von allen Küstenlinien entfernt liegt.
Welche Uhrzeit gilt am Südpol?
Auf Grund der zahlreichen Forschungsstationen und den Problemen bei der Kommunikation bzw. Terminabstimmung untereinander, durch die zahlreichen Zeitzonen, wurde für das ganze Gebiet der Antarktis die UTC (Weltzeit) festgelegt. Man kann deshalb dort nicht, wie am Nordpol möglich, mit der Umschreitung des geographischen Südpols alle Zeitzonen durchqueren.
Kategorie:Geographischer Begriff
ja:南極点
ko:남극점
simple:South Pole
Ferdinand MagellanFerdinand Magellan, portugiesisch Fernão de Magalhães, ( - 1480 in Sabrona, Provinz Trás-os-Montes, Portugal; † 27. April 1521 auf Mactan, Philippinen) war ein portugiesischer Seefahrer, der für die spanische Krone segelte. Magellan unternahm die erste Weltumseglung. Die Geschichte seiner Reise ist vor allem bekannt durch die Aufzeichnungen eines Teilnehmers, Antonio Pigafetta.
Antonio Pigafetta
Jugend und Seereisen in portugiesischen Diensten
Magellan wurde als Fernão de Magalhães (oder Magalhãens) in einer verarmten Adelsfamilie in der nordportugiesichen Provinz Trás-os-Montes geboren. Sein Vater, Pedro Rui de Magalhães, war Bürgermeister seines Heimatdorfes Sabrona. Seine Mutter war Alda des Mesquita. Magellan hatte außerdem einen Bruder, Diogo de Sousa, und eine Schwester, Isabel.
Als er zehn Jahre alt war, verlor Magellan seine Eltern. Zwei Jahre später ging er, wie zuvor schon sein Bruder, als Page an den königlichen Hof von König Johann II. von Portugal und Königin Eleonora. Hier, in Lissabon, genoss er zusammen mit seinem Vetter Francisco Serrano eine umfassende Ausbildung, möglicherweise auch durch Martin Behaim, und wurde 1496 in den Rang eines Knappen erhoben. 1505 wurde er nach Indien zum Vizekönig Francisco de Almeida zur militärischen Ausbildung gesandt, wo er an Eroberungsfeldzügen teilnahm und sich als Lebensretter und Verhinderer einer Meuterei auszeichnete. 1506 segelte die Expedition weiter zu den Gewürzinseln, wo Magellan 1510 zum Kapitän ernannt wurde. Schon wenig später verlor Magellan das Kapitänspatent allerdings wieder, als er sich mit seinem Schiff heimlich von der Flotte entfernt und weiter nach Osten gesegelt war.
Unter Afonso de Albuquerque nahm er 1511 an der Eroberung der bedeutenden Hafenstadt Malacca im heutigen Malaysia teil. Nach seiner Rückkehr wurde er 1513 nach Marokko geschickt, wo er in der Schlacht von Azamor kämpfte und am Knie verwundet wurde. Da er illegalen Handel mit den Mauren betrieb, fiel er bei König Manuel I. in Ungnade und wurde zum 15. Mai 1514 aus dem portugiesischen Staatsdienst entlassen. Daraufhin ging er nach Spanien und bot seine Dienste dem spanischen König (und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation) an.
Die Weltumseglung
Beginn der Reise
Zu dieser Zeit fand Magellan eine Karte, basierend auf den Berichten von früheren Reisen, die darauf deutete, dass am Río de la Plata eine Durchfahrt zum Pazifischen Ozean existiere. Er entschied, als erster diesen Weg westwärts zu nutzen, um die Molukken, die Gewürzinseln, zu erreichen, den Schlüssel zum strategisch wichtigen und enorm lukrativen Gewürzhandel. Zudem war Magellan überzeugt, dass die Molukken nach dem Vertrag von Tordesillas von 1494 auf der vom Papst Spanien zugesprochenen Welthälfte lägen. Unterstützung erhielt Magellan bei der Vorbereitung dieses Unterfangens durch den Astronomen Ruy Faleiro, der ebenfalls portugiesischer Herkunft war.
Magellan gelang es, einflussreiche Freunde für seine Pläne zu gewinnen. Am 22. März 1518 schloss er in Valladolid einen Vertrag mit Kaiser Karl V., mit dem Magellan fünf Schiffe zur Verfügung gestellt bekam, mit denen er die Gewürzinseln finden sollte. Ihm und Ruy Faleiro wurde ein Fünftel der Reichtümer zugebilligt, die die Reise einbringen sollte. Ihre Erben sollten in allen entdeckten Ländern als Gouverneure regieren. Zudem sicherte der Kaiser zu, innerhalb von zehn Jahren keinem anderen diese Reise zu ermöglichen.
Karl V.
Am 10. August 1519 begann die Reise in Sevilla. Magellans Flotte bestand aus fünf Schiffen:
- Trinidad, 130 Tonnen, 55 Mann Besatzung, Kapitän: Ferdinand Magellan
- San Antonio, 130 Tonnen, 60 Mann Besatzung, Kapitän: Juan de Cartagena
- Concepción, 90 Tonnen, 45 Mann Besatzung, Kapitän: Gaspar de Quesada
- Victoria, 90 Tonnen, 42 Mann Besatzung, Kapitän: Luis de Mendoza
- Santiago, 60 Tonnen, 32 Mann Besatzung Kapitän: Giovanni Serrano
Die Schiffe segelten von Sevilla aus zunächst den Guadalquivir hinab, an dessen Mündung bei Sanlúcar de Barrameda es einen mehr als fünf Wochen langen Aufenthalt gab, da spanische Autoritäten die Reise des portugiesischen Admirals zu verhindern versuchten. Erst am 20. September 1519 stach Magellan von Sanlúcar de Barrameda aus in See.
An seinem Flaggschiff, der Trinidad, ließ Magellan nachts eine Fackel anbringen, damit die anderen Schiffe Sichtkontakt halten konnten. Die Mannschaft bestand aus 234 Mann, darunter 170 Spanier, 40 Portugiesen, 20 Italiener sowie vier afrikanische und asiatische Dolmetscher. Der Proviant bestand aus 7.240 kg Zwieback, 194 kg eingelegtem Fleisch, 163 kg Öl, 381 kg Käse, 200 Fässern Sardinen und 2.856 Stück getrockneten Fischen.
Nachdem der portugiesische König Manuel I. von Magellans Reise erfuhr, sandte er ein Sonderkommando aus, um ihn zu verfolgen. Aber Magellan konnte entkommen.
Südamerika
Magellan segelte zunächst zu den Kanarischen Inseln, wo er Vorräte aufnahm, und dann zu den Kapverden, wo er Kurs auf Brasilien nahm. Am 20. November überquerte seine Flotte den Äquator.
Seine nächste große Herausforderung bestand in einer Meuterei seiner spanischen Kapitäne, welche er durch die Gefangennahme seines ersten Offizieres beendete. Am 6. Dezember erreichte die Flotte die südamerikanische Küste, wo sie am 13. Dezember in der Bucht von Rio de Janeiro vor Anker ging. Die Eingeborenen hielten die Weißen für Götter, denn sie brachten den ersten Regen seit langer Zeit, und sie waren ihnen daher sehr freundlich gesonnen. Dank dieser guten Bedingungen verzögerte sich seine Abreise, so dass ihn der Winter ereilte, während er noch den Río de la Plata erforschte, den er am 10. Januar 1520 erreicht hatte. Die dort erhoffte Meerenge blieb jedoch unauffindbar.
Magellan entschied sich, den Winter an einem Ort, den er Puerto San Julián nannte, in Patagonien zu verbringen, wo die Flotte am 30. März ankam. In San Julián gingen die Vorräte zur Neige, woraufhin Magellan die Rationen kürzte. Am 1. April kam es zu einer weiteren Meuterei auf dreien der fünf Schiffe, der Victoria, der Concepción und der San Antonio. Sie wurde wieder niedergeschlagen, wobei die Kapitäne der Victoria und der Concepción, Luis de Mendoza und Gaspare de Quesada, hingerichtet sowie der Kapitän der San Antonio, Juan de Cartagena, und ein Geistlicher, die die Meuterei anführten, an der Küste ausgesetzt wurden.
Bald darauf wurde die Santiago zum Kundschaften südlich die Küste entlang geschickt, wo sie am 22. Mai Schiffbruch erlitt. Nur wenige Matrosen kehrten über Land zurück und informierten Magellan. Im Oktober 1520 verließen sie San Julián. Magellan glaubte nun, dass die Durchfahrt zum Pazifik nicht mehr weit sei. Alle Buchten und Flussmündungen wurden genauestens abgesucht.
Am 21. Oktober 1520 erreichte die Flotte ein Kap, das sie Kap der Jungfrauen (Cabo Vírgenes) nannten. Die Concepción und die San Antonio wurden auf eine Erkundungsfahrt südlich des Kaps geschickt und entdeckten die lang gesuchte Passage.
Vor der Durchfahrt stellte Magellan den Kapitänen der anderen Schiffe frei, nach Hause zurückzukehren. Von diesem Recht machte zunächst niemand Gebrauch, um nicht als Feigling dazustehen. Wenig später kehrte die San Antonio unter Esteban Gómez doch nach Spanien zurück, nachdem es an Bord erneut eine Meuterei gegeben hatte. So schafften drei Schiffe die mühsame Durchfahrt, welche heute als Magellanstraße bekannt ist, und erreichten den Pazifischen Ozean am 28. November. Da die Mannschaft während der Durchfahrt Allerheiligen feierte, nannte Magellan selbst die Meerenge Estreito de Todos os Santos - Allerheiligenstraße.
Der Pazifik und Ostasien
Magellan glaubte, höchstens noch einen Monat bis zu den Gewürzinseln zu benötigen. Dennoch sollten ganze drei Monate und zwanzig Tage vergehen, während derer man, bis auf zwei winzige unbewohnte Inseln, kein Land zu sehen bekam. Ein Großteil der Mannschaft erkrankte an Skorbut; und es gab an Bord der Schiffe nichts mehr zu essen außer mit Würmern und Rattenkot durchsetzten Zwieback. Die Seeleute begannen daher, in Salzwasser gedünstetes und geröstetes Leder oder Suppe aus Sägespänen zu essen. Besonders begehrt waren Ratten, die die Seeleute für eine halbe Krone verkauften. Mindestens 19 Menschen starben.
Am 6. März 1521 erreichten sie endlich die Marianen. Magellan nannte sie Islas de los Ladrones (Inseln der Diebe), nachdem die Flotte auf einer Insel (möglicherweise Guam) gelandet war, wo die Eingeborenen eines der Beiboote zu stehlen versuchten. Magellan ließ daraufhin einige Ureinwohner hinrichten und ihre Häuser niederbrennen.
Nachdem sie die dringend benötigten Vorräte aufgenommen hatte, segelte Magellans Flotte weiter zu den Philippinen und erreichte am 16. März die Insel Homonhon. Zu dieser Zeit waren noch 150 Seeleute am Leben. Die Sprache der Einheimischen war Magellans malaiischem Sklaven und Dolmetscher Enrique Melaka bekannt, der so zum ersten Menschen wurde, der nach einer Reise um die Erde seine Heimatregion wieder erreichte. Durch diesen Dolmetscher Enrique gelang es ihnen, mit dem König von Limasawa, Radscha Kolambu, Geschenke auszutauschen. Kolambu geleitete die Spanier auf die Insel Cebu, wo es ihnen gelang, den König der Insel, Radscha Humabon, und viele seiner Untertanen zum Christentum zu bekehren. Als sich Cebu auch dem König von Spanien unterwarf, kam es zu einem Aufstand auf der Nachbarinsel Mactan. Daraufhin versuchte Magellan, Mactan gewaltsam für Spanien und das Christentum in Besitz zu nehmen. Als er am 27. April 1521 auf Mactan an Land ging, wurde er von den Einheimischen getötet.
Ende der Reise nach Magellans Tod
Bald darauf sagte der König von Cebu sich vom Christentum los und ließ die Spanier angreifen. Fast dreißig Seeleute kamen ums Leben. Die Spanier versenkten die Concepción selbst und wählten Juan Sebastián Elcano zum Kapitän der Victoria. Mit ihren beiden verbliebenen Schiffen segelten sie daraufhin weiter nach Borneo, wo sie 35 Tage in Brunei verbrachten. Am 6. November erreichten sie die Molukkeninsel Tidore, wo sie mit dem Sultan handeln konnten und endlich an die ersehnten Gewürze kamen. Von Tidore aus segelte die Trinidad zurück nach Südamerika, wurde unterwegs jedoch von den Portugiesen gekapert. Nur fünf Seeleuten gelang 1525 die Rückkehr nach Spanien.
Nur eines der Schiffe, die Victoria mit ihrem Kapitän Juan Sebastián Elcano und 17 weiteren Seeleuten, segelte weiter nach Westen, umrundete am 6. Mai 1522 das Kap der Guten Hoffnung und kehrte am 6. September nach Spanien zurück. Auf der Rückfahrt von den Gewürzinseln waren noch zwanzig Seeleute verhungert, dreizehn weitere ließ Elcano als portugiesische Geiseln auf den Kapverdischen Inseln zurück, da er um seine Ladung von 26 Tonnen Gewürzen fürchtete. Die verbliebenen achtzehn Seeleute hatten als erste Europäer die Welt komplett umsegelt.
Als das Schiff ankam, musste man einen Konflikt mit dem Kalender lösen: die Mannschaft schien sich im Kalender geirrt zu haben, ihr Schiffstagebuch wies einen Tag Abweichung aus. Damit war Elcanos Mannschaft die erste, die die Notwendigkeit einer Datumsgrenze erkannte.
Bedeutung und Nachleben
Erste Weltumseglung
Am bekanntesten ist Magellans Expedition sicherlich für die erste Weltumrundung der Menschheitsgeschichte. Die Weltumseglung war nie Magellans Ziel, ihm ging es einzig darum, den westlichen Seeweg zu den Gewürzinseln und nach Indien zu finden. Dieses Ziel erreichte Magellan. Erst Juan Sebastián Elcano, der Kapitän des Schiffes Victoria, das als Einziges die Reise zu Ende brachte, erkannte die wirkliche Bedeutung der Weltreise. Ihm und seinen siebzehn Seeleuten gebührt die Ehre, als erste die Welt auf einer durchgehenden Reise umrundet zu haben. Dies gilt ebenfalls für die dreizehn auf den Kapverden gefangen genommenen Seeleute, da die Kapverden auf einem westlicheren Längengrad als Spanien liegen.
Auch Magellan selbst umrundete die Erde vollständig, wenn auch auf zwei verschiedenen Reisen: 1505 bis 1511 hielt er sich das erste Mal in Asien auf, wo er unter anderem auch die Molukken besuchte. 1521 kam er zwar nie auf den Molukken an, erreichte aber die nordwestlich von diesen gelegenen Philippinen.
Zu den ersten Weltumseglern gehört auch ein Sklave von vermutlich philippinischer Herkunft, in dessen Besitz Magellan 1511 auf Sumatra gekommen war. Er hatte ihn auf den Namen Enrique taufen lassen. 1519 begleitete Enrique Magellans Expedition als Dolmetscher. Als Magellan 1521 auf den Philippinen ums Leben kam, gelang Enrique, dem zuvor noch von Magellan die Freiheit versprochen worden war, mit Hilfe des Königs von Cebu die Flucht.
Es ist jedoch auch möglich, dass Enrique nicht von den Philippinen, sondern von Sumatra stammte, in diesem Fall hätte er keine ganze Weltumseglung zurückgelegt (siehe dazu auch den englischen Artikel).
Seeweg nach Asien
englischen Artikel]]
Magellan entdeckte auch den Seeweg westwärts nach Asien. Wegen der großen Distanzen und der hohen Verluste während der Reise bot er jedoch keine ernsthafte Alternative zu dem von den Portugiesen kontrollierten Seeweg um das Kap der Guten Hoffnung, der so genannten Gewürzroute. Als die Victoria nach rund drei Jahren wieder in Spanien ankam, hatte sie etwa 69.000 Kilometer zurückgelegt.
Bald nach Magellans Entdeckung kam es zwischen Spanien und Portugal zu Konflikten um die Molukken, da beide Nationen die Gewürzinseln gemäß dem Vertrag von Tordesillas für sich beanspruchten. Erst 1529 konnte die Auseinandersetzung im Vertrag von Saragossa beigelegt werden. Darin verzichtete Spanien auf seinen Anspruch auf die Molukken.
Noch während des 16. Jahrhunderts gelang es den Spaniern allerdings, sich auf den von Magellan entdeckten Philippinen sowie auf Guam festzusetzen. Diese blieben bis 1898, also mehr als 300 Jahre lang, in spanischer Hand.
Siehe auch
- Magellan (Begriffsklärung)
- Weltumrundung
- Victoria (Schiff) mit Liste der Überlebenden an Bord der Victoria und Liste derer, die bei den Kapverdischen Inseln gefangen wurden
Weblinks
-
- [http://beste-texte.com/searchdetails.php?conid=1481 Pigafettas Bericht von Magellans Tod]
- [http://www.lsg.musin.de/Geschichte/gesch_Karten/entdeckungsfahrten.htm Entdeckungsfahrten]
- [http://www.lib.utexas.edu/maps/historical/ward_1912/spanish_portuguese_discovery.jpg Das Zeitalter der Entdeckungen]
- [http://www.wcurrlin.de/links/basiswissen/basiswissen_entdeckungen_kolonialreiche.htm#portugal Entdeckungen und Kolonialreiche]
Magellan, Ferdinand
Magellan, Ferdinand
Magellan, Ferdinand
Magellan, Ferdinand
Magellan, Ferdinand
Magellan, Ferdinand
ja:フェルディナンド・マゼラン
ko:페르디난드 마젤란
ms:Ferdinand Magellan
simple:Ferdinand Magellan
Magellanstraße Die Magellanstraße ist eine Meerenge mit zahllosen Inseln und Seitenkanälen zwischen dem südamerikanischen Festland (Chile, Argentinien) und der Insel Feuerland (Tierra del Fuego).
Die Magellanstraße ist 373 Seemeilen (ca. 670 km) lang und an der engsten Stelle 2,5 Seemeilen (ca. 4,5 km) breit. Sie verbindet den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean. Ihre größte Bedeutung hatte sie in der Zeit vor dem Bau des Panama-Kanals, aber auch heute noch wird sie von vielen Schiffen befahren. Dennoch gilt sie als ein gefährliches Gewässer. Der Unterschied im Wasserstand der durch den südamerikanischen Kontinent getrennten Ozeane sowie die in Patagonien herrschenden starken Winde verursachen starke Strömungen, gefährliche Fallwinde und Wellen.
Der portugiesische Generalkapitän Fernando Magellan entdeckte diese Durchfahrt eher zufällig auf seiner Weltumsegelung mit einer Flotte von fünf Schiffen und 237 Mann Besatzung. Am 21. Oktober, dem Tag der 11.000 Jungfrauen sichtet Magellan in der Nähe des 52. Breitengrades ein Kap und nennt es "Kap der Jungfrauen" - Cabo Virgenes. Ein furchtbarer, mehr als 36 Stunden dauernder Sturm treibt am Allerheiligen-Tag 1. November 1520 zwei seiner Schiffe in eine Bucht, die sich im weiteren Verlauf als Durchfahrt vom Atlantischen zum Pazifischen Ozean erwies. Magellan gab diesem Kanal zunächst den Namen Estreito de Todos los Santos (Kanal von Allerheiligen).
1520]]
Ein Landungstrupp wurde zur Nordküste geschickt, in jene raue und kalte Gegend, die Magellan zuvor Patagonien genannt hatte. Doch außer einer alten Grabstätte mit zweihundert menschlichen Skeletten konnten die Matrosen nichts entdecken. Im Süden der Meerenge hingegen, berichtet Pigafetta, der Chronist Magellans, „erblickten wir des Nachts viele Feuer". Der Generalkapitän nannte das Land entsprechend "Tierra del Fuego", Land des Feuers. Die vielfältige Tierwelt enthält unter anderem Albatrosse, Robben, Pinguine und Seelöwen in zahlreichen Seitenarmen der Meerespassage.
Die seit 1881 zu chilenischem Hoheitsgebiet gehörende Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik öffnete seinerzeit einen Westweg zu den wirtschaftlich bedeutenden Gewürzinseln (Molukken), der das gefährliche Kap Hoorn vermied.
Gavin Menzies stellt in seinem Buch 1421 - Als China die Welt entdeckte die These auf, dass die Chinesen bereits im Winter 1421/22 die Magellanstraße durchsegelt haben und belegt dies anhand der Piri-Reis-Karte.
Kategorie:Meerenge
Kategorie:Geographie (Chile)
ja:マゼラン海峡
ko:마젤란 해협
Abel Tasman
Abel Janszoon Tasman ( - 1603 in Lutjegast, Groningen; † 10. Oktober 1659 in Batavia, Java) war ein niederländischer Seefahrer. Auf seinen Entdeckungsreisen umsegelte er den australischen Kontinent und erreichte 1642 als erster Europäer Neuseeland.
Nach ihm sind unter anderem die australische Insel Tasmanien (zuvor: Van Diemen's Land), die Tasmanische See zwischen Australien und Neuseeland sowie ein Nationalpark in Neuseeland benannt.
Entdeckungen
Im Jahre 1642 entschloss sich die Niederländische Ostindien-Kompanie Australien (s. a. Geschichte Australiens) durch eine geplante Expedition zu erforschen.
- 1642 Tasmanien und die Südinsel Neuseelands
- 1643 die Tonga- und Fidschiinseln
- 1644 Tasmanland an der Nordwest-Küste Australiens
Weblinks
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Tasman, Abel Janszoon
Tasman, Abel Janszoon
Tasman, Abel Janszoon
Tasman, Abel Janszoon
Tasman, Abel Janszoon
Tasman, Abel Janszoon
simple:Abel Tasman
Australien (Kontinent)Der Kontinent Australien umfasst eine Hauptlandmasse, das eigentliche Australien oder frühere Neuholland, und die vorgelagerten Inseln Tasmanien und Neuguinea, welches auch Papua oder Irian genannt wird. Der nördlichste Punkt liegt direkt am Äquator, auf der Insel Kabare, im Süden erstreckt sich der Kontinent bis zum Südostkap auf Tasmanien bei 43° Süd. Die Ost-West-Ausdehnung reicht vom Cape Byron am 153. Längengrad Ost bis zum Cape Inscription am 113. Längengrad Ost.
Mit einer Fläche von 8.500.000 km² (fast so groß wie Europa) ist er etwa viermal so groß wie die größte Insel der Erde, Grönland.
Häufig werden zum Kontinent Australien auch die im Pazifik gelegenen Inselstaaten gezählt, insbesondere aus kulturellen und politischen Gründen Neuseeland. Diese Gesamtregion wird jedoch als kultureller Kontinent Ozeanien bezeichnet.
Ozeanien
Politische Gliederung
Unabhängige Staaten
- Australien
- Papua-Neuguinea
Abhängige Gebiete
- Papua (bis 2002 Irian Jaya) – indonesische Provinz (Teil Neuguineas)
Erdgeschichtliche Entstehung
Die meiste Zeit bildeten Australien, Neuguinea und Tasmanien eine zusammenhängende Landmasse, Sahul. Diese war Teil des südlichen Superkontinents Gondwana, der vor etwa 200 Millionen aufgrund der Kontinentaldrift vom Urkontinent Pangäa getrennt wurde. In dieser Zeit herrschte in Gondwana ein mildes Klima vor.
Nachdem sich nacheinander Afrika und Madagaskar (vor ca. 160 Millionen Jahren), Indien (vor ca. 125 Millionen Jahren) und Neuseeland (vor ca. 80 Millionen Jahren) von Gondwana abspalteten, driftete Sahul langsam nach Norden, blieb aber bis vor 45 Millionen Jahre weiterhin mit Antarktika verbunden. Nach der Trennung von Antarktika kam es durch die neu auftretenden Meeresströmungen zwischen diesen Kontinenten zu einem kühleren und trockeneren Klima. Dieser Effekt wurde noch verstärkt, nachdem sich auch Südamerika und der antarktische Kontinent trennten und damit die zirkumpolare Strömung einsetzte.
Vor 15 Millionen Jahren kollidierte der nördliche Teil Sahuls mit Südostasien, wodurch sich die Gebirge Neuguineas auffalteten. Aus dieser Kollision entstand auch die Torres Strait, die allerdings zu dieser Zeit noch über dem Meeresspiegel lag. Erst vor 8000 Jahren wurde die Torres Strait, vor etwa 12.000 Jahren auch die Bass Strait überflutet und damit die kontinuierliche Landverbindung zwischen Neuguinea, Australien und Tasmanien unterbrochen.
siehe auch Plattentektonik
Geographie
Plattentektonik
Physische Geographie
Australien zeichnet sich durch sein trockenes, flaches Hinterland aus. Im Osten wird das flache Zentrum von der Great Dividing Range begrenzt, die mit dem Mount Kosciuszko eine Höhe von 2228 Metern erreicht. Diese Gebirgskette zieht sich bis nach Tasmanien. Im dünn besiedelten Westen des Kontinents befinden sich Wüsten wie beispielsweise die Nullarbor-Wüste. Diese flachen Landschaften werden nur gelegentlich von Erhebungen wie den Macdonnell Ranges unterbrochen. Markantes Wahrzeichen des australischen Festlandes ist der Inselberg Uluru.
Im Gegensatz zum Rest des Kontinents befinden sich auf Neuguinea aufgrund der Kollision mit der asiatischen Kontinentalplatte stark zerklüftete Gebirge. Eine etwa 200 km breite Gebirgskette durchzieht die gesamte Insel von West nach Ost. Hier befindet sich auch der höchste Berg des Kontinents, die Djajaspitze mit 5030 Meter Höhe.
Zu den bekanntesten Flüssen gehören beispielsweise der Darling River, Murray, Snowy River und Sepik. Das Innere des Kontinents ist arm an Süßwasser-Reservoirs, große Salzseen wie Lake Eyre bestimmen die Landschaft.
siehe auch Geographie Australiens
Klima
Der Kontinent nimmt drei Klimazonen ein: die tropische Zone (nördlich des Wendekreis des Steinbocks), die subtropische Zone (südlich des Wendekreis des Steinbocks) und die kühlgemäßigte Zone im äußersten Süden und auf Tasmanien.
Neuguinea im äußersten Norden ist ganzjährig starken tropischen Regenfällen ausgesetzt. Temperaturen an der Küste liegen hier meist bei etwa 30°C. In den höheren Gebirgsregionen kann es jedoch auch zu Nachtfrost kommen.
Im Bereich der Hauptlandmasse treten dagegen deutliche saisonale Klima-Unterschiede hervor. Wetterbestimmend sind hier hauptsächlich drei Phänomene, der Tropische Tiefdruckgürtel, die Passatwindzone und die Subpolaren Westwinde.Im Sommerhalbjahr von November bis April treten im Norden aufgrund eines Hitzetiefs starke Regenfälle auf. Zusätzlich kommt es über der Timorsee zu Wirbelstürmen. Südaustralien liegt zu dieser Zeit im subtropischen Hochdruckgürtel und bleibt weitgehend niederschlagsfrei. Im Winterhalbjahr, Mai bis Oktober, bleibt dagegen der Norden aufgrund eines Hochdruckgebiets trocken, Süden und Südwesten des Landes liegen in der Westwindzone und sind Niederschlägen ausgesetzt. Südostpassatwinde bringen den Gebirgen des Ostens ganzjährig Steigungsregen.
Das Zentrum des Landes bleibt ganzjährig weitgehend trocken, 80 Prozent der Fläche Australiens sind semiaride und aride Gebiete mit weniger als 250 mm Niederschlägen im Jahr.
Südaustralien ist das bevölkerungsreichste Gebiet im Bereich des südlichen Ozonlochs.
Ökologie
Aufgrund seiner Größe und Lage existiert in Australien eine bemerkenswerte Vielfalt an Ökosystemen, von Wüsten, Woodlands und Shrublands, über den gemäßigten bis zum tropischen Regenwald. Diese werden durch zahlreiche Nationalparks geschützt.
Die biogeografische australische Region schliesst auch die indonesischen Inseln östlich von Bali mit ein. Die Grenze zur orientalischen Zone wird dabei durch die Wallace-Linie gebildet.
Durch die lange Isolation des Kontinents konnte sich hier eine Flora und Fauna etablieren, die weitgehend unbeeinflusst von evolutionären Entwicklungen auf anderen Kontinenten blieb. Alle rezenten Arten der Kloakentiere kommen nur in Australien und Neuguinea vor. Der Kontinent weist ausserdem die weltweit höchste Diversität an Beutelsäugern auf. Besonderheiten der Vogelwelt sind beispielsweise die Paradiesvögel, eine auf die tropischen Regionen beschränkte Familie. Die Flora weist Ähnlichkeiten zu Florenelementen Südamerikas sowie zu Fossilfunden in der Antarktis auf, ein Hinweis auf die erst späte Trennung dieser Kontinente.
siehe auch Fauna Australiens
Bevölkerung
Der Kontinent Australien ist mit ungefähr 28,4 Millionen Einwohnern nach der Antarktis der bevölkerungsärmste [weniger als Spanien (40 Mio.) oder Polen (39 Mio.)].
Indigene Bevölkerung
Die indigene Bevölkerung des Kontinents setzt sich aus den Aborigines der Hauptlandmasse, den Tasmaniern, den Papua sowie den melanesischen Völkern Neuguineas und der vorgelagerten Inseln zusammen. Diese Gruppen bilden jedoch keine einheitlichen Kulturen, sondern bilden eine Vielzahl von sprachlich und kulturell abgrenzbaren Einheiten. Namentlich die Bevölkerung Neuguineas gilt als eine der heterogensten der Welt. Während in Papua-Neuguinea weiterhin ein Großteil der Bevölkerung und auch in West-Papua noch fast die Hälfte der Einwohner indigenen Ursprungs ist, stellen die Aborigines nur noch knapp zwei Prozent der australischen Bevölkerung. Die Tasmanier wurden nach der Besiedlung durch die Europäer fast vollständig vernichtet.
siehe auch Indigene Völker Australien-Ozeaniens
Einwanderung
Aufgrund der unterschiedlichen Kolonialgeschichte der australischen Regionen sind auch die Einwanderungsmuster sehr verschieden. So ist die Mehrheit der Bevölkerung des australischen Bundes britischstämmig, seit den 70er Jahren nimmt jedoch die Zuwanderung aus dem asiatischen Raum zu. In Papua-Neuguinea hat Einwanderung nie eine bedeutende Rolle gespielt, während das Transmigrasi-Programm der indonesischen Regierung zur Umsiedlung von etwa 1,2 Millionen Menschen, vor allem aus Sumatra und Java, nach West-Papua geführt hat.
Sprachen
In Neuguinea sind weiterhin mehrere hundert Papua-Sprachen verbreitet, als Verkehrssprache hat sich hier jedoch Tok Pisin durchgesetzt. Amtssprache Australiens und Papua-Neuguineas ist Englisch, in West-Papua Bahasa Indonesia.
siehe auch Sprachen in Papua-Neuguinea, Australische Sprachen
Religion
Die Mehrheit der Bevölkerung gehört christlichen Religionsgemeinschaften an, vor allem in Papua-Neuguinea ist der Anteil mit 96 Prozent aufgrund erfolgreicher Missionierung sehr hoch. Die Ausübung des Glaubens erfolgt jedoch häufig in Kombination mit traditionellen Glaubensvorstellungen mit animistischem Hintergrund. In West-Papua stellen Muslime etwa 20 Prozent der Bevölkerung, vor allem indonesische Einwanderer.
Geschichte
Besiedlung
Der australische Kontinent wurde vor mindestens 50.000 bis 60.000 Jahren von Südostasien aus besiedelt. Aufgrund einer Eiszeit lag zu dieser Zeit der Meeresspiegel niedriger, so dass die Meerespassage zum heutigen Neuguinea vereinfacht war. Bis vor 35.000 Jahren hatte sich die Bevölkerung über die kontinuierliche Landverbindung bis nach Tasmanien ausgebreitet. Die ersten menschlichen Gemeinschaften besiedelten vermutlich die Küste. Vor etwa 30.000 Jahren entstanden dann auch die ersten Siedlungen im Hochland Neuguineas.
Entdeckung
Schon im Altertum ist von einem südlichen Kontinent, wie Ptolemäus ihn im 1.und 2. Jh. n. Chr. als terra australis incognita (unbekanntes südliches Land) erwähnt, ausgegangen worden, als nötiges Gegengewicht zu Eurasien. Doch die Vorstellung, der Äquator sei eine Feuerbarriere, machte eine mögliche Entdeckung unmöglich. Nach seiner Entdeckung wurde Terra Australis Incognita zuerst in Terra Australis und schließlich Australien umbenannt.
Neuguinea war der erste Teil des Kontinents, der Anfang des 16. Jahrhunderts von europäischen Seefahrern gesichtet wurde. 1526 landete der Portugiese Jorge de Meneses durch Zufall auf der Insel. Von ihm stammt angeblich auch der Begriff Papua, malaiisch für kraus, als Anspielung auf das krause Haar der melanesischen Bevölkerung. Nach der Landung des Spaniers Íñigo Ortiz de Retez 1545 begann man mit dem Export von Edelhölzern und anderen Luxusgütern.
Der Hauptteil des Kontinents wurde im Jahr 1606 durch den Niederländer Willem Jansz entdeckt. In den folgenden Jahrzehnten strandeten weitere holländische Handelsschiffe an der australischen Küste, maßen dieser Entdeckung jedoch keine besondere Bedeutung bei. Im Jahre 1642 entschloß sich die Niederländische Ostindien-Kompanie jedoch zu einer geplanten Erforschung des Kontinents. Dabei entdeckte Abel Tasman das heutige Tasmanien. In einer Expedition unter Willem de Vlamingh ab 1696 wurden weite Teile der Westküste kartografiert. Da die Landschaft aber trocken und unfruchtbar wirkte, zeigten die Holländer kein Interesse, Australien zu kolonisieren.
Kolonisation
Im April oder Mai des Jahres 1770 erreichte James Cook die fruchtbare Ostküste und nahm Teile des Landes als britische Kolonie New South Wales für England in Besitz. Diese war als Sträflingskolonie geplant, die ersten Schiffe mit Siedlern und Sträflingen trafen am 26. Januar 1788 in Sydney Cove ein. Bis 1836 werden weitere Kolonien gegründet, die das gesamte Australien, abgesehen von Neuguinea unter britische Kontrolle bringen.
1828 beginnt mit dem Erwerb der Halbinsel Vogelkop durch die Niederländer auch die Kolonisation Neuguineas. Den Rest der Insel teilen 1884 die Niederlande, Großbritannien und das Deutsche Reich unter sich auf. Der Westteil geht an die Niederlande, Großbritannien erhält den Südosten, Deutschland den Südwesten. 1906 wird der britische Teil an Australien übergeben, der deutsche Teil geht 1919 unter australische Kontrolle.
Unabhängigkeitsbestrebungen
Zwischen 1855 und 1890 erhielten die einzelnen britischen Kolonien des Hauptkontinents das Privileg des Responsible Government und damit eine größere Unabhängigkeit vom britischen Empire. London behielt allerdings vorerst die Kontrolle über Außenpolitik, Verteidigung und Außenhandel. In den Kolonien beginnen die Planungen für einen Zusammenschluss der Einzelstaaten.
Am 1. Januar 1901 formierten sich die einst voneinander unabhängigen Kolonien des Festlands mit Tasmanien zum Commonwealth of Australia. Am 26. September 1907 erhält der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland Großbritannien.
Während des Zweiten Weltkriegs wird der Norden Neuguineas von 1942 bis 1945 von Japan besetzt. Auch das australische Festland ist in dieser Zeit von japanischer Invasion bedroht.
Indonesien, seit 1949 unabhängig, erhebt Anspruch auf den Westteil Neuguineas, dieses bleibt aber vorerst niederländisch. 1957 begannen die Niederlande und Australien Pläne für die Unabhängigkeit eines vereinigten Neuguineas in den 1970er Jahren zu entwickeln. 1961 wurde eine Versammlung in Westpapua abgehalten und ein Parlament, der Nieuw Guinea Raad, eingeführt. Indonesien marschierte daraufhin ein und begann etwas später, die Papua aus Gebieten zu vertreiben, in denen Siedler aus Indonesien angesiedelt werden sollten. 1963 wurde West-Papua offiziell indonesische Provinz. Trotz fortlaufender Autonomie-Bestrebungen erkennt Indonesien die Unabhängigkeit der Provinz bis heute nicht an. Der östliche Teil der Insel erhielt 1975 die vollständige Unabhängigkeit von Australien.
Siehe auch: Geschichte Australiens
Weblinks
Kategorie:Kontinent
Bouvetinsel
Die Bouvetinsel (norwegisch Bouvetøya) gehört zu den schwerst erreichbaren und einsamsten Inseln der Welt. Das ferne Eiland ist eine zu Norwegen gehörende unbewohnte und vulkanische Insel im Südpolarmeer, südwestlich des südafrikanischen Kap der Guten Hoffnung. Ihre geographische Position ist
Die Insel hat eine Fläche von 49 km² und ist zu 93 % von Gletschern, dem Willem-II-Plateau bedeckt. Der höchste Punkt ist der 780 m hohe Olavtoppen. Die Bouvetinsel verfügt über keinen natürlichen Hafen. Neu-Sandefjord, die einzige Bucht, in der Landungen möglich sind, liegt an der eisfreien Westküste. Diese Bucht hat einen Ankergrund von rund 20 m. Anlegemanöver sind nur bei vorherrschendem Ostwind möglich.
Die mittlere Jahrestemperatur beträgt –1,5°. Selbst im Sommer werden selten Temperaturen von mehr als +2,0° erreicht. Aufgrund des rauen Klimas und der wenigen eisfreien Flächen existiert nur eine karge Vegetation aus Flechten und Moosen.
Die Fauna umfasst lediglich Robben, See-Elefanten, Pinguine und Seevögel.
Geschichte
Entdeckt wurde die Bouvetinsel am 1. Januar 1739 durch den französischen Seefahrer Jean-Baptiste Charles Bouvet de Lozier, nach dem sie auch benannt ist. Bouvet konnte allerdings auf der Insel nicht landen und auch nicht deren genaue geographische Lage feststellen. Lange hielt man das gesichtete Land, das Kap Circumcision, für ein Nordkap der Terra Australis.
James Cook fand 1772 kein Land, segelte aber südlicher vorbei und widerlegte auf seiner Reise die These einer Terra Australis. Er vermutete, Bouvet könnte einen Eisberg gesehen haben. Auch auf seiner letzten Reise, 1775, fand er die Insel nicht.
Am 6. Oktober 1808 fanden die Walfänger James Lindsay und Thomas Hopper mit dem Schiffen Swan und Otter die Insel und verzeichneten sie korrekt. Wegen Schlechtwetters und Packeis um die Insel konnte er jedoch nicht landen.
Benjamin Morrell vom Walfängerschiff Wasp gelang im Dezember 1822 als erstes die Landung auf der Insel. Das deutsche Forschungsschiff Valdivia besuchte die Insel 1898.
Zunächst wurde die Insel von keinem Staat beansprucht, bis sie vom britischen Kapitän Norris am 10. Dezember 1825 in Besitz genommen und Liverpool Island genannt wurde. 1928 verzichtete Großbritannien zu Gunsten Norwegens auf seine Ansprüche, und seit dem 27. Februar 1930 gehört die Insel als abhängiges Gebiet (Nebenland, norweg. „Biland“) zu Norwegen.
1971 wurde die Bouvetinsel als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Seit 1977 betreibt Norwegen dort eine automatische Wetterstation am Nordwestende der Insel. Am 22. September 1979 kam es zwischen der Bouvetinsel und den Prinz-Edward-Inseln zu dem sogenannten Vela-Zwischenfall. Ein amerikanischer Vela-Überwachungssatellit registrierte eine Explosion, bei der es sich vermutlich um einen gemeinsamen, atmosphärischen Atombombentest Südafrikas und Israels handelte.
Weblinks
- [http://www.subantarctic.org.uk Subantarktische Inseln, englisch]
Kategorie:Subantarktische Inseln
Kategorie:Unbewohnte Insel
Kategorie:Insel (Norwegen)
Kategorie:Insel (Antarktis)
Kategorie:Abhängiges Gebiet (Norwegen)
ja:ブーベ島
Alexander DalrympleAlexander Dalrymple ( - 24. Juli 1737; † 19. Juni 1808) war ein schottischer Geograph.
Historisch bedeutsam wurde Dalrymple vor allem in seiner Rolle als unbeirrbarer Verfechter der Theorie eines bisher unentdeckten Südkontinents.
Dieser Gedanke tauchte bereits bei dem ägyptischen Gelehrten Ptolemäus auf
- man glaubte, dieser sei notwendig, um die Erde ins Gleichgewicht zu bringen, da sonst doch auf der Nordhalbkugel die Landmassen im Verhältnis 8:1 dominieren würden.
Mit dieser Ansicht entwickelte sich Dalrymples Rivalität zum Navigator und Kartographen James Cook, der der Existenz eines solchen Kontinents eher skeptisch gegenüberstand.
Cook wurde ja von der Admiralität zu seinen legendären 3 Weltumsegelungen ausgeschickt. Unter anderem ging es darum, das Vorhandensein eines solchen Kontinents entweder zu beweisen oder zu widerlegen. Dalrymple hatte zunächst darauf gehofft, die Admiralität würde ihm diese Aufage als Expeditionsleiter übertragen. Doch gab man schließlich dem seemännisch weit erfahreneren Cook den Vorzug gegenüber dem "Schreibtischgelehrten" Dalrymple.
Cook gelang es auf einer seiner Expeditionen, wahrscheinlich als erstem Europäer überhaupt, den Südpolarkreis zu passieren. Dadurch, beziehungsweise durch seine spätere Umrundung der Antarktis wurde offensichtlich, das in höheren südlichen Breiten kein Platz mehr für einen solchen Kontinent sein konnte.
Die Antarktis konnte nicht als der gesuchte Südkontinent gelten, da man von einer Landmasse in noch gemäßigten, bewohnbaren Breiten ausging.
Damit schlug Dalrymple ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte wissenschaftlicher Irrtümer auf.
Leben
Alexander Dalrymple, Sohn des Sir James Dalrymple (Baron von Hailes) und der Lady Christina Hamilton, verbrachte seine Kindheit auf dem Landsitz der Familie - New Hailes, in der Nähe von Edinburg.
Er war das 7. von 16 Kindern, wobei er alle anderen überlebte. Der Bekannteste seiner Brüder war der Rechtsgelehrte und Historiker Lord David Dalrymple.
Seine erste Schulausbildung erhielt er in der Schule des David Young in Haddington.
Sein Vater starb, bevor Alexander das 14. Lebensjahr vollendete und so musste er diese Ausbildung abbrechen. Zwei Jahre wurde er noch von seinem ältesten Bruder weiterunterrichtet, bis er 1752 das Angebot erhielt,
bei der Ostindien-Kompanie als Schreiber zu arbeiten. Als Vorbereitung absolvierte er Kurse in Buchhaltung und Arithmetik an der Akademie in Fort Hills.
Nach dem erfolgreichen Bestehen der Prüfungen schiffte er sich im Dezember dieses Jahres nach Indien ein, um Madras Mitte Mai des folgenden Jahres zu erreichen.
Seiner lückenhaften Ausbildung entsprechend, wurde er zunächst dem Lagerverwalter zugeteilt, konnte aber durch die Fürsprache des Gouverneurs - Lord Pigot - und des Historikers Orme ins Sekretariat aufsteigen.
Seine beiden Mentoren unterrichteten ihn persönlich in Schreiben und Buchhaltung.
In den Akten der Kompanie stieß er jedoch auf Hinweise über den Handel mit den Philippinen und das Thema fesselte ihn so sehr, das er darüber seine eigentlichen Aufgaben für die Firma vernachlässigte, wodurch er bei seinen Mentoren in Ungnade fiel.
Später gelang es ihm dennoch, ausgesandt zu einer Expedition nach den Philippinen, einen gewinnbringenden Handelsvertrag mit dem dortigen Sultan abzuschliessen.
1765 kehrte er nach England zurück, um die dortigen Autoritäten von den Chancen einer Ausweitung des Handels im Indischen Ozean zu überzeugen, war darin allerdings weniger erfolgreich.
Viele Jahre im Dienst der Ostindien-Kompanie, arbeitete er ab 1779 für die Gesellschaft als Hydrograph, 1792 wurde er zu deren Ersten Hydrographen ernannt. 1795 berief ihn die Britischen Admiralität in dieselbe Position.
Gegenüber seiner Rolle als tragische Figur der Wissenschaftsgeschichte werden häufig seine zahlreichen Beiträge zur Kartographie und zur Schiffs-Sicherheit übersehen.
Als England Ende des 18. Jahrhunderts mehr und mehr in den Seekrieg mit dem napoleonischen Frankreich verwickelt wurde, stieg der Bedarf an systematischem Seekarten sprunghaft an und Dalrymple leistete einen profunden Beitrag zu deren Standardisierung und Katalogisierung. In der Schiffsicherheit schuf er mit seinen Schaubildern zu den Erkennungsmerkmalen verschiedener Windstärken die Grundlage für die Beaufort-Skala.
Dalrymple schlug übrigens auch als erster den Namen Australien für den damals noch als Neu-Holland genannten Kontinent vor.
Publikationen
- An Account of the Discoveries made in the South Pacifick Ocean previous to 1764. London 1767
- An Historical Collection of Several Voyages and Discoveries. London 1771 [http://www.canadiana.org/ECO/mtq?doc=35630 Online-Version des Werkes]
Dalrymple, Alexander
Dalrymple, Alexander
Dalrymple, Alexander
Dalrymple, Alexander
Dalrymple, Alexander
Antarktis
Die Antarktis (wörtlich: Gegen-Arktis) umfasst die um den Südpol gelegenen Land- und Meeresgebiete. Als mathematisch-astronomische Zone wird sie durch den südlichen Polarkreis begrenzt und reicht somit bis 66° 33' südlicher Breite. Als geografische Grenze gilt die antarktische Konvergenz bei etwa 50° südlicher Breite, wo das kalte antarktische unter das wärmere subtropische Oberflächenwasser absinkt.
Im Zentrum der Region liegt der Kontinent Antarktika, auch Südkontinent genannt, für den jedoch unkorrekterweise meist selbst die Bezeichnung Antarktis verwendet wird.
Die Antarktis wurde ab 1820 von verschiedenen Forschern und Seefahrern erschlossen. 1958 wird im Antarktisvertrag der politische Status der Antarktis geregelt.
politische Status der Antarktis
Geografie
Übersicht
Die Antarktis als astronomische Zone umfasst 21,2 Millionen km2; die physisch-geografische Region ist 52 Millionen km2 groß. Antarktika ist mit fast 13,2 Millionen km2 etwa 2,7 Millionen km2 größer als Europa. Die genaue Größe ist nicht bekannt, da sich unter dem Schelfeis Wasser befindet. Man unterteilt den Kontinent in einen West- und einen wesentlich größeren Ostteil.
Das höchste Gebirge ist das 5.140 m hohe Vinson-Massiv mit dem Mount Vinson im Westen (mitunter werden auch 4.897 m angegeben), der tiefste Punkt ist mit 2.538 m unter dem Meeresspiegel der subglaziale (unter dem Eis liegende) Bentleygraben im Ostteil der Antarktis.
Abgesehen von vielen kleinen Inseln ist der nächstgelegene Punkt eines anderen Kontinents Feuerland an der Südspitze Südamerikas, danach das Kap der guten Hoffnung, Tasmanien und Neuseeland.
Neuseeland
Aufteilung
(alphabetisch sortiert)
Die Antarktis ist in mehrere große Gebiete, Meere und Schelfs unterteilt:
Landschaften, Gebirge und Hochländer:
- Adelieland
- Amerikanisches Hochland
- Antarktische Halbinsel
- Antarktische Hochsee
- Grahamland
- Palmerland
- Byrd-Land (siehe Marie-Byrd-Land)
- Coatsland
- Dronning-Maud-Land
- Edith-Ronne-Land
- Ellsworthland
- Enderbyland
- Kaiser-Wilhelm-II.-Land mit Gaussberg
- Königin-Maud-Land
- Marie-Byrd-Land
- McMurdo-Sund
- Neuschwabenland
- Polarplateau
- Princess-Elisabeth-Land
- Prinz-Charles-Mountains
- Transantarktisches Gebirge
- Victorialand
- Wilkesland
Inselwelt:
Einige Inseln vor der Küste der Antarktis bzw. im Südpolarmeer:
- Alexander-I.-Insel
- Balleny-Inseln
- Berkner-Insel
- Elephant Island
- Ross-Insel
- Südgeorgien
- Südliche Orkneyinseln
- Südliche Shetlandinseln
Gletscher:
In den Randgebieten der Antarktis bewegen sich ihre Eismassen im Rahmen von zahlreichen Gletschern in Richtung der Küsten des Arktischen Ozeans; dazu zählen:
- Lambert-Gletscher - längster und größter Gletscher der Erde
- Beardmore Gletscher
Schelfe:
Im Bereich der Küsten der Antarktis - also unter anderen in den Buchten des Südpolarmeers - befinden sich die Eismassen der Schelfe, die unter anderen von den Gletschern gespeist werden; dazu zählen:
- Amery-Schelfeis
- Filchner-Ronne-Schelfeis
- Larsen-Schelfeis
- Riiser-Larsen-Schelfeis
- Ross-Schelfeis
Meere:
Die Antarktis ist umgeben vom Südlichen Ozean.
- Amundsensee
- Bellingshausensee
- Davissee
- Rossmeer
- Weddell-Meer
Ein Kontinent unter dem Eis
Das auffälligste Merkmal des antarktischen Kontinents ist die fast völlige Vereisung. Rund 90 % des irdischen Eises und 75 % der weltweiten Süßwasser-Reserven sind in der bis zu 4.500 m dicken Eisdecke enthalten. Im antarktischen Winter erstrecken sich die Schelfeisgebiete weit ins Meer, die Eisdecke erstreckt sich dabei auf ein Gebiet von bis zu 30 Millionen km2. Nur etwa 280.000 km2 des Kontinents sind eisfrei, was etwa 2,4 % der Gesamtfläche entspricht. Die mächtigsten Eisschichten liegen im Adelieland im Ostteil. Nur etwa 400 km von der Küste entfernt befindet sich ein tiefer subglazialer Graben, über dessen Grund sich das Eis 4.776 m erhebt. Die dünnsten Eisschichten findet man über den bis zu 3.500 m hohen subglazialen Gebirgen im Inneren des Kontinents.
Eisberge
Adelieland
Typisch für die Antarktis sind gigantische Tafeleisberge, die regelmäßig vom Schelfeis abbrechen („kalben“) und auf dem Meer treibend Tausende Kilometer zurücklegen können. Es kann mehrere Jahre dauern, bis ein großer Eisberg vollständig geschmolzen ist; allerdings kann ein großer Eisberg leicht in mehrere kleine auseinander brechen, zum Beispiel durch differenzielle Meeresströmungen. Diese Langlebigkeit großer Eisberge lieferte auch die Grundlage futuristischer Vorhaben, Eisberge als Süßwasserspeicher mit Schleppern etwa nach Afrika zu transportieren.
Am 30. April 1894 wurde mitten im Atlantischen Ozean bei 26° 30' S, 25° 40' W (südöstlich von Trindade) ein Eisberg gesichtet, die nördlichste Position eines antarktischen Eisberges, die je aufgezeichnet wurde.
- Siehe hierzu auch: A-38 und B-15
Erdgeschichtliche Entwicklung
Die Landflächen der Antarktis waren vor mehr als 170 Millionen Jahren Teil der Landmasse des Großkontinentes Gondwana und befanden sich in der Nähe des Äquators. Nach dem Auseinanderbrechen von Gondwana infolge der Kontinentaldrift wurde die Antarktis langsam nach Süden bewegt. Während der Kontinent zu Beginn des Tertiärs vor ca. 65 Millionen Jahren noch tropisch bis subtropisch war (und zu dem Zeitpunkt noch mit dem Australischen Kontinent eine gemeinsame Landmasse bildete), kam es infolge der Drift Richtung Süden zu einer fortschreitenden Abkühlung. Vor etwa 30 Millionen Jahren hatte sich der Kontinent dem Pol bereits so weit genähert, dass es erste nennenswerte Eisfelder gab. Vor ca. 25 Millionen Jahren an der Wende der erdgeschichtlichen Epochen von Oligozän und Miozän begann infolge der Öffnung der Drake-Passage zwischen der Antarktis und Südamerika und der dadurch ausgelösten Bildung des Zirkumpolarstroms eine verstärkte Vereisung, welche die bis dahin den Kontinent bedeckenden Wälder verdrängte, aber erst seit etwa fünf Millionen Jahren ist der Kontinent von einem dicken Eispanzer nahezu vollständig bedeckt.
Klima
Wälder
Der antarktische Kontinent ist in aller Hinsicht ein klimatischer Extremfall. Von allen Erdteilen ist er
- der kälteste: Die inländische Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei –55 Grad Celsius. Die Monatsmitteltemperaturen variieren aufgrund der Tageslänge – in der Polarnacht im antarktischen Winter scheint die Sonne gar nicht, im antarktischen Sommer hingegen 24 Stunden am Tag – auf dem Polarplateau zwischen –40 und –68 Grad Celsius, an der Küste zwischen ca. –18 Grad Celsius im Juni und einigen Grad über Null im wärmsten Monat Januar. Die tiefste jemals auf der Erde in der freien Natur gemessene Temperatur betrug –89,2 Grad Celsius und wurde am 21. Juli 1983 von der sowjetischen Wostok-Station auf dem Polarplateau, das häufig auch als Zentralplateau bezeichnet wird, aufgezeichnet.
- der niederschlagärmste: In der Regel handelt es sich bei den antarktischen Niederschlägen um Schnee. Im Jahresdurchschnitt sind das etwas über 40 l/m2 im Inneren des Erdteils. Nach rein niederschlagsorientierten Definitionen sind also diese Gebiete eine Wüste (und zwar die größte der Welt). Zur Küste hin nimmt der Schneefall jedoch deutlich zu.
- der windigste: Die Pol-Lage und die vom Polarplateau zur Küste hin wehenden konstanten Fallwinde wirken bestimmend nicht nur auf den Kontinent selbst, sondern auch auf das angrenzende Polarmeer. Im Juli 1972 wurde bei der Dumont-d’Urville-Station eine Windgeschwindigkeit von 327 km/h (91 m/s) gemessen.
Trotz der großen Kälte finden sich in der Antarktis eisfreie Zonen wie die Bunger-Oase. (vgl. Abschnitt Literatur)
Flora und Fauna
Abschnitt Literatur
Die Antarktis ist umgeben von einer riesigen Packeiszone, in der sich eines der üppigsten Ökosysteme der Welt entwickelt hat. In den Meeren wimmelt es von riesigen Schwärmen antarktischen Krills (Euphausia superba und andere). Dieser Krill bildet den Beginn der Nahrungskette für die zahlreichen Meeres- und Landtiere, wie Fische, Wale, Kalmare, Seelöwen, Seehunde, Pinguine und zahlreiche Meeresvögel.
Auf dem antarktischen Packeis brüten zwei Pinguinarten: Der Kaiserpinguin und der Adeliepinguin. Zu den auf dem antarktischen Kontinent brütenden Vögeln zählen jedoch auch 19 flugfähige Vogelarten wie beispielsweise der Königsalbatros sowie der Schneesturmvogel und der Silbersturmvogel, die beide zum Teil hundert Kilometer landeinwärts auf den auf dem antarktischen Kontinent liegenden Bergen brüten, die eisfrei hervorragen.
Unter den Robben, die in der Antarktis an Land gehen, sind vor allem die Weddellrobbe, der Krabbenfresser und der Seeleopard erwähnenswert. Im Sommer kommen noch mehr als 100 Millionen Zugvögel hinzu, die auf dem Packeis und den vorgelagerten Inseln brüten. Es wurde abgeschätzt, dass allein die Wale des Südlichen Ozeans etwa 55 Millionen Tonnen Tintenfische fressen, das entspricht etwa drei Viertel der Menge des Fischfangs der weltweiten Fischereiflotten.
Im Gegensatz zum vielfältigen Leben in den Ozeanen und an den Schelfeisrändern erscheinen die wenigen eisfreien Regionen, die auch als antarktische Oasen bezeichnet werden und die sich im Innern der Antarktis befinden, öde und leer, da hier kaum höher entwickelte Lebensformen vorgefunden werden. Stattdessen werden diese Gebiete vorwiegend von Mikroorganismen, Moosen und Flechten sowie einigen wirbellosen Tieren bevölkert. In der gesamten Antarktis gibt es nur zwei Blütenpflanzen: die Antarktische Schmiele (Deschampsia antarctica) und das Nelkengewächs Colobanthus quitensis. Durch den Menschen eingeschleppt wurden jedoch auch der Kriechende Hahnenfuß, die Wassersegge, die Rispengräser Poa annua und Poa pratensis sowie die Vogelmiere. Das größte dauerhaft landlebende Tier der Antarktis ist eine 12 Millimeter große, flügellose Zuckmückenart namens Belgica antarctica. Neben diversen Algen wurden mittlerweile mehr als 200 Flechtenarten, mehr als 100 Arten von Moosen und Lebermoosen sowie etwa 30 Macrofungi gefunden.
Die Antarktis bildet ein eigenes Florenreich, das antarktische Florenreich. Es umfasst die Südinsel Neuseelands, den süd-westlichen Teil Patagoniens und den antarktischen Kontinent und beherbergt dreizehn unterschiedliche Pflanzengattungen, wie zum Beispiel die Südbuche (Nothafagus), Gunnera oder Fuchsia, von denen die meisten allerdings nicht in der Antarktis selbst beheimatet sind.
Artenvielfalt am Meeresboden
Auch der Meeresboden der Antarktis ist von einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen bevölkert, vergleichbar mit der Vielfalt tropischer Riffe.
Einige der Tiere sind schon hunderte von Jahren alt, was zuerst darauf schließen lässt, dass der antarktische Meerboden in diesen Zeiträumen nie größeren Veränderungen unterzogen war. Aber die Eisberge des antarktischen Eisschilds, die jährlich abbrechen und sich mit gewaltiger Kraft ins Meer schieben, pflügen den Meeresboden um. Mindestens fünf Prozent des Kontinentalsockels sind durch diesen Vorgang „vernarbt“. Dies bedeutet eine durchaus große Veränderung für die lokalen Lebensformen.
Rutscht ein Eisberg ins Meer, gleitet er oft bis zu einen Kilometer über glatte Flächen, ohne im Grund steckenzubleiben. Auf seinem Weg zieht er lange Gräben im Boden, bis er an einer Erhebung zum Stehen kommt, die deshalb auch „Eisbergfriedhof“ genannt wird. Bei diesem Prozess und dem anschließenden Schmelzen wird dieser Bereich des Meeresbodens für Jahre geschädigt.
Die Wiederbesiedlung des durchzogenen Bereichs beginnen Fische, gefolgt von Seesternen und Seeigeln. Mit der Rückkehr von Glasschwämmen als letzte „Pioniere“ stellt sich nach Jahrzehnten wieder ein Gleichgewicht ein.
Dieser Vorgang wiederholt sich zum Beispiel am Eisbergfriedhof des südöstlichen Weddellmeers ungefähr alle 35 Jahre, im Bereich des Kontinentalsockels alle 230 Jahre. Obwohl die Eisberge auf kurze Sicht eine Katastrophe für die Flora und Fauna des Meeres sind, sorgen sie auf lange Sicht für eine größere Artenvielfalt, da nach jedem Durchpflügen auch andere Spezies die Gegend neu besiedeln und sich weiterentwickeln.
Bevölkerung
Die Antarktis hat keine eigene Bevölkerung im eigentlichen Sinne, in den über 80 Forschungsstationen leben jedoch im Sommer ca. 4.000 und im Winter ca. 1.000 Menschen, wobei die genaue Anzahl stark variiert. Allein auf der größten Station, McMurdo, lebten im Juli 2005 (also mitten im antarktischen Winter) 79 Frauen und 162 Männer.
In der Antarktis wurden mindestens drei Kinder geboren: 1978 ein argentinischer Junge und 1986/1987 in der chilenischen Station ein Junge und ein Mädchen.
Forschungsstationen
Hauptartikel: Forschungsstationen in der Antarktis
Im südlichen Bereich innerhalb des 60. Breitengrades existieren nach Angaben von COMNAP 82 Forschungsstationen, davon sind 37 Stationen ganzjährig und 36 Stationen nur in den Sommermonaten im Einsatz.
Hervorzuheben sind hierbei die US-amerikanischen Stationen Palmer und McMurdo, deren Häfen die logistische Grundlage der meisten Aktivitäten in der Antarktis bilden, sowie die Amundsen-Scott-Südpolstation und aus deutscher Sicht die Neumayer-Station.
Forschung
Neumayer-Station]]
Die gegenwärtigen Aktivitäten in der Antarktis liegen zum großen Teil in der Forschung. Der Grund hierfür liegt in den einzigartigen Möglichkeiten, die die Antarktis in vielen Forschungsbereichen bietet. Aufgrund der hohen Kosten durch die Abgeschiedenheit des Kontinents und des hierdurch entstehenden logistischen Aufwandes konzentriert man die Forschungen allerdings meist auf Forschungsbereiche, in denen der Standort Antarktis entweder zwingend erforderlich ist, wie zum Beispiel biologische und geologische Forschungen, oder für die bessere Bedingungen herrschen als an anderen Orten auf der Erde wie zum Beispiel astrophysikalische oder aeronomische Forschungen. Da bisher noch nicht absehbar ist, wie die Nutzung des antarktischen Kontinents in der Zukunft aussehen wird, bekräftigen viele Nationen durch ihre Präsenz mit wissenschaftlichen Stationen ihre gegenwärtigen oder zukünftigen Ansprüche auf die Ressourcen des Kontinents (siehe unter Politik).
Astrophysik
: (Hauptartikel: Geschichte der Astrophysik in der Antarktis)
Im Laufe des 20. Jahrhunderts erkannte man die Möglichkeiten, die die Antarktis für astrophysikalische Untersuchungen bietet.
1912 entdeckte Frank Bickerton, ein Mitglied der Mawson-Expedition, zufällig den ersten Meteoriten in der Antarktis. Seit 1969 wird systematisch nach Meteoriten gesucht, da die Antarktismeteoriten sehr gut konserviert sind und nur geringe Verwitterungsspuren zeigen. Seit den 1950ern werden Detektoren für kosmische Strahlung betrieben, seit den 1980ern untersucht und nutzt man den Standort auch vermehrt für die Infrarot-, Submillimeter-, Radio- und Neutrinoastronomie.
Biologie
Die Antarktis beherbergt Ökosysteme, die einzigartig auf der Erde sind. Zum einen liegen sehr extreme Umweltbedingungen vor, zum anderen ist die Region – durch Ersteres bedingt – noch weitgehend frei von menschlichen Einflüssen.
Ein ungewöhnliches und zugleich sehr einfaches Ökosystem liegt in den Trockentälern nahe der McMurdo-Station vor, das vorwiegend von Mikroorganismen, Moosen und Flechten und einigen wirbellosen Tieren bevölkert wird. Durch die wenigen vorkommenden Organismen können die Zusammenhänge und gegenseitigen Beziehungen sowie ihre Anpassung an die extremen Lebensbedingungen sehr umfassend untersucht werden.
Überraschenderweise stellte man fest, dass sich das Leben nicht nur auf die wenigen eisfreien Regionen beschränkt, sondern auch an unerwarteten Stellen nachgewiesen werden kann. In den Trockentälern wurden zum Beispiel Algen und Flechten gefunden, die innerhalb von Sandsteinfelsen leben. Selbst in den Weiten des antarktischen Eispanzers wurden in kleineren Eisspalten und Schmelzwasserseen auf den Gletschern verschiedene Algen und andere Organismen gefunden.
Im Gegensatz zum Land ist der Ozean reich an Leben. Hier interessiert die Forscher vor allem die Anpassung der Organismen an die niedrigen Temperaturen.
Geologie
Sandstein
Über die gesamte antarktische Halbinsel zieht sich ein Gürtel von immer noch aktiven Vulkanen, darunter der fast 3.800 m hohe Mount Erebus.
Antarktika setzt sich aus zwei Kontinentalplatten zusammen, der flächenmäßig weitaus größeren antarktischen Platte, die heute größtenteils von der Inlandeisplatte bedeckt ist, und einer kleineren, die hauptsächlich den westlichen Teil des Kontinents und die Antarktische Halbinsel einnimmt. Die intensive Untersuchung der Seymourinsel am Ausläufer der Halbinsel ergab reichhaltige Fossilienfunde, die auf gemäßigtere Zonen hinweisen. Diese Funde belegen, dass sich die Erdteile im Laufe der Zeit verschoben haben, und stützen damit Alfred Wegeners Modell der Kontinentaldrift (s.a. Abschnitt Erdgeschichtliche Entwicklung).
Glaziologie
Der antarktische Eisschild bedeckt nahezu den gesamten Kontinent und enthält etwa 75 % der Süßwasserreserven der Erde. Die Glaziologie untersucht die Struktur, die Geschichte und die interne Dynamik des Eispanzers. Das Ziel der Untersuchungen liegt im Verständnis der zukünftigen Entwicklung der Antarktis und des Einflusses möglicher Veränderungen auf das Weltklima. Die wichtigsten Erkenntnisse werden hierbei aus der Untersuchung von Eisbohrkernen gewonnen.
Klimatologie
Die von den Glaziologen gewonnenen Eisbohrkerne bilden auch für die Klimatologen eine wichtige Informationsquelle, da aus ihren Zusammensetzungen und ihren Schichtenaufbauten Rückschlüsse über die Klimageschichte der Erde gezogen werden können.
Diese Eisarchive reichen weiter in die Erdgeschichte zurück als an jedem anderen Ort der Erde. Zugleich liefern sie komplementäre Informationen zu den Eisbohrkernen der Nordhalbkugel, wie z.B. aus Grönland, da durch die große räumliche Distanz der Probenentnahme regionale Unterschiede identifiziert werden können.
Weiterführende Informationen zu einem Klimaforschungsprojekt findet man im Artikel des Cape-Roberts-Bohrprojekts.
Medizin
Das Personal der Antarktisstationen wird nach strengen medizinischen und psychologischen Kriterien ausgewählt, da die Stationen meist über längere Zeit von der Außenwelt isoliert sind. Die medizinische und psychologische Beobachtung der Wissenschaftler bietet einzigartige Möglichkeiten, u.a. zur Untersuchung des Einflusses des Tag-/Nachtrhythmus, der Ernährung und des psychischen Wohlbefindens von kleinen Gruppen unter hohem Stress.
Meteorologie
Die Antarktis spielt für das Wetter der Südhalbkugel eine wichtige Rolle, deshalb werden auf dem Kontinent umfangreiche meteorologische Untersuchungen durchgeführt. Diese Untersuchungen werden seit den 1950ern an die Anrainerstaaten weitergegeben, da sie eine große Bedeutung in der Wettervorhersage einnehmen.
Auch aeronomische Untersuchungen, das heißt Untersuchungen der höheren Schichten der Erdatmosphäre, vor allem der Stratosphäre, haben im ausgehenden 20. Jahrhundert an Bedeutung gewonnen. Den Schwerpunkt bilden hier Forschungen über das Ozonloch, das 1985 erstmals nachgewiesen werden konnte.
Der Südliche Ozean untergliedert sich in seiner Tiefenstruktur in drei Bereiche, das antarktische Oberflächenwasser, das zirkumpolare Tiefenwasser und eine darunter liegende stationäre Schicht. Im Bereich des Kontinentalschelfs sind hingegen nur zwei Bereiche unterscheidbar, über einer leicht modifizierten Schicht des zirkumpolaren Tiefenwassers liegt eine Schicht Schelfwasser.
Das zirkumpolare Tiefenwasser ist in das weltumspannende Zirkulationssystem der Ozeane eingebunden, so dass der Region eine große Rolle im globalen Wärmehaushalt zukommt.
Eine wesentliche Rolle spielen dabei die vertikalen Zirkulationsströme, die einen Austausch zwischen dem Tiefen- und Oberflächenwasser bewirken. Dies führt dazu, dass zum einen das Tiefenwasser durch Wärmeabgabe an die viel kältere Atmosphäre abkühlt, zum anderen aber auch mit Kohlendioxid und Sauerstoff aus der Luft angereichert wird.
Etwa 1.500 Kilometer vor den Küsten findet man mit der antarktischen Konvergenz eine stabile Strömung, den antarktischen Zirkumpolarstrom, die den Kontinent ostwärts umspült. Diese Strömung trennt das kalte antarktische Wasser von den wärmeren nördlicheren Ozeanen und sorgt dadurch für eine effektive Wärmeisolation der Antarktis, die wesentlich zu den extrem niedrigen Temperaturen des Kontinents beiträgt.
Infrastruktur
Die Entlegenheit der Antarktis und die extremen Klimaverhältnisse bedingen, dass Antarktika im Verhältnis zu ihrer Größe die bei weitem schwächste Versorgung mit Infrastruktur aller Kontinente aufweist. Unter Berücksichtigung der überaus niedrigen Bevölkerungszahl (max. rund 4.000) und der extrem niedrigen Bevölkerungsdichte (0,0001-0,0003 Einwohner/km²) ist die Kommunikations- und Verkehrsinfrastruktur aber dennoch relativ leistungsfähig, wenn auch mit enormem technischem Aufwand. Stark eingeschränkt ist aber etwa die Gesundheitsversorgung für die Bewohner: So gibt es den ganzen Winter über in der Antarktis keinen Zahnarzt.
Kommunikation
Von militärischen Kommunikationswegen und Amateurfunk abgesehen ist das Iridium-System nutzbar. Bis 2009 soll ein 1.700 km langes Glasfaserkabel zur Internetanbindung auf dem Polarplateau zwischen der Südpolstation und der ganzjährig besetzten Dome C-Station fertig gestellt sein, bei der bereits eine Anbindung an die geostationären Kommunikationssatelliten besteht.
Transport
Die US-amerikanische Marine unterhält zwei Seehäfen, McMurdo und Palmer, deren Nutzung jedoch durch die US-amerikanische Regierung stark reglementiert ist.
Die Versorgung der Festlandstationen wird überwiegend von Lockheed C-130 Hercules-Flugzeugen der New York Air National Guard übernommen. 27 Stationen besitzen Flughäfen und/oder Hubschrauberlandeplätze, eine Landebahn ist läng | | |