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Stimmhaft

Stimmhaft

Stimmhaft ist ein Begriff der Phonetik und beschreibt, welche Rolle die Stimmbänder bei der Aussprache eines Lautes spielen. Stimmhaft bedeutet, dass die Stimmlippen sich fast verschließen, sodass sie schwingen. Stimmhaft ist das Gegenteil von stimmlos. Stimmhafte Laute sind in den meisten Sprachen die Sonoranten: Vokale sowie Nasale ([, , ]), Liquiden ([, ]) und Approximanten ([, , ]). In vielen Sprachen gibt es auch stimmhafte Obstruenten ([, , , , , ]). Im Deutschen kommen stimmhafte Obstruenten nur in den mittleren und nördlichen Varietäten vor, während in den südlichen Varietäten alle Obstruenten stimmlos sind. Daher spricht man beim Deutschen oft nicht von stimmhaften und stimmlosen Obstruenten, sondern von Lenis und Fortis. Wenn man beim Sprechen eines stimmhaften Lauts die Hand an den Kehlkopf hält (beispielsweise beim Mau im Wort Maus), dann verspürt man eine Vibration, und wenn man sich die Ohren zuhält, dann hört man ein Dröhngeräusch. Beim stimmlosen s im Wort Maus ist beides nicht der Fall. ---- Siehe auch: Stimmlosigkeit, Lenis, Fortis Kategorie:Phonetik ja:有声音 ko:유성음

Phonetik

(innerer Teil der Lippen)
3. dental (Oberkieferzähne)
4. alveolar (Zahndamm)
5. post-alveolar (zwischen Zahndamm und hartem Gaumen)
6. prä-palatal (vorderer Teil des harten Gaumens)
7. palatal (harter Gaumen, Palatum)
8. velar (weicher Gaumen/Gaumensegel, Velum)
9. uvular (Gaumenzäpfchen, Uvula)
10. pharyngal (Rachen, Pharynx)
11. glottal (linke Stimmlippen)
12. epiglottal (Epiglottis)
13. radikal (Zungenwurzel)
14. postero-dorsal (hinterer Teil der Zunge)
15. antero-dorsal (vorderer Teil der Zunge)
16. laminal (Zungenblatt)
17. apikal (Zungenspitze)
18. sub-laminal (Unterseite der Zunge)]] Die Phonetik, als Teil der Lautlehre, ist die Lehre der von Menschen hervorgebrachten Laute. Man unterscheidet die:
- artikulatorische Phonetik („Sprechakt-Lautlehre“), die untersucht, welche Laute und wie die Laute beim Sprechen durch die menschliche Stimme erzeugt werden,
- akustische Phonetik, die die physikalische Natur der Schallwellen untersucht, die die Laute bilden, und
- auditive Phonetik, deren Forschungsgebiet die Vorgänge beim Empfang der Laute im menschlichen Ohr sind. Wenn man nur von Phonetik spricht, ist meistens die artikulatorische Phonetik gemeint. Um die verschiedenen Laute einheitlich für alle Sprachen darzustellen, wurde ein spezieller Zeichensatz entwickelt, das Internationale Phonetische Alphabet (IPA). Dieses enthält ein Symbol für jeden Laut jeder Sprache. Mit den Lauten als Bestandteil eines Sprachsystems beschäftigt sich die Phonologie.

Siehe auch


- Sprechwissenschaft
- Artikulation (Linguistik)
- Sprechtechnik
- Sonagramm
- Lautschrift
- Phonogramm
- Auslautverhärtung

Weblinks


- [http://www.uiowa.edu/~acadtech/phonetics Phonetik:Amerikanisch-Englisch, Deutsch, Spanisch als flash-Animation bei der University of Iowa]
- [http://www.unil.ch/ling/english/phonetique/table-eng.html Online-Phonetik-Kurs] (frz. und engl)
- http://www.coli.uni-sb.de
- http://www.phonetik.uni-muenchen.de/ (Einige Web-Skripten) !Phonetik ja:音声学 ko:음성학

Stimmband

Stimmbänder sind so genannte Ligamente, die am Schildknorpel und Stellknorpel innerhalb des Kehlkopfes befestigt sind. Sie sind am oberen Rand der so genannten Stimmlippen angeordnet. Die Ritze zwischen den Stimmlippen wird als "Stimmritze" oder "Glottis" bezeichnet. Die beiden Stellknorpel (Cartilago arytaenoidea), die mit den hinteren Endungen der Stimmlippen verbunden sind, regulieren die Stellung der Stimmlippen zueinander. Beim Atmen sind die Stimmlippen weit geöffnet, wodurch die Glottis eine charakteristische dreieckige Form erhält. Die Weite der Glottis bzw. der Grad der ihrer Konstriktion sind für die Artikulation von Sprachlauten bedeutend. Durch den Musculus vocalis (Stimmmuskel) kann eine Änderung der Stimmlippenmasse erreicht werden. In Verbindung mit dem Musculus cricothyreoideus, der die Spannung und Länge der Stimmlippen ändert, entsteht ein sensibler Regelkreis, mit dessen Hilfe die Lautstärke und Tonhöhe der menschlichen Stimme geregelt wird. Die Stimmlippen werden in geschlossenem, aneinander anliegendem Zustand aus Richtung des subglottischen Raumes, d. h. dem Raum unterhalb der Stimmlippen, zur Tonerzeugung mit Atemluft durchströmt (Bernoulli-Effekt). Umgangssprachlich wird oft „Stimmbänder“ anstelle von „Stimmlippen“ verwendet, obwohl sie nur ein Bestandteil der Stimmlippen sind. Kategorie:Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Kategorie:Atmungsapparat Kategorie:Menschliche Stimme ja:声帯

Laut

Ein Laut bezeichnet allgemein ein Geräusch oder einen Klang, hervorgerufen durch die menschliche oder tierische Stimme. (Laut geben).
Im engeren Sinne ist ein Laut ein definierter, mit dem Strom des Atems (Phonationsstrom) bei bestimmter Stellung der Sprechwerkzeuge hervorgebrachte Schallwelle. Die Erzeugung und Wahrnehmung von Lauten ist Gegenstand der Phonetik. Ein Laut bzw. Phon wird dort als kleinste phonetische Einheit der gesprochenen Sprache verstanden. Die schriftliche Darstellung ist durch eine Lautschrift möglich. ---- Siehe auch: Phon (Linguistik), Knacklaut, Schnalzlaut, Lispellaut Kategorie:Phonetik

Stimmlosigkeit

Stimmlos ist ein Begriff der Phonetik und beschreibt, welche Rolle die Stimmlippen bei der Aussprache eines Lautes spielen. Stimmlos bedeutet, dass die Stimmlippen so weit auseinander liegen, dass der Phonationsstrom ungehindert durch die Stimmritze fließen kann und sie nicht schwingen. Stimmlos ist das Gegenteil von stimmhaft. Ein stimmloser Laut ist beispielsweise [] aus Fass. Stimmhafte Laute, insbesondere Sonoranten, sind durch den Klang der Stimme geprägt, während bei stimmlosen Lauten wie etwa Frikativen Geräusche vorwiegen. Im Spektrogramm zeigt die Abwesenheit einer periodischen Komponente einen stimmlosen Laut an. In diesem Zusammenhang ist die unter der Bezeichnung VOT (engl. Abkürzung für Voiced Onset Time) bekannte Charakteristik des Stimmtoneinsatzes wichtig. Mit VOT bezeichnet man den zeitlichen Abstand zwischen dem Beginn der Stimmlippenschwingung und dem Einsatz des Geräusches durch die Verschlusslösung eines Plosivs. Setzt der Stimmton nach dem Geräuscheinsatz ein, so handelt es sich um einen positiven VOT und der Laut wird als stimmlos eingeschätzt. Bei isolierten stimmlosen Plosiven ist der Moment der Stille entscheidend. ---- Siehe auch: Stimmhaftigkeit, Fortis, Lenis Kategorie:Phonetik ja:無声音 ko:무성음

Sonorant

Ein Sonorant oder Sonorlaut ist ein Konsonant, bei dessen Bildung kein Geräusch entsteht. Sie stehen den Vokalen nahe und sind wie die Vokale akustisch als Klänge aufzufassen. Aufgrund ihrer Definition sind sie immer stimmhaft, d.h. Stimmhaftigkeit ist ein Sekundärmerkmal der Sonoranten. Sonoranten stehen im Gegensatz zu den Geräuschlauten, Obstruenten genannt. Sonoranten zeichnen sich in der Lautbildung dadurch aus, dass im Ansatzrohr kein Druckaufbau entsteht, der durch einen Verschluss oder durch Reibung gelöst wird. Wie bei den Vokalen wird der Phonationsstrom nicht behindert. so dass sie ebenso wie Vokale Silbenträger sein können. Bei Sonoranten ist die Stimmritze so angeordndet, dass spontan Stimmbildung möglich ist. Zu den Sonoranten im Deutschen gehören die nasalen Phoneme /m, n, /, das laterale Phonem /l/ und der Approximant /j/. Kategorie:Artikulationsart

Vokal

Ein Selbstlaut oder Vokal (v. lat.: vocalis [littera] „tönender Buchstabe“; zu voxStimme)“ ist ein Laut, bei dessen Artikulation der Phonationsstrom weitgehend ungehindert ausströmen kann. Vokale sind stimmhaft. Zur Darstellung aller Vokale wird das Vokaldreieck oder Vokaltrapez benutzt. In ihm sind die Vokale nach ihrer Bildung im Mundraum von "offen" (beispielsweise "a") nach geschlossen (beispielsweise "i", "u") angeordnet, und werden unabhängig davon in vorne ("e", "i") oder hinten ("o", "u") im Mundraum entstehend unterteilt. Neben den dem Deutschen bekannten Vokalen ("a", "e", "i", "o" und "u") treten auch die Umlaute "ö" und "ü" (sie entsprechen den Vokalen "e" und "i" mit zusätzlich gerundeten Lippen) und die Diphthonge ("ei", "ai", "eu", "äu") im Vokaltrapez auf. Grundsätzlich kann jeder Vokal entweder gerundet oder ungerundet gebildet werden, was eine Änderung der Lautqualität herbeiführt. Vokale werden in vielen Sprachen nach ihrer Länge (Vokalquantität) in kurze oder lange Vokale unterteilt. Im Deutschen unterscheidet man aber auch hinsichtlich der Vokalqualität zwischen offenen (auch. ungespannten) und geschlossenen (auch: gespannten) Vokalen. Beide Merkmale treten in der Regel gemeinsam auf und sind bedeutungsunterscheidend: den Buchstaben a, e, i, o, u, ä, ö und ü entspricht jeweils ein kurzer, offener und ein langer, geschlossener Vokal, wobei kurzes, offenes e und kurzes, offenes ä in den meisten Varietäten des Deutschen zusammenfallen und gleichlautend sind ("Lerche" und "Lärche"). Somit hat die deutsche Sprache 15 vokalische Foneme, beziehungsweise wenn man auch dem Schwa (e in , ) Phonemstatus zubilligt, 16 Vokalphoneme (nicht mitgezählt Vokale aus anderen Sprachen, bei denen man streiten kann, ob sie inzwischen schon Phonemstatus im Deutschen haben: nasaliertes ä, a, ö und o wie in , , und , langes offenes o und ö wie in und <Œuvre>).

Abgrenzung zu den Konsonanten

Klassifiziert man Laute lediglich nach ihrer Artikulationsart, dann unterscheiden sich Vokale von Konsonanten einzig und allein dadurch, dass der Phonationsstrom bei Vokalen ungehindert durch das Ansatzrohr strömt. Eine andere Möglichkeit ist die Klassifizierung nach akustischen Kriterien, d.h. nach ihrer Sonorität(Stimmhaftigkeit) bzw. ihrer Schallfülle. Danach sind Konsonanten Geräusche ohne Sonorität, während es sich bei Vokalen und einigen Konsonanten wie beispielsweise l, m, n, ng, b, d, g, w, s, j oder r um Klänge handelt. Sie sind sonorant (stimmhaft). Sonorität bzw. Schallfülle ist eine wichtige Eigenschaft hinsichtlich der Funktion eines Lautes als Silbenträger: je sonorer ein Laut ist, desto deutlicher hebt er sich von den anderen ihn umgebenden Lauten ab. Sonorante Laute können deshalb Silbenträger sein. In einigen Sprachen nehmen l, m, n, ng, aber auch r, beispielsweise l und r im Tschechischen und Kroatischen (Ort , Insel ), silbischen Charakter an und tragen den Hauptton. Auch im Deutschen kommen die Laute l, m, n, ng silbisch vor, allerdings nur in unbetonter Silbe, so in der Standardaussprache bei den Endungen -em, -en und -el/-l nach Konsonanten (silbisches m: , , n: , ng: , l: , ).

Formanten

Formant] Nach der Form der Schallwelle gehören Vokale also, im Gegensatz zu den meisten Konsonanten, zu den Klängen. Vokale haben einen Primärklang. Dieser besteht aus einem Grundton, der von Obertönen überlagert wird. Der Grundton hat die niedrigste Frequenz. Die Obertöne sind immer ganzzahlige Vielfache des Grundtons, d.h. wenn man den Grundton ändert, dann ändern sich auch immer die Obertöne. Im Ansatzrohr, d.h. in der Stimmritze, im Larynx- und Pharynxraum und im Mund- und Nasenraum, erfahren einige Töne eine Verstärkung ihrer Resonanz, so dass sie gegenüber den anderen Teiltönen dominanter werden. Diese resonanzverstärkten Teiltöne heißen Formanten. Bei Vokalen kann man 4 bis 5 Formanten nachweisen: F1 und F2 (bei Vokalen die im vorderen Zungenbereich gebildet werden) sind für die Identifizierung der Vokale verantwortlich. Sie entscheiden also darüber, ob wir beispielsweise ein [] oder ein [] hervorbringen.

Vokalbuchstabe

Es werden unter Vokalen gemeinhin auch die Buchstaben verstanden, die derartige Laute repräsentieren. Um der verbreiteten Verwechslung beziehungsweise Gleichsetzung von Lauten und Buchstaben vorzubeugen, ist es sinnvoll, den Begriff Vokalbuchstaben zu verwenden. Linguistisch korrekt sind die Begriffe Vokalgrafeme beziehungsweise Kerngrafeme (Grafeme, die für den Silbenkern, nicht den Silbenrand verwandt werden, so beispielsweise in der Grammatik der deutschen Sprache, Berlin 1997, Bd. 1, vergleiche S. 246ff). Im Deutschen sind dies A, Ä, E, I, O, Ö, U, Ü, Y, (É). (Auch das Ypsilon muss als Vokalbuchstabe gewertet werden. Es kann zwar unter bestimmten Bedingungen, wie beispielsweise auch I und U in , , , , , einen unsilbischen beziehungsweise konsonantischen Laut wiedergeben, beispielsweise in , . Die grundlegende Aussprache des Buchstabens Y entspricht jedoch im Deutschen der des Vokalbuchstabens Ü, beispielsweise , , , .) Die Vokalbuchstaben Ä, Ö, Ü können auch (von ihrer grammatischen Funktion her) als Umlautbuchstaben bezeichnet werden. Auch der häufig in Wörtern aus dem Französischen anzutreffende Buchstabe É lässt sich durchaus hinzuzählen (im Deutschen als Variante zu am Wortende gebraucht), da er auch in Wortschreibungen anzutreffen ist, die ansonsten eingedeutscht sind (vergleiche deutsch oder , frz. aber ). Die Vokalbuchstaben stehen den Konsonantenbuchstaben (Konsonantengrafemen/Randgrafemen) B, C, D, F, G, H, J, K, L, M, N, P, Q, R, S, ß, T, V, W, X, Z gegenüber.

Siehe auch


- Vokaltrapez, Konsonant, Alphabet, Formant, Klangfarbe, Monophthong, Diphthong, Approximant, Halbvokal ! ja:母音 ko:홀소리 roa-rup:Vocală

Liquida

Als Liquida (auch Liquid, Fließlaut; Pl.: Liquidä, Liquiden) werden in der Phonologie Laterale und r-Laute wegen des fließenden Charakters ihrer Artikulation bezeichnet. Obwohl die beiden Gruppen artikulatorisch wenig gemeinsam haben, verhalten sie sich in vielen Sprachen ähnlich. Auf Englisch können beispielsweise Liquiden als einzige Konsonanten direkt nach einem Verschlusslaut im Silbenanlaut stehen: pray "beten", play "spielen", aber nicht
- pnay. Im Tschechischen und Slowakischen können Liquiden als einizige Konsonanten den Silbengipfel bilden. Kategorie:Artikulationsart ja:流音 ko:유음

Obstruent

Als Obstruent werden Sprachlaute bezeichnet, bei denen eine Verengung gebildet wird, die den Phonationsstrom durch Nase oder Mund behindert. Zur Klasse der Obstruenten gehören Plosive, Affrikaten und Frikative. Obstruenten zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht sonorant sind. Kategorie:Artikulationsart

Varietät (Linguistik)

Eine Varietät (manchmal auch Variante genannt) ist in der Linguistik eine Teilmenge einer Einzelsprache, das heißt ein Zeichensystem, das eine bestehende Einzelsprache ergänzt oder modifiziert, aber nicht unabhängig von der Standardsprache existieren kann. Das Fachwort Varietät wird den oft synonym verwendeten Begriffen Dialekt und Mundart vorgezogen, da diese vielfach wertend gebraucht werden. Die Sprachvariante kann durch außersprachliche Kriterien eingegrenzt werden wie zum Beispiel
- geographische Verbreitung (Dialekte, Regiolekte)
- nationale normative Varianten (nationale Varietäten wie zum Beispiel Schweizer Hochdeutsch) vs. (bundes)deutsche Standardsprache vs. österreichische Standardsprache.
- Funktion (Fachsprachen),
- Identität der Sprecher (beispielsweise Jugendsprache, Idiolekt, Frauensprache, Männersprache),
- Zugehörigkeit zu einer Schicht oder Gruppe (Soziolekt, Gruppensprache)
- Sprachsituation (Umgangssprache) Auch die Standardsprache beziehungsweise Hochsprache selbst ist eine Varietät (und zwar die, die sich durch den Gebrauch als traditionelle Schriftsprache und sich hinsichtlich Grammatik und Aussprache als deskriptive Sprachnorm definiert). Obwohl Varietäten aufgrund nicht-sprachlicher Kriterien abgegrenzt werden, macht es nur Sinn, von einer Varietät zu sprechen, wenn die untersuchte Gruppe auch wirklich sprachliche Gemeinsamkeiten aufweist.

Weblinks


- http://www.vein.hu/german/Varietat.doc - Deutsch und seine Varietäten Kategorie:Sprachvarietäten

Fortis

Als eine Fortis (v. lat. stark, kräftig, energisch; Pl.: Fortes) wird ein mit großer Intensität gesprochener Konsonant bezeichnet, beispielsweise p [], t [], k [], ß [], f [], sch []. Der Gegensatz zur Fortis ist die Lenis (sanft, leise; Pl.: Lenes). In der hochdeutschen Lautung kann man jeden Konsonanten danach charakterisieren, wie stark der Druck des Phonationsstroms und wie hoch die Muskelspannung der an der Lautbildung beteiligten Sprechwerkzeuge ist. So kann man Konsonanten nach der Muskelspannung in gespannte (engl. tense) und ungespannte (engl. lax) Konsonanten und nach der Druckstärke des Phonationsstroms in starke und schwache bzw. Fortes und Lenes unterteilen. Normalerweise sind Druckstärke und Muskelspannung miteinander gekoppelt, sodass Fortes generell mit gespannten Artikulationsorganen gebildet werden.

Fortes und Lenes im Deutschen

In der deutschen Hochsprache besteht am Wortanfang und im Wortinnern ein klarer Unterschied zwischen Fortes und Lenes. Am Silbenende kommt es grundsätzlich zur Auslautverhärtung, das heißt, es werden nur Fortes gesprochen. Fortes zeichnen sich in der deutschen Standardhochsprache bei normaler Sprechlautstärke durch folgende Merkmale aus:
- Aspiration
- druckstark/gespannt
- stimmlos Lenes zeichnen sich bei normaler Sprechlautstärke durch folgende Merkmale aus:
- keine Aspiration
- druckschwach/ungespannt
- stimmhaft Die Stimmbeteiligung bzw. das Nichtvorhandensein von Stimme (stimmhaft/stimmlos) wird im deutschen Sprachraum als eine Sekundäreigenschaft angesehen, da es dort Aussprachevarietäten gibt, in denen diese Opposition phonologisch irrelevant ist. Außerdem kann die Stimmbeteiligung beim Flüstern gänzlich entfallen, ohne dass die Verständlichkeit beeinträchtigt wird: [], [], [] etc.

Fortes und Lenes im süddeutschen Sprachraum, in Ostösterreich und im Sächsischen

In Sachsen, Thüringen, Wien, dem Burgenland und Teilen Süddeutschlands werden die Verschlusslaute generell ohne Stimmton und mit geringerer Druckschwäche und Spannung, also als stimmlose Lenes ohne Aspiration ausgesprochen, so dass kein Unterschied mehr zwischen folgenden Paaren besteht.
- b, p = []
- d, t = []
- g, k = [] Man spricht hier von der binnenhochdeutschen Konsonantenschwächung. Beispiel aus dem Sächsischen: Gännsevleisch mol den Govver auvmochen. Das Unterscheidungsmerkmal stimhaft/stimmlos existiert bei den Verschlusslauten süddeutscher Dialekte nicht, das heißt, dass teilweise bei den süddeutschen Aussprachevariationen des Deutschen Fortes von Lenes auf Grund der anderen Eigenschaften voneinander unterschieden werden, wie beispielsweise Aspiration, Dauer, Verschlussdauer etc. In hochalemannischen und bayrisch-österreichischen Dialekten fehlt zusätzlich das Merkmal der Aspiration. Dennoch sind Fortis und Lenis deutlich unterscheidbar. Neuere Messungen legen nahe, dass die Dauer das wesentliche Unterscheidungsmerkmal ausmacht. Wenn man bei einem Verschlusslaut den Luftstrom länger unterbricht, entweicht die Luft außerdem anschließend mit mehr Druck.

Beispielverschlusslaute

// und // sind im Deutschen Verschlusslaute, bei denen sowohl die Artikulationstelle als auch die artikulierenden Organe identisch sind. In den nördlichen Varietäten unterscheiden sich die beiden Laute in Schwingungsform und Schallfülle voneinander. // hat eine größere Schallfülle als //. // dagegen ist behaucht, stimmlos und wird von einem relativ stärkeren Phonationsstrom begleitet als // und mit stärkerer Muskelspannung ausgesprochen. Die zu [] zugehörige Fortis ist [], die zu [] zugehörige Lenis ist []. ---- Siehe auch: forte, forcieren, Fort, fortepiano Kategorie:Phonetik als:Fortis und Lenis ko:경음

Stimmlosigkeit

Stimmlos ist ein Begriff der Phonetik und beschreibt, welche Rolle die Stimmlippen bei der Aussprache eines Lautes spielen. Stimmlos bedeutet, dass die Stimmlippen so weit auseinander liegen, dass der Phonationsstrom ungehindert durch die Stimmritze fließen kann und sie nicht schwingen. Stimmlos ist das Gegenteil von stimmhaft. Ein stimmloser Laut ist beispielsweise [] aus Fass. Stimmhafte Laute, insbesondere Sonoranten, sind durch den Klang der Stimme geprägt, während bei stimmlosen Lauten wie etwa Frikativen Geräusche vorwiegen. Im Spektrogramm zeigt die Abwesenheit einer periodischen Komponente einen stimmlosen Laut an. In diesem Zusammenhang ist die unter der Bezeichnung VOT (engl. Abkürzung für Voiced Onset Time) bekannte Charakteristik des Stimmtoneinsatzes wichtig. Mit VOT bezeichnet man den zeitlichen Abstand zwischen dem Beginn der Stimmlippenschwingung und dem Einsatz des Geräusches durch die Verschlusslösung eines Plosivs. Setzt der Stimmton nach dem Geräuscheinsatz ein, so handelt es sich um einen positiven VOT und der Laut wird als stimmlos eingeschätzt. Bei isolierten stimmlosen Plosiven ist der Moment der Stille entscheidend. ---- Siehe auch: Stimmhaftigkeit, Fortis, Lenis Kategorie:Phonetik ja:無声音 ko:무성음

Lenis

Lenis

Als eine Lenis ([lat.] sanft, leise) wird ein mit schwachem Druck und ungespannten (entspannten) Artikulationsorganen gebildeter Laut bezeichnet - beispielsweise b und w. Zur genaueren Erläuterung siehe unter dem Begriff Fortis (stark, kräftig, energisch), womit der Gegensatz einer Lenis bezeichnet wird.

Beispiel Verschlusslaute

[] und [] sind verwandte Verschlusslaute, deren Artikulation und Aussprache sich vor allem in der Anspannung der Lippen unterscheidet, aber auch an den Halsmuskeln. Die zu [] zugehörige Fortis ist [],
die zu [] zugehörige Lenis ist [].

Spiritus lenis

Als der Lenis (oder Spiritus lenis) wird das Fehlen des H-Anlautes im Altgriechischen bezeichnet. Abgekürzt wird er mit dem Zeichen ` (im griech. mit "umgekehrtem kleinen c"). Sein Gegensatz ist der Spiritus asper (Zeichen ' bzw. "kleines c") - bei einem H-Anlaut am beginnenden Vokal eines altgriechischen Wortes. Spiritus lenis hat aber mit der Unterscheidung von Fortes und Lenis nichts gemein.

lenisieren

Das Wort lenisieren (lat.) bedeutet dementsprechend: weich, stimmhaft werden, vgl. Lenisierung.
Das lenisieren eines Konsonanten entspricht also seinem weicher werden. Kategorie:Phonetik als:Fortis u Lenis

Kategorie:Phonetik

Kategorie:Linguistik Kategorie:Menschliche Stimme ko:분류:음성학 ja:Category:音声学

Software Innovation

Software Innovation is a Norwegian software company with locations in Norway, Sweden, Denmark and Finland. The company was founded in Oslo in 1984. Software Innovation is registered on Oslo Stock Exchange with the ticker SOI. The company delivers solutions for Customer Relationship Management (CRM) and Document management system (DMS).

External links

[http://www.software-innovation.com/ Software Innovation] Category:Software_companies Category:Companies_of_Norway

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