:: wikimiki.org ::
| Maghreb |
Maghreb
Unter Maghreb (auch Maghrib; arabisch: مغرب „Westen“, abgel. vom Verb gharaba: „untergehen Sonne“) versteht man vor allem die drei nordafrikanischen Länder Tunesien, Algerien und Marokko, teilweise auch noch Libyen und Mauretanien, die aufgrund ihrer Geschichte viele Gemeinsamkeiten haben. Im Arabischen versteht man unter Maghreb in der Regel Marokko, weil es das westlichste arabische Land ist. Das Gegenteil von Maghreb ist Maschrek مشرق „Osten“, abgel. vom Verb sharaka: „aufgehen Sonne“.
Vorgeschichte und Geschichte
Sonne
Die Kulturen im Maghreb waren zunächst rein afrikanischer Natur. Mit Ausbreitung des Ackerbaus gelangten orientalische Einflüsse nach Ägypten und im Zuge der Ausbreitung der Cardial- oder Impressokultur auch in den Maghreb. Dieser war im Altertum zuerst unter phönizischem Einfluss. Karthago, die größte und mächtigste "punische" Stadt befand sich in Tunesien. Nach den punischen Kriegen kam die gesamte Region zu Rom. Mit der Ausbreitung des Islam im 7. Jahrhundert geriet das Gebiet unter arabischen Einfluss, doch sprechen bis heute verschieden große Minderheiten die autochthonen Berbersprachen. Der anschließende jahrhundertelange osmanische Einfluss ist erst durch die europäische Kolonisation im 19. und 20. Jahrhundert zurückgegangen. Die heutige Grenzziehung der Mitgliedsstaaten basiert zum Teil auf osmanischen, zum Teil auf europäischen Entscheidungen.
Die Arabische Maghreb Union
franz. UMA - Union du Maghreb Arabe
engl.: AMU Arab Maghreb Union
Regionaler Zusammenschluss von Staaten in Nordafrika
Gründung: 17. Februar 1989. Vorausgegangen war ein Treffen der Staatschefs der fünf Maghreb-Staaten im Juni 1988 in Zeralda, Algerien
Sitz: Rabat, Marokko
Mitgliedsländer: Algerien, Mauretanien, Marokko, Libyen, Tunesien, (aber nicht Westsahara !)
Ziele: wirtschaftliche Kooperation, außen-, innen- und kulturpolitische Zusammenarbeit. Zahlreiche regionale Vorhaben, die teilweise schon lange geplant waren, wie der Ausbau transmaghrebinischer Bahn-, Straßen- und Pipelineverbindungen, konnten vorangetrieben werden. Erhaltung der geistigen und moralischen Werte des Islam und Sicherung der arabischen Identität u.a. durch Professoren- und Studentenaustausch, gemeinsame Universitäts- und Kulturinstitute.
Probleme der UMA bei der Umsetzung sind die unterschiedlichen Gesetzgebungen der Mitgliedsstaaten, die schwerfällige Bürokratie, der geringe Warenaustausch untereinander (nur drei Prozent der Gesamtexporte) und fehlende Finanzmittel. Eine Zollunion konnte bis heute nicht erreicht werden.
1991 wurde ein Fahrplan zur wirtschaftlichen Integration der Region, der bis zu einer Wirtschaftsunion führen sollte, von allen Mitgliedsstaaten angenommen.
Die Wiederbelebung der Maghrebunion droht daran zu scheitern, dass eine dauerhafte Normalisierung des marokkanisch-algerischen Verhältnisses weiter auf sich warten lässt, das wegen des Westsaharakonfliktes noch stark angespannt ist.
Einer Union der Maghreb-Staaten kommt auf Grund der im Sommer 2005 erneut ins öffentliche Bewußtsein getretenen Flüchtlingsströme aus den südlich gelegenen afrikanischen Staaten aus Sicht der EU und aufgeklärter Kreise im Maghreb selbst aktuelle Bedeutung zu. Es besteht insbesondere in Marokko die Hoffnung, dass die 1995 in Barcelona stattgefundene Konferenz der EU-Staaten und zahlreicher Mittelmeerländer in ihrer Fortsetzung vom 27.11 - 29.11.2005 neue Impulse für die Entstehung einer Freihandelszone der südlichen und östlichen Mittelmeeranrainer gibt.
Der Handelsaustausch zwischen den einzelnen Maghrebstaaten blieb gering: Algerien betreibt lediglich 1,5 Prozent seines Außenhandels mit der UMA (über 60 Prozent mit der EU), Tunesien als das am stärksten auf den Maghreb orientierte Land auch nur sechs Prozent (75 Prozent mit der EU). (Daten von 2000)
Sprachen
Die maghrebinischen Dialekte des Arabischen bilden eine eigene Dialektgruppe und sind gegenseitig weitestgehend verständlich. Sie sind stark von den Berbersprachen geprägt worden, die sie weitgehend in unzugänglichere Gebiete zurückgedrängt haben. Das Maltesische war ursprünglich ein maghrebinischer Dialekt, der aber zu einer modernen Standardsprache ausgebaut wurde. (Siehe auch: Ausbausprache)
:Anmerkung: gh ist sehr weich und entspricht fast einem deutschen Zäpfchen-R, r einem so genannten Zungen-R. Wenn man das Wort korrekt aussprechen will, muss man zuerst ein Zäpfchen-R und direkt danach ein Zungen-R aussprechen, was nicht gerade leicht ist.
Siehe auch
- Maschrik, Banu Hillal
- Portal:Tunesien
Weblinks
- [http://www.maghrebarabe.org/ Union du Maghreb Arabe]
Kategorie:Geographie (Afrika)
Kategorie:Nordafrika
Kategorie:Maghreb
ja:マグリブ
Arabische Sprache
Die arabische Sprache (auf Arabisch: اللغة العربية)
gehört zum südlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Der Language Code ist ar bzw. ara (nach ISO 639).
Allgemeines
Die einzelnen arabischen Dialekte in den verschiedenen Ländern unterscheiden sich teilweise sehr stark voneinander und sind, wenn sie weit auseinander liegen (z. B. Marokko - Irak), auf basilektaler Ebene oft gegenseitig nicht oder nur schwer verständlich, in etwa vergleichbar mit den verschiedenen deutschen Mundarten.
Algerische Filme, die natürlich im dortigen Dialekt gedreht worden sind, werden zum Teil hocharabisch untertitelt, wenn sie in den Golfstaaten ausgestrahlt werden.
Die arabische Sprache in einem erweiterten Sinne umfasst eine Vielzahl von verschiedenen Sprachformen, die in den letzten anderthalb Jahrtausenden gesprochen wurden und werden.
Was all diese Sprachformen zu einer Sprache zusammenbindet, ist vor allem der Islam und speziell der Koran. Das Beispiel des Maltesischen zeigt sehr deutlich die große Rolle des Islam, was die Einheit des Arabischen angeht. Das Maltesische ist eine den maghrebinischen Dialekten der arabischen Sprache nah verwandte Sprache, die aber weitestgehend zu einer modernen, eigenständigen Standardsprache ausgebaut worden ist.
Aus dem Alt-Arabischen, das dem klassischen Hocharabisch sehr nahe stand, hat sich eine Vielzahl von Dialekten entwickelt, die neuarabischen Dialekte; für alle Sprecher dieser Sprache außer dem Maltesischen ist das unverändert geschriebene Hocharabisch weiterhin Schriftsprache und Dachsprache.
Ob Hocharabisch als moderne Standardsprache zu betrachten ist, ist umstritten (siehe auch Halsbandsittich in vielen Sprachen). Die panarabischen Satellitensender könnten es dazu werden lassen. Es fehlt oft noch an einem einheitlichen Wortschatz für viele Dinge der modernen Welt, sowie am Fachwortschatz für viele Bereiche der modernen Wissenschaften. Darüber hinaus ist Hocharabisch innerhalb der einzelnen arabischen Ländern relativ selten ein Mittel zur mündlichen Kommunikation.
Das Arabische im Semitischen
Das klassische Hocharabisch unterscheidet sich nicht wesentlich von der alt-arabischen Sprache. Versucht man durch Vergleich aller semitischen Sprachen die Wurzel eines Wortes zu ermitteln, findet man oft, dass sie genau der klassisch-arabischen Form gleicht. Dadurch kommt dem klassischen Hocharabisch eine zentrale Stellung innerhalb der semitischen Sprachen zu.
Lange betrachteten viele Semitisten das klassische Arabisch als die ursprünglichste semitische Sprache überhaupt. Erst langsam stellt sich durch den Vergleich mit anderen afro-asiatischen Sprachen heraus, dass vieles doch nicht so ursprünglich ist, wie man dachte. Klassisches Hocharabisch stellt wohl eine neuere Schicht semitischer Sprachen dar, die viele Möglichkeiten, die in der Grammatik der semitischen Sprachen angelegt sind, konsequent ausgebaut hat. Es hat einen sehr reichen semitischen Wortschatz bewahrt und sogar noch weiter ausgebaut. Die heutigen Dialekte haben viele Veränderungen durchgemacht, wie sie andere semitische Sprachen schon sehr viel früher (2000-3000 Jahre) durchgemacht haben. So fällt beispielsweise auf, dass Alt-Hebräisch und moderne arabische Dialekte, was Lautgestalt und Grammatik angeht, viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Es gibt Spekulationen, dass die Aufgabe der nomadischen Lebensweise und die Überlagerung anderer Sprachen immer wieder ähnliche sprachliche Entwicklungen hervorgerufen haben.
Verbreitung
Varianten des Arabischen werden von ca. 200 bis 300 Millionen Menschen gesprochen. Es ist (nicht immer alleinige) Amtssprache in folgenden Ländern: Ägypten, Algerien, Bahrain, Dschibuti, Eritrea, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Komoren, Katar, Kuwait, Libanon, Libyen, Marokko, Mauretanien, Oman, Palästinensische Autonomiegebiete, Saudi-Arabien, Somalia, Sudan, Syrien, Tschad, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate. Darüberhinaus ist es eine der sechs offiziellen Sprachen der Vereinten Nationen.
In aller neuester Zeit gewinnt das gesprochene Hocharabische wieder an Raum, Schrittmacher ist dabei u.a. der Fernsehsender Aljazeera in Katar. Dort gibt es sehr lebendige Diskussionen von Sprechern aus allen Ecken der Arabischen Welt, die sich bemühen eine dem Hocharabischen nahe kommende Sprache zu gebrauchen.
Durch die dominierende ägyptische Film- und Fernsehproduktion (u.a. bedingt durch die Bevölkerungszahl) gilt der gesprochene Kairoer Dialekt des Arabischen in der arabischen Welt als allgemein verständlich, sozusagen "gemeinsprachlich". Gewöhnliche Filme auf hocharabisch zu drehen ist nicht üblich, da diese Sprache eher ernsten Themen wie den Fernseh- und Rundfunknachrichten, religiösen Sendungen und Gottesdiensten vorbehalten ist.
Geschichte
Schon in vorislamischer Zeit existierte auf der arabischen Halbinsel eine reichhaltige Dichtersprache, die nur mündlich weitergegeben wurde. Auf dieser Dichtersprache fußt zum Teil das Arabische des Korans, das aber wohl schon modernere Züge aufwies, wie man am Konsonantentext sehen kann. Wohl erst nachträglich hat man durch Zusatzzeichen das Koran-Arabisch für neue nicht arabische Muslime einfacher gemacht. In frühislamischer Zeit wurden viele Gedichte dieser Sprache schriftlich festgehalten. Bis heute ist das Memorieren (Auswendiglernen) von Texten ein wichtiger Bestandteil der islamischen Kultur. So gibt es bis heute viele sehr geachtete Menschen, die den gesamten Koran auswendig vortragen können (Hafiz oder Hafidh).
Das klassische Hocharabisch ist insbesondere die Sprache des Korans, das sich aus dem Zentrum der arabischen Halbinsel, dem Hedschas, im Zuge der islamischen Eroberungen über den ganzen Vorderen Orient verbreitete.
Der Kalif Abd al-Malik erhob in den 90er Jahren des 7. Jahrhunderts diese Form des Arabisch zur offiziellen Verwaltungssprache des islamischen Reiches.
Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die Sprache dann immer mehr, was jedoch zum Teil an der Schrift nicht zu erkennen ist, da die kurzen Vokale außer im Koran nicht geschrieben wurden und man sich bemühte die alten Regeln bei der Schreibung beizubehalten.
Das klassische Hocharabisch wird als Muttersprache heute von niemandem mehr gesprochen. Es wird allerdings auch heute noch, nur im Wortschatz verändert, als geschriebene Hochsprache benutzt, in der fast alle Bücher und Zeitungen erscheinen (außer in Tunesien, Marokko und in etwas geringerem Maße in Algerien, wo sich das Arabische diese Rolle mit dem Französischen teilen muss). Im wissenschaftlich-technischen Bereich wird in den anderen arabischen Ländern aus Mangel an einem spezifischen Fachwortschatz oft Englisch gebraucht.
Bei offiziellen Anlässen wird diese normalerweise nur geschriebene Sprache auch mündlich gebraucht, ebenso teilweise in Fernsehen und Rundfunk. Diese Sprache wird oft auch als modernes Hocharabisch bezeichnet. Es unterscheidet sich vom klassischen Hocharabischen vor allem im Wortschatz und je nach Bildungsgrad des Sprechers teilweise auch in Grammatik und oft in der Aussprache.
Siehe auch: Geschichte der arabischen Literatur
Phonologie
Das Hocharabische Lautsystem ist wenig ausgeglichen. Es gibt nur drei mit den Lippen gebildete Laute (M م, B ب, F ف), P und das deutsche W fehlen. Der Laut و, den man mit W in der Umschrift wiedergibt, ist ein Halbvokal, der einem englischen W [] entspricht.
Dagegen gibt es sehr viele an den Zähnen gebildete Laute: L ل, N ن, D د, T ت, stimmloses und stimmhaftes (wie im Englischen ausgesprochene) "TH" (TH ث, DH ذ), stimmloses und stimmhaftes S (س und ز) und SCH ش. Hinzu kommen die dem Arabischen eigenen emphatischen Laute, d. h. stimmhaftes und stimmloses S (ص und ظ) sowie T ط und D ض, die "dumpf" ausgesprochen werden. Neben dem Zungen-R ر gibt es ein streng davon unterschiedenes Zäpfchen-R غ, normalerweise GH umschrieben.
An Gaumenlauten gibt es DSCH ج, K ك, CH خ und den Halbvokal J ي, das G fehlt. Des Weiteren gibt es ein tief in der Kehle gesprochenes K, das mit Q ق umschreiben wird, sowie das mit dem Kehlkopf ausgesprochene Hamza und einen stimmhaften Kehlkopf-Presslaut ع, den man "Ain" nennt, den es aber nur in sehr wenigen anderen Sprachen gibt, sowie eine stimmlose Entsprechung ح, die wie unser H auch mit H umschrieben wird. Unser H ه gibt es auch noch. Die Konsonanten werden sehr genau ausgesprochen, beeinflussen aber stark die Vokale, die deshalb in vielen Varianten vorkommen, obwohl es eigentlich nur A, I, U sowohl lang als auch kurz gibt. Insgesamt entsteht so der kehlige, raue Lauteindruck des Arabischen.
Die Dialekte haben dieses Ungleichgewicht zum Teil ausgeglichen: in vielen Dialekten gibt es ein G, TH und DH fehlen meist, deutsche W und P gibt es oft in Fremdwörtern. Meist gibt es auch langes E und O.
Schrift
Hauptartikel: Arabische Schrift
Geschrieben wird das Arabische von rechts nach links mit dem arabischen Alphabet, das nur Konsonanten und Langvokale kennt. Es gibt allerdings als Lern- und Lesehilfe ein nachträglich hinzugefügtes System mit Kennzeichen (اشكال) für die Kurzvokale A, I und U, und das in der klassischen Grammatik wichtige End-N, Konsonantenverdopplungen und Konsonanten ohne nachfolgenden Vokal. Der Koran wird immer mit allen Zusatzzeichen geschrieben und gedruckt. Grundsätzlich wäre das vokalisierte und mit Zusatzzeichen versehene Schriftarabisch gleichzeitig eine präzise Lautschrift, diese wird jedoch fast nur für den Koran genutzt. Bei allen anderen Texten muss man die kurzen Vokale selbst finden, was nur möglich ist, wenn man die Grundvokale jedes Wortes auswendig kennt und die grammatische Struktur vollständig analysieren kann, so dass man die richtigen Endungen einfügen kann. Aus diesem Grunde ist das Auswendiglernen langer Texte und die ständige Kontrolle eines anwesenden Lehrers fast unumgänglich, da so gut wie niemand im Alltag Hocharabisch spricht und man es auch nicht, den Koran ausgenommen, durch Lesen selbständig lernen kann.
Die arabische Schrift ist eine Kurrentschrift, die sich im Laufe der Geschichte verschliffen hat. Als immer mehr Buchstaben in der Gestalt zusammenfielen, entwickelte man ein System, diese durch Punkte über und unter den alten Konsonanten zu unterscheiden. Da die Buchstaben in einem Wort verbunden werden, gibt es bis zu vier verschieden Formen eines Buchstabens: allein stehend, nach rechts verbunden, nach links verbunden und beidseitig verbunden. Ohne die Punkte fallen beispielsweise in der beidseitig verbundenen Form die Buchstaben N, T, TH, B, Y und P zusammen. Die Punkte für das P übernahm man aus dem Persischen, um Fremdwörter, die ein P enthalten, wiederzugeben. In einer früheren Form der arabischen Schrift, dem Kufi (كوفى), in der es noch keine Punkte gab, wurden viele Texte fast nicht mehr lesbar, da wie gesagt nur die Konsonanten geschrieben wurden und einige davon auch nicht mehr zu unterscheiden waren. Die neuentwickelte Schrift mit den Punkten nennt man Nas-ch (نسخ).
Aussprache
In vielen islamischen Ländern gibt es Bestrebungen, sich bei der Aussprache der modernen Hochsprache einem Standard zu nähern, der dem nahe kommen soll, was als Aussprachestandard für das klassische Hocharabisch gilt. Grundlage dabei ist meistens der Aussprachestandard der Rezitation (ar. tilāwa تلاوة) des Korans, der weitgehend kodifiziert ist und in modernen Korandrucken auch durch Diakritika wiedergegeben wird. Diese Ausspracheform genießt ein hohes Prestige, wird allerdings in der Regel nur im religiösen Kontext verwendet.
Die frühere Aussprache des Hocharabischen ist nicht mit Sicherheit in allen Einzelheiten bekannt. Ein typischer Fall, wo bis heute keine völlige Klarheit über die Aussprachenormen des klassischen Hocharabisch besteht, ist die so genannte Nunation, also die Frage, ob die Kasusendungen bei den meisten unbestimmten Nomina auf n auslauten oder nicht (kitābun vs. kitāb). Für beide Varianten lassen sich Argumente finden, und da in alten Handschriften das Vokalzeichen der Endung nicht geschrieben wurde, kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, wie diese Formen ausgesprochen wurden.
Grammatik
Das Arabische kennt indeterminierte (unbestimmte) und determinierte (bestimmte) Nomina. Determiniert wird ein Nomen durch den vorangestellten Artikel al, der nach Zahl und Fall unveränderlich ist, der aber sein A verliert, wenn er auf einen anderen Vokal folgt, und sein L an nachfolgende Substantive, die mit Sonnenbuchstaben beginnen, assimiliert.
Durch ein nachfolgendes Wort im Genitiv (s.a. Status constructus) oder durch ein direkt an das Wort angeschlossenes Personalsuffix wird ein Wort ebenfalls determiniert. Eigennamen sind von Haus aus determiniert und tragen keinen Artikel, ausgenommen die meisten Ländernamen.
Indeterminierte und determinierte Nomina unterscheiden sich zusätzlich durch unterschiedliche Endungen. Attribute werden dem zugehörigen Nomen nachgestellt.
Im Arabischen gibt es zwei Geschlechter, männlich und weiblich, die meisten weiblichen Wörter enden auf ah, das bei angehängten Endungen zu at wird. Weibliche Personen (Mutter, Schwester etc.) Eigennamen von Ländern und Städten, und die Namen doppelt vorhandener Körperteile (Fuß, Hand) sind auch ohne weibliche Endung weiblich. Daneben kennt das Arabische noch ein Kollektivum.
Es gibt drei Numeri: Einzahl, Zweizahl (Dual) und Mehrzahl, und drei Fälle: Nominativ, Genitiv und Akkusativ, die fast ausschließlich durch kurze Vokal-Endungen bezeichnet werden. Diptoten sind Eigennamen oder indefinierte Substantive, welche anstatt der üblichen drei Deklinationsendungen nur deren zwei aufweisen, d.h. zwischen Genitiv und Akkusativ nicht formal unterscheiden.
Die wirkliche Komplexität der arabischen Sprache liegt in der Vielfalt ihrer Verbformen und daraus abgeleiteten Verbalsubstantive, Adjektive, Adverbien und Partizipien. Jedes arabische Verb verfügt über zwei Grundformen im Perfekt und Imperfekt, Beispiel: kataba - yaktubu: "er schrieb - er schreibt". Dazu kommt als dritte wichtige Form das Verbalsubstantiv ("das Schreiben"). Da sich die meisten Verbformen schematisch ableiten lassen, sind sie viel leichter zu erlernen, als ein Arabisch-Schüler vermuten mag. Zwar gibt es nur zwei Hauptzeiten, wobei das Perfekt eine vollendete, das Imperfekt eine unvollendete Handlung ausdrückt. Trotzdem hat das Arabische eine Vielzahl von Zeitstufen ausgebildet. Viele Verben existieren in zahlreichen, durch Umbildung der Wurzel abgeleiteten Stämmen, die jeweils bestimmte Bedeutungsaspekte haben, wie zum Beispiel Intensivierung oder reflexive Bedeutung. Jeder Stamm besitzt bestimmte Eigenschaften, z.B. ein Präfix, Verlängerung, Änderung oder Wegfall eines Vokals oder auch Verdopplung des mittleren Radikals (d.h. Wurzelkonsonanten). Die Art und Reihenfolge dieser Konsonanten ändern sich hingegen innerhalb einer Wortfamilie nie.
Eine Eigenheit der arabischen Grammatik erleichtert die mündliche Wiedergabe des Hocharabischen sehr: Am Ende eines Satzes fällt im Hocharabischen die Vokalendung meist weg. Man nennt diese Form traditionell "Pausalform". Nun werden aber die drei Fälle und auch zum Teil die Modi gerade durch diese Endungen ausgedrückt, die bei einer Sprechpause wegfallen. Deshalb benützen viele Sprecher, wenn sie modernes Hocharabisch sprechen, sehr häufig diese "Pausalform" und ersparen sich so einen Teil der manchmal komplizierten Grammatik. Da aber auch gerade diese Vokalendungen in allen Dialekten wegfallen, erleichtert dies das moderne Hocharabisch sehr. Das komplizierte System der Verbformen ist in vielen Dialekten noch weitestgehend erhalten, so dass die Dialektsprecher damit weniger Schwierigkeiten haben. Obwohl wie unten beschrieben die Bedeutung eines Wortes meist an den Konsonanten hängt, sind es gerade die kurzen Vokale, die einen großen Teil der komplizierten Grammatik ausmachen.
Arabische Wörterbücher sind häufig so angelegt, dass die einzelnen Wörter nach ihren Wurzeln, also quasi ihren "Wortfamilien", geordnet sind. Daher ist es beim Erlernen des Arabischen wichtig, die Wurzelkonsonaten eines Wortes identifizieren zu können. Der überwiegende Teil der Wörter hat drei Wurzelkonsonanten, einige auch vier. Durch das Abtrennen bestimmter Vor-, Zwischen- und Endsilben erhält man die Wurzel eines Wortes. Gerade Anfänger sollten solche nach Wurzeln geordnete Wörterbücher benutzen, da der Gebrauch "mechanisch-alphabetisch" geordneter Lexika bei geringen Grammatikkenntnissen oft dazu führt, dass eine Form nicht erkannt und falsch übersetzt wird.
Wortschatz
Die meisten arabischen Wörter bestehen aus drei Wurzelkonsonanten (Radikalen). Daraus werden dann verschiedene Wörter gebildet, beispielsweise kann man unter anderem aus den drei Radikalen K-T-B folgende Wörter und Formen bilden:
- KaTaBa : er schrieb
- yaKTuBu : er schreibt
- KiTaaB : Buch
- KuTuB : Bücher
- KaaTiB : Schreiber (Einzahl)
- KuTTaaB : Schreiber (Mehrzahl)
- KaTaBah : Schreiber (alternative Mehrzahlform)
- maKTaB : "Ort des Schreibens", d.h. Büro
- maKTaBah : Bibliothek, Buchhandlung
Die hier angegebenen Formen sind Pausalformen. Im klassischen Hocharabisch treten noch die meist nicht geschriebene Endungen -a, -i, -u, -an, -in, -un, -ta, -ti, -tu, -tan, -tin, -tun oder auch keine Endung auf. Das T in den Endungen kommt so zustande, dass man das heute stumme End-H zum T uminterpretiert, indem man ihm die Punkte von T beigibt. Das N in diesen Endungen wird auch nicht durch den Konsonanten-Buchstaben N gekennzeichnet, sondern durch die wenig gebräuchlichen Zusatzzeichen.
Der Wortschatz ist zwar extrem reich, aber oft nicht klar normiert und mit Bedeutungen aus der Vergangenheit überfrachtet. So gibt es zum Beispiel kein Wort, das dem europäischen Wort "Nation" relativ genau entspricht. Das dafür gebrauchte Wort (أمة, Umma) bedeutete ursprünglich und im religiösen Kontext bis heute "Gemeinschaft der Gläubigen (Muslime); oder z.B. "Nationalität" (جنسية, dschinsiyya) eigentlich "Geschlechtszugehörigkeit" im Sinne von "Sippenzugehörigkeit", "Geschlechtsleben" z.B. heißt (حياة الجنسية, Hayāt al-dschinsiyya) wobei Hayāt "Leben" heißt. Das Wort für "Nationalismus" (قومية, Qaumiyya) bezieht sich ursprünglich auf die Rivalität vom (Nomaden)-"Stämmen" und kommt von Qaum ursprünglich und bis heute oft noch "Stamm" im Sinne von "Nomandenstamm". So überlagern sich oft in einem Wort sehr alte und sehr moderne Konzepte, ohne dass das eine über das andere obsiegen würde. "Umma" z.B. gewinnt wieder mehr seine alte religiöse Bedeutung zurück. Es gibt zahlreiche alte Lehnwörter aus dem Aramäischen und Griechischen und viele neuere aus dem Englischen und Französischen, die aber oft wie Fremdkörper im Arabischen wirken. Andererseits hat jede Sprache eine Anzahl von Lehnwörtern aus anderen Sprachen. So sind ca. 10% der spanischen Wörter arabischen Ursprungs. Vgl.:Arabischer Einfluss in der spanischen Sprache
Die zehn häufigsten Wörter des Arabischen
Die drei häufigsten Wörter des Arabischen werden im arabischen mit dem nächsten Wort verbunden geschrieben (in der Umschrift mit Bindestrich abgetrennt); es sind "al" der/die/das, "wa" und sowie "bi" in/mittels ال و ب
# في fi (in)
# من min (von, aus)
# على ala (auf, über, an, bei)
# أن anna (dass)
# إن inna (gewiss, wahrlich auch Verstärkungspartikel)
# إلى ila (zu, nach, bis, bis zu)
# كان kana (sein [Verb])
# هذا، هذه hadha, hadhihi (das, diese[r, s])
# أن an (dass)
# الذي der (Relativpronomen)
Sprachprobe
Die erste Zeile zeigt die Originalschreibweise, die zweite ist eine buchstabengetreue Umschrift, die dritte Zeile gibt die Lautgestalt im modernen Hocharabischen an, wobei die eingeklammerten Kurzvokale wegfallen, weil man oft Pausalformen gebraucht, die letzte Zeile ist eine recht wörtliche Übersetzung. Das End-N in ahlan und sahlan ist eine erstarrte klassische Endung, bei der das N nie geschrieben wird. Siehe auch: Salam, Traditionelle afrikanische Begrüßungsformen
Erster Sprecher:
!صباح الخير
S-B-alif-H alif-L-CH-Y-R!
sabaah(u) l-chair(i)!
Morgen der Güte!
Guten Morgen!
Zweiter Sprecher:
?صباح النور, يا أخي! كيف حالك
S-B-alif-H alif-L-N-W-R, Y-alif alif-CH-Y! K-Y-F H-alif-L-K
sabaah(u) n-nuur(i), ya achi! kaif(a) haaluk(a)?
Morgen des Lichts, o mein Bruder! Wie ist dein Zustand?
Guten Morgen, mein Freund, wie geht es dir?
Erster Sprecher:
!بخير, الحمد لله
B-CH-Y-R alif-L-H-M-D L-L-H
bi-chair(in), al-hamdu lillah(i)!
Mit Güte, Lob sei Gott!
Gut, Gott sei Dank!
Zweiter Sprecher:
?الحمد لله! وأنت, كيف حالك
alif-L-H-M-D L-L-H! W-alif-N-T, K-Y-F H-alif-L-K?
al-hamdu lillah(i)! wa anta, kaif(a) haaluk(a)?
Lob sei Gott! Und du, wie ist dein Zustand?
Gott sei's gedankt! Und wie geht's dir?
Erster Sprecher:
!الحمد لله جيد
alif-L-H-M-D L-L-H, DSCH-Y-D!
al-hamdu lillah(i), dschayyid(un)!
Lob sei Gott, gut!
Gott sei Dank, gut!
Zweiter Sprecher:
!أهلا وسهلا بك
alif-H-L-alif W-S-H-L-alif B-K!
ahlan wa-sahlan bik(a)!
etwa: Sei willkommen!
Erster Sprecher:
.أهلا بكم
alif-H-L-alif B-K-M.
ahlan bikum.
etwa: Ich fühle mich (bei dir) willkommen.
Dieses Beispiel zeigt eine typische Begrüßung auf Hocharabisch, wie sie zwischen etwa gleichaltrigen jüngeren, nicht zu sehr vertrauten Männern stattfinden würde.
Der eine grüßt den anderen, dieser grüßt zurück, woraufhin der erste den anderen einlädt, einzutreten und der andere sich dafür bedankt.
Dieses Beispiel müsste jeweils mehr oder minder von der Lautgestalt her in den Dialekt übertragen werden. Was Grammatik und Wortschatz angeht, ist der Unterschied zu den Dialekten hier eher gering, da es sich in diesem Beispiel fast nur um alte feststehende Redewendungen handelt.
Verwandte Artikel
- Arabische Dialekte
- Arabische Schrift
- Arabisches Alphabet
- Arabische Literatur
- Arabischer Name
- Liste deutscher Wörter aus dem Arabischen
Literatur
- Borg, Tawfik: Modernes Hocharabisch. Konversationskurs. 5. Auflage. Hamburg 2004. ISBN 3921598230 - Konversationsbezogenes Lehrwerk, das z. T. jedoch ägyptisches statt hocharabischen Vokabulars verwendet.
- Harder, Ernst; Schimmel, Annemarie: Arabische Sprachlehre. Heidelberg 1997 ISBN 3872760017 - Knappe Einführung in die arabische Sprache und Grammatik.
- Krahl, Günther; Reuschel, Wolfgang; Schulz, Eckehard: Lehrbuch des modernen Arabisch. 5. Auflage. Berlin, München 2002. ISBN 3324006139 - Ein umfangreiches und akademisch geprägtes Standardwerk, Lehrbuch an vielen deutschsprachigen Universitäten.
- Mace, John: Arabic Grammar. A Revision Guide. Edinburgh 1998. ISBN 0748610790 - Übersichtliche, auf das Arabisch der Gegenwart bezogene Grammatik.
- Schregle, Götz: Deutsch-Arabisches Wörterbuch. Wiesbaden 1977. ISBN 344701623X - Gilt als das Standardwörterbuch Deutsch - Arabisch.
- Wehr, Hans: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Arabisch-Deutsch. 5. Auflage. Wiesbaden 1985. ISBN 3447019980 - Das Standardwörterbuch der arabischen Gegenwartssprache, nach Wurzeln geordnet.
Weblinks
- [http://www.lessan.org/ Deutsch-Arabisches Online-Wörterbuch]
- [http://www.nicoweb.com/sirpus/ Arabische Schrift und Spache auf MP3]. Arabische Schrift und Spache auf MP3. Neu.
- [http://www.arabmed.de/deutsch/magazin/022002/S50-51.pdf So viel Arabisch steckt im Deutsch]
- [http://www.nicole.ksc.ch/kurs/ksc_abschlussarbeit/arabisch_dt.shtml Arabisch in der deutschen Sprache]
- [http://www.ex-oriente-lux.de/arabischeserbe2.htm Deutsche Wörter arabischen Ursprungs]
- [http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/personal/lehmann/CL_Lehr/Spr_Welt/SW_Arab.html Informative Seite über Arabisch der Universität Erfurt]
- [http://www.arabia-institut.de/download/ Nützliche PDF-Dokumente zum Arabischlernen]
- [http://www.schriften-lernen.de/Schrift/Arab/Arab1.htm Einführung in die arabische Schrift]
- [http://lexicons.ajeeb.com/ Arabische Standard-Wörterbücher المعاجم العربية online auf einer Seite]
- [http://www.chj.de/ Arabische Schrift und Sprache]
- [http://www.muftah-alhuruf.com Muftah-Alhuruf.com]: Schreibt und schickt arabische E-Mails ohne eine arabische Tastatur oder Betriebssystem zu haben.
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:arabische Sprache
Kategorie:Orientalistik
Kategorie:Afrikanische Sprache
ja:アラビア語
ko:아랍어
ms:Bahasa Arab
simple:Arabic language
th:ภาษาอาหรับ
NordafrikaAls Nordafrika bezeichnet man das Gebiet des afrikanischen Kontinents Afrika, das nördlich der Wüste Sahara liegt. Es umfasst die Maghrebstaaten und Ägypten und manchen Definitionen zufolge auch den Sudan. Die Sprache ist arabisch und die Bevölkerungsmehrheit hellhäutig.
Kontakte zwischen Nord- und Schwarzafrika beschränkten sich, auf Grund der Schwierigkeiten, die Wüste zu durchqueren, fast ausschließlich auf den Handel entlang der Ost- und Westküste des Kontinents und das Befahren des Nils. Dies blieb bis nach der arabischen Expansion und der Ausbreitung des Islam der Fall.
Obwohl die nordafrikanische Kultur wie auch seine Einwohner sowohl afrikanische als auch mittelöstliche Wurzeln hat, sind die meisten Nordafrikaner entweder arabisch oder berberisch sprechende Moslems (und nur im Falle der Kopten, Christen).
Manche nordafrikanische Länder, vor allem Ägypten und Libyen, werden politisch oft zum Nahen Ostens gezählt, wegen der intensiven Kontakte mit diesem. Zudem gehört die Sinai-Halbinsel (Teil Ägyptens) zu Asien und ist unumstrittener Teil des Nahen Ostens.
Sinai-Halbinsel
Staaten Nordafrikas
- Ägypten (Hauptstadt Kairo)
- Algerien (Hauptstadt Algier)
- Libyen (Hauptstadt Tripolis)
- Marokko (Hauptstadt Rabat)
- Sudan (Hauptstadt Khartum)
- Tunesien (Hauptstadt Tunis)
- Demokratisch-arabische Republik Sahara (DARS) (ehem. Westsahara) (Hauptstadt El Aaiun, unter marokkanischer Verwaltung)
Manchmal werden Äthiopien, Eritrea und Mauretanien ebenfalls als Teil dieser Region angesehen. Gewöhnlich sind aber Eritrea und Äthiopien ostafrikanische und Mauretanien ein westafrikanischer Staat.
Geschichte
Vorgeschichte
Epipaläolitische Fundstellen sind in Nordafrika selten, viele wurden vermutlich durch den steigenden Meeresspiegel vernichtet. In der Höhle von Haua Fteah (Libyen, Kyrenaika) fanden sich die Reste von wilden Schafen, Auerochsen und Gazellen. Schafknochen stammen auch aus der Höhle von Hagfet ed-Dabba.
Aus Fundorten im Maghreb stammen Mahlsteine und Klingen mit Sichelglanz.
Aus der Zeit des klimatischen Optimums im frühen Holozän stammen mesolithische Fundstellen mit Knochenharpunen, Mikrolithen und Mahlsteinen. Fische, Muscheln und Schnecken, Krokodile, Süßwasserschildkröten und Flusspferde wurden zur Ernährung genutzt, Knochen von Antilopen und Wildrindern zeigen, dass man auch in der Savanne jagte. In der Sahara wurden wilde Gräser wie Hirse gesammelt, in Nordafrika auch Früchte und Wurzelknollen. Keramik tritt hier sehr früh auf und ist nicht an eine voll-neolithische Wirtschaftsweise gebunden.
Fundstellen im östlichen Hoggar in Libyen belegen die Jagd vor allem auf Wildschafe. Ab dem 7. Jahrtausend sind Strukturen wie Pferche und Windschirme belegt, zum Beispiel aus der Höhle von Uan Afuda. Hier fand sich auch mit Wellenlinien verzierte Keramik. Schafkoprolithen mit zerquetschen Samen belegen eine absichtliche Fütterung und daher wohl auch Stallhaltung morphologisch wilder Schafe. Auch wilde Hirse (Panicum und Setaria) wurde nachgewiesen.
Aus dem 5. Jahrtausend sind eindeutige Belege domestizierter Rinder bekannt (Ti-n-Torha, Uan Muhuggiag, Aures, Amekni und Meniet in Algerien, Adrar Bous und Arlit im Niger), daneben wurde auch noch gejagt und Gräser und Wurzelknollen gesammelt. Auch Felsbilder stellen solche domestizierten Tiere dar. Sie stammen vor allem aus dem mittleren Holozän, als die Viehzucht immer bedeutender wurde.
Felsbilder in der Sahara zeigen teilweise Menschen mit schwarzer Hautfarbe. Ob es sich dabei um die "Urbevölkerung" der Sahara handelt, ist unklar.
J. D. Clark (1962, 1964) brachte den Anfang des Ackerbaus in Nordafrika mit einer Einwanderung relativ weniger Menschen aus dem Vorderen Orient über das dem Niltal ca. 4000 v. Chr. in Verbindung. Die Ausbreitung ins Sahel, ausgelöst durch zunehmende Austrocknung, setzt er um 2000 v. Chr. an.
Aus Marokko sind Funde der neolithischen Cardial-Kultur bekannt, die auch an den Küsten Italiens, Frankreichs und Spaniens gefunden wurde.
Intensiver Ackerbau ist erst seit dem ersten Jahrtausend bekannt, als in den Oasen des südwestlichen Libyens eine dichtere Besiedlung nachzuweisen ist, und Ackerbau mit unterirdischen Bewässerungskanälen (foggara) betrieben wurde. Dies ist vermutlich mit den Garamanten zu verbinden, die aus den Werken des griechischen Schriftstellers Herodot bekannt sind.
Historische Überlieferungen
Die uns geläufige Geschichte Nordafrikas fängt sicherlich mit der Geschichte des Alten Ägyptens an, ist verbunden mit der Geschichte Karthagos und setzt sich fort mit den Eroberungen durch das Römische Reich. Anschließend ließe sich noch etwas über die Wandalen und einige andere Völker berichten, die im Zuge der Völkerwanderung über die Straße von Gibraltar bis nach Nordafrika vorgedrungen und auch hier geblieben waren.
Mittelalter
Nach 632, dem Tod Mohammeds, geriet Nordafrika sehr schnell unter islamischen Einfluss.
Neuzeit
In der frühen Neuzeit kam der Großteil des Gebietes, mit Ausnahme von Marokko und dem Innern der Sahara unter die lockere Kontrolle des Osmanischen Reichs. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde es von Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien besetzt.
Klimaentwicklung
Das Pleniglazial um 18.000 BP war in Nordafrika durch extrem trockene Bedingungen gekennzeichnet. Man geht davon aus, dass die mittlere Temperatur bis zu 9° niedriger war als heute. Die Sahara erstreckte sich 500 km weiter südlich als heute. Das Innere der Wüste wurde unbewohnbar, und die dort ansässigen Jäger und Sammler zogen in feuchtere Gegenden, wie dem Niltal.
Am Übergang zum Holozän wanderte der Monsun-Gürtel rasch nach Norden. Dadurch wurde das Klima in Nordafrika plötzlich deutlich feuchter, und zwar feuchter als heute. Schätzungen liegen zwischen 5 und 15x feuchter als heute. Die Seespiegel waren deutlich höher als im Moment.
Im mittleren Holozän wurde das Klima zunehmend trockener, obwohl es auch einige feuchtere Klimaperioden gab.
Siehe auch:
- Afrika, Maghreb, Capsien
Quellen
- Graeme Barker, Transitions to farming and pastoralism in North Africa. In: Peter Bellwood/Colin Renfrew, Examining the farming/language dispersal hypothesis (Cambridge 2002) 151-160.
- J. D. Clark, The spread of food production in Sub-Saharan Africa. Journal of African History 3, 1962, 211-228.
- S. di Lernia/G. Manzi (Hrsg.), Before food production in North Africa (Forlí 1998).
Literatur
S. Faath (Hrsg.): Demokratie und Menschenrechte in Nordafrika. Hamburg (1992)
Kategorie:Nordafrika
ja:北アフリカ
ko:북아프리카
Tunesien
Tunesien ist ein Staat in Nordafrika, der an das Mittelmeer, Algerien und Libyen grenzt.
Geographie
Libyen
Hauptartikel: Geographie Tunesiens
Tunesien ist das nördlichste Land Afrikas, nur 140 Kilometer von Sizilien entfernt, und erstreckt sich zwischen dem Mittelmeer und der Sahara, zwischen 37° 20’ und 30° 10’ nördlicher Breite sowie zwischen 7° 30’ und 12° östlicher Länge. Es ist Bestandteil des Maghreb und mit einer Größe von 163.610 km² weniger als halb so groß wie Deutschland. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung zwischen Cap Blanc und der Grenzstation Bordj el Khadra beträgt rund 897 km, die größte Ost-West-Ausdehnung zwischen der Insel Djerba und Nefta etwa 330 km.
Tunesien hat eine ungefähr 1.300 km lange Küstenlinie am Mittelmeer.
Der Nordwesten Tunesiens wird vom Tell-Atlas bestimmt. Parallel zur Nordküste verlaufen von der algerischen Grenze bis zur Bucht von Bizerte die Gebirgszüge der Kroumirie. Daran schließt sich nordöstlich das Mogod-Bergland an, welches im Cap Blanc ins Meer abbricht. Sie sind mit ihrer Höhe von 700-800 m (Kroumirie) und 300-400 m (Mogod) mit bewaldeten Mittelgebirgen vergleichbar. Auf der dem Wind abgewandten Seite des Gebirges schließt sich das Talbecken des Medjerda an, dessen Unterlauf zur wichtigsten Agrarzone des Landes gehört.
Die Bergrücken der Dorsale verlaufen von Nordost (Cap Bon) nach Südwest (Djebel Chambi, 1.544 m) in einer Länge von 220 km und bilden die Klimascheide zwischen dem mediterranen Norden und dem trockenen Steppenklima Mitteltunesiens.
Östlich der Dorsale entlang der Mittelmeerküste zwischen Hammamet und Skhira, Sousse und Sfax umschließend, liegt der Sahel (arab. für Ufer) genannte Küstenstreifen, der durch regenbringende Ostwinde sehr fruchtbar ist und unter anderem große Olivenbaumkulturen ermöglicht. Diese Kulturlandschaft wird seit der Antike intensiv genutzt.
Südlich der Dorsale schließt sich die Schottsenke (Chott el Djerid, Salzsee) an, die noch weiter südlich in die Wüste Sahara mit dem Großen Östlichen Erg übergeht.
Entlang des Mittelmeeres, etwa von Gafsa im Westen bis zur libyschen Grenze erstreckt sich die Djeffara-Ebene, welche durch das bis zu 600 m hohe Dahar-Bergland vom Erg getrennt ist.
Klima, Flora und Fauna
Dahar
In Tunesien stoßen mediterranes und arides Klima aufeinander. Die Niederschläge nehmen von Nord nach Süd ab und von West nach Ost leicht zu. Es lassen sich unterscheiden:
- der winterfeucht-sommertrockene Norden
- die vom wechselhaften Klima bestimmte zentraltunesische Steppenregion mit heißen Sommern, kalten Wintern und abnehmenden Niederschlägen
- die vom Meer beeinflusste Mittelmeerküste mit ausgeglichenerem Klima
- das Wüstenklima südlich der Schotts
Niederschläge fallen fast nur in den Wintermonaten und werden meistens von Tiefausläufern des weiter nördlich gelegenen Westwinddrifts herangeführt. Im Sommer liegt das gesamte Land im Bereich der subtropischen Hochdruckzone, welche die Tiefdruckgebiete der Westwinddrift um das Mittelmeer herumleitet.
Jedoch kann es in Ausnahmefällen auch im Sommer zu heftigen Regenfällen kommen, die vorher ausgetrocknete Oueds (Wadi) in reißende Ströme verwandeln.
Mit zunehmender Entfernung vom Mittelmeer weicht sein ausgleichender Einfluss einem kontinentalen Klima. Die extremsten Unterschiede werden in der Sahara mit sommerlichen Temperaturen von 50° C und Bodenfrösten im Winter erreicht.
Unerträgliche Hitze kann der in Tunesien Chehili genannte Saharawind Scirocco bringen.
Während im Norden die jährliche Niederschlagsmenge noch über 400 mm liegt und damit für einen erfolgreichen Regenfeldbau ausreicht, ist im Süden die Verdunstung stärker als die Niederschlagsmenge.
Bevölkerung
Der Islam ist in Tunesien Staatsreligion, etwa 98 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime.
Die größte ethnische Minderheit stellen die Berber dar, deren Anteil jedoch nur mit 0,97 % angegeben wird, da die Berber weitestgehend als arabisiert und angepasst gelten.
Es existieren kleine Minderheiten von Europäern im Norden des Landes, vor allem in der Umgebung von Tunis. In den letzten Jahren kamen weitere
Einwanderer aus Afrika, die sich überwiegend im Süden des Landes ansiedelten und dort größtenteils in der Landwirtschaft arbeiten.
Die wenigen Christen sind meist europäischer Abstammung. Auf Djerba leben noch einige muslimische Kharidjiten sowie knapp 1.000 Juden.
Auf der Halbinsel Djerba steht seit wahrscheinlich über 1.000 Jahren die Synagoge "La Ghriba". "La Ghriba" heißt übersetzt so viel wie "Die Bizarre". Der Legende nach ist sie eine der ältesten Synagogen des Judentums. Jedes Jahr, am 33. Tag nach dem Pessach-Fest (zeitgleich mit dem westkirchlichen Ostertermin), findet hier die größte jüdische Wallfahrt Nordafrikas statt. Zu dieser Wallfahrt werden Gläubige aus der ganzen Welt erwartet.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Tunesiens
Tunesien wurde im 1. Jahrtausend v. Chr. von Berbern bewohnt, bevor die Phönizier Handelskolonien an der Küste gründeten. Zur bedeutendsten Kolonie stieg bald Karthago auf, das im 5. Jahrhundert v. Chr. das westliche Mittelmeer beherrschte. In den Punischen Kriegen wurde es aber von Rom besiegt und zerstört. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches wurde Tunesien Teil des Vandalenreichs, das aber im 6. Jahrhundert von Byzanz erobert wurde.
Nach der Unterwerfung des Landes durch die Muslime im 7. Jahrhundert wurde Ifriqiya, das heutige Tunesien, Reichszentrum der Aghlabiden, Fatimiden und Hafsiden.
Während des 16. Jahrhunderts versuchte Spanien die Herrschaft über Tunesien zu erringen, wurde aber von den Osmanen und den mit ihnen verbündeten Korsaren vertrieben. Unter der osmanischen Oberherrschaft kamen 1705 die Husainiden an die Macht. Auch wenn diese wieder politische Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung ermöglichten, wurde Tunesien 1881 dennoch ein Protektorat Frankreichs. Nachdem das Land während des Zweiten Weltkrieges Schauplatz heftiger Kämpfe geworden war, erlangte es 1956 seine Unabhängigkeit und wurde am 25. Juli 1957 zur Republik erklärt. (siehe auch die Liste der französischen Ministerresidenten, Generalresidenten und Hochkommissare)
Tunesien ist heute neben dem Libanon eines der am stärksten westlich geprägten arabischen Länder.
Staatsgründer Habib Bourguiba wurde von den Franzosen nach jahrelanger Haft entlassen und führte das Land 1956 in die offizielle Unabhängigkeit. Nach dem Zwischenfall von Bizerte zogen 1961 auch die letzten französischen Truppen ab und Tunesien wurde in die Selbstverwaltung entlassen.
Habib Bourguiba entpuppte sich als westlich geprägter Visionär und führte mit der Staatsgründung sogleich das Frauenwahlrecht ein – als erstes arabisches Land überhaupt. Er forderte eine strikte Trennung zwischen Staat und Religion, trennte die Gesetzgebung weitestgehend von der Scharia ab und übernahm bewusst große Teile der französischen Staats- und Verwaltungsstrukturen. So ist erst seit wenigen Jahren das Arabische die Hauptsprache bei allen Verwaltungsangelegenheiten – neben der französischen Sprache. Sowohl unter Bourguiba als auch unter Ben Ali wurden mehrere Programme erwirkt, um die Beschäftigungsquote bei Frauen auf europäisches Niveau zu steigern (derzeit: 33 %), um die gesellschaftliche Gleichstellung stärker voranzutreiben.
Das Land schloss zudem mit der Europäischen Union ein Assoziationsabkommen ab, das 2008 in Kraft treten wird und eine Sicherung von Grundrechten für die gesamte Bevölkerung voraussetzt.
Politik
Tunesien ist eine Republik, die durch eine einzige politische Partei beherrscht wird.
Die einzige an der Regierung beteiligte Partei war 25 Jahre lang auch die einzige zugelassene Partei. Sie beherrscht noch heute das politische Leben.
Der Präsident wird auf fünf Jahre gewählt. Regionale Gouverneure und lokale Verwalter werden ebenfalls durch die Zentralregierung ernannt; beratende Bürgermeister und städtische Räte werden gewählt.
Die Justizgewalt ist unabhängig, reagiert aber auf Empfehlungen der Exekutive, besonders in politischen Fällen.
Tunesien verfügt nur über ein schwaches Militärwesen, das überwiegend mit der Überwachung der Grenzen des Landes betraut ist. Als Absicherung des Landes gilt ein Abkommen mit Frankreich, Tunesien in einem Angriffsfall zu verteidigen. Diese Verfahrensweise entstand aus der Einschätzung, dass Tunesiens Hauptbedrohung im Inland liegt.
Tunesien verfügt über ein sehr gut ausgebautes Netz aus regionalen Polizeibehörden, Bundespolizeibehörden und polizeilichen Sondereinheiten, die direkt dem Innenministerium unterstellt sind.
Tunesiens offene, europäisch orientierte Politik und die auf Tourismus fixierte Wirtschaft sind vielen Islamisten ein Dorn im Auge und bereits Ziel von mindestens einem islamistischen Anschlag gewesen.
Es gibt verschiedene beratende Körperschaften: Staatsrat, Sozial- und Wirtschaftsrat, Konstitutionsrat und den höheren islamischen Rat.
Menschenrechte
Die Meinungsfreiheit in Tunesien gilt als eingeschränkt. Am Fall von Zouhair Yahyaoui wird deutlich, dass bereits Kritik am Präsidenten im Internet zu langen Haftstrafen führen kann. Tunesien hat ein ausgereiftes System für Internetzensur aufgebaut.
Gouvernorate
Tunesien ist in 24 Gouvernorate gegliedert, deren geographische Größe ihrer Einwohnerzahl angepasst ist:
Mitgliedschaft Tunesiens in internationalen Organisationen
Wirtschaft
Tunesien ist ein Schwellenland mit einer Spitzenposition in Afrika und im Maghreb. Durch das Assoziationsabkommen mit der EU will Tunesien in den Kreis der Industrienationen aufsteigen.
Tunesien ist ein beliebtes Ziel für europäische Touristen, welche in den Küstenorten wie Hammamet, Sousse und Port El-Kantaoui Erholung suchen, die Wüste Sahara im Süden erkunden wollen oder archäologische Fundstellen wie Karthago, nicht weit von der im Norden des Landes gelegenen Hauptstadt Tunis, besichtigen wollen.
Tunesiens Hauptdevisenbringer sind die verarbeitende Industrie und der Fremdenverkehr (jährlich rund 4 Mio. Auslandsgäste). Letzterer konzentriert sich vor allem auf die Küstenregionen. Bedeutende Touristenorte sind die Regionen um den Golf von Hammamet (Hammamet, Nabeul, Sousse, Port El Kantaoui und Monastir) sowie die Insel Djerba.
Etwa 50 % der Landesfläche werden für intensive Landwirtschaft genutzt.
Im fruchtbaren Norden wird vor allem Obst, Gemüse und Getreide angebaut, in Zentraltunesien Datteln und Oliven. Bedeutend ist auch der Weinbau. Tunesien ist außerdem reich an Bodenschätzen wie Erdöl und Phosphaten, die ebenfalls exportiert werden.
Der Süden des Landes mündet in die Wüste Sahara und ist deshalb nach Süden immer weniger bewohnt und wirtschaftlich nutzbar.
Kultur
Tunesien ist bekannt für die große Zahl der erhaltenen römischen Mosaiken. Die bedeutendsten archäologischen Fundstücke werden im Museum Le Bardo aufbewahrt.
In Tunesien befindet sich El Jem, das besterhaltenste römische Amphitheater. Es hat ein Fassungsvermögen von 45.000 Zuschauern und wird noch heute für Konzerte genutzt.
Da Tunesien über die Jahrhunderte mehrere Einwanderungswellen aus Arabien, Spanien, Frankreich, Türkei, Westafrika, den Berber-Reichen und sogar aus Skandinavien erlebte, unterscheiden sich die Tunesier in ihrem Aussehen und Kulturleben etwas von anderen arabischen Kulturnationen, wie z. B. Saudi-Arabien, Jemen oder Libyen.
Dies äußert sich im Stadtbild (z. B. Place de Barcelone in Tunis oder besonders das andalusische Viertel Sidi Bou Said, Straßenbeschilderungen und Geschäftsschilder sind meistens auf französisch), in der Töpferei- und Keramikkunst (z. B. in Nabeul), zahlreichen Bauten verschiedenster Epochen (z. B. das Fort im Golf von Hammamet), der tunesischen Küche (z. B. Baguette, Frommage, Croissant sowie einigen Berbergerichten und dem beliebten "Makkarona" aus Italien).
Musik
Tunesien ist vor allem bekannt für die Musikrichtung des Malouf, welche andalusische Flüchtlinge nach der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert mitbrachten.
Malouf wird von kleinen Orchestern gespielt, bestehend aus Violine, Trommel, Sitar und Laute (Oud). Modernes Malouf hat einige Elemente der Berber-Musik im Rhythmus.
Baron Erlanger ist eine wichtige Figur der modernen tunesischen Musik. Er sammelte die Regeln und Geschichte des Malouf, welches 6 Bände füllte, und gründete eine Rachida, ein wichtiges Konservatorium, welches heute noch genutzt wird.
Zu den Künstlern des 20. Jahrhunderts zählen Anouar Brahem, ein Oud-Spieler; El Azifet, ein seltenes reines Frauen-Orchester; Khemais Tarnane; Raoul Journou; Saliha; Saleh Mehdi; Ali Riahi; Hedi Jouini sowie Fethia Khairi.
Bekannte Musikinstrumente sind u. a. die Darbouka (Trommel), welche man in Tunesien eigentlich in jedem Haushalt findet.
Kunsthandwerk
Teppiche, Webereien, Trachten, Lederverarbeitung, Holzverarbeitung, Metallverarbeitung (Schmieden,Kupfer), Schmuck, Korallen, Silber, Keramik, Töpferei, Glas, Mosaiken, Korbwaren aus Halfagras etc.
- [http://www.artisanat.nat.tn Offizielle Seite des Tunesischen Kunsthandwerks]
Sport
Tunesien ist besonders bekannt für:
- Fußball (Sieger im Afrika-Cup 2004, WM-Teilnehmer 2006, Zoubaier Baya)
- Handball (Austragungsort der WM 2005)
- Die Tunesien-Rallye "21. El Chott" vom 29.10-12.11.2005 [http://www.offroad-pro.de Veranstalter ]
- Im Sommer findet in der Nähe von Hammamet auch immer ein Schnellboot-Rennen statt.
Feiertage
Weitere Themen
- Portal:Tunesien
- Liste der Städte in Tunesien
Weblinks
- [http://museums.ncl.ac.uk/roman_africa/ELJEM.HTM El jem ]
- [http://www.datenreise.de/de/censorship/tunesien.php Internetzensur in Tunesien]
- [http://www.ministeres.tn Tunesische Regierung (frz)]
- [http://www.carthage.tn Tunesischer Präsident (frz)]
- [http://www.tunisiaonline.com/ Tunesien online (englisch)]
- [http://www.fremdenverkehrsamttunesien.de Fremdenverkehrsamt]
- [http://www.ins.nat.tn/ Tunesisches Institut für Statistik]
- [http://wikitravel.org/de/artikel/Tunesien Reiseführer Tunesien (Wikitravel)]
Kategorie:Staat
Kategorie:Mittelmeer
ja:チュニジア
ko:튀니지
ms:Tunisia
simple:Tunisia
th:ประเทศตูนิเซีย
zh-min-nan:Tunisia
Marokko---Sidenote START---
Das Königreich Marokko (المملكة المغربية ) ist ein Staat in Nordwest-Afrika.
Es grenzt an Algerien, Mauretanien, die beiden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla, den Atlantik und das Mittelmeer.
Marokkos Südgrenze bleibt jedoch wegen des Westsaharakonfliktes bis zum Abhalten eines UNO-Referendums über die zukünftige Zugehörigkeit der Westsahara international umstritten.
Landesname
Während sich das Land in der eigenen offiziellen Staatsbezeichnung "al-Mamlakah al-Maghribiyah" anspruchsvoll und eher allgemein als "Maghrebinisches Königreich" bezeichnet (bis in die 1960er übrigens "Scherifisches Maghrebinisches Königreich") hat sich international die europäische Ableitung des Namens der ehemaligen Hauptstadt Marrakesch für das gesamte Königreich Marokko durchgesetzt.
Geographie
Die wichtigsten Städte sind (Stand Volkszählung 2. September 2004):
# Casablanca: 2.933.684 Einwohner
# Rabat: 1.622.860 Einwohner
# Fès: 946.815 Einwohner
# Marrakesch: 823.154 Einwohner
# Agadir: 678.596 Einwohner
Siehe auch: Liste der Städte in Marokko
Bevölkerung
Rund 60% (Januar 2005) der Bevölkerung leben in Städten. Nordmarokko mit der alten Metropole Fes sind eher arabisch, Südmarokko und dessen Metropole Marrakesch eher berberisch geprägt.
Sprache
Die landesweite Amtssprache ist Arabisch. Von Marokkanern berberischer Abstammung werden auch diverse Berbersprachen (Tachelhit, Tamazight, Ghomara, Tarifit, Senhaja de Srair, und ehemals auch Judeo-Berberisch) gesprochen. Französisch wird im gesamten Land als Geschäfts- und Bildungssprache benutzt, verliert aber langsam an Bedeutung bei der Bevölkerung. Im Norden Marokkos wird zusätzlich Spanisch gebraucht (aber auch andere westliche Sprachen). Im Süden ist Französisch sehr angebracht um sich zu verständigen. Englisch ist kaum verbreitet.
Religion
98% der Bevölkerung sind Muslime, 1,4% Christen und 0,6% Juden. Der Islam in Marokko ist durchaus liberaler als in anderen arabischen Staaten, was vermutlich mit der engen Bindung an Europa zusammenhängt. Nicht mehr alle Frauen tragen ein Kopftuch oder Schleier. Besonders in den Städten kleiden sich immer mehr Frauen nach europäischen Vorbild betont modisch. Auch alleine Ausgehen ist für Frauen zumindest in den Städten kein Problem mehr.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Marokkos
Marokko wurde seit Beginn der historischen Überlieferung von Berberstämmen bewohnt, die im 3. Jahrhundert v. Chr. das Königreich Mauretanien bildeten. Nach der römischen Herrschaft mussten sich die Berber am Ende des 7. Jahrhunderts den Muslimen unterwerfen. Schnell wurde der Islam von den Berbern übernommen, doch kam es wegen Diskriminierungen durch die arabischen Muslime bald zu Aufständen. Diese führten schon im 8. Jahrhundert zur Bildung eigenständiger Reiche. Die bedeutendsten Dynastien im Mittelalter waren die Almoraviden, die Almohaden und Meriniden. Den Almoraviden gelang im 12. Jahrhundert sogar die erstmalige Vereinigung des Maghreb unter dem Einschluss von Andalusien. Die folgenden Dynastien blieben in ihrer Herrschaft weitgehend auf Marokko beschränkt. Seit dem 15. Jahrhundert war die Berberbevölkerung auch weitgehend arabisiert. Mit den Alawiden kam im 17. Jahrhundert die bis heute in Marokko regierende Dynastie an die Macht. Sie konnte die Unabhängigkeit des Landes gegenüber den europäischen Kolonialmächten lange behaupten und musste erst 1912 das französische Protektorat anerkennen. Doch schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg war Frankreich gezwungen, Marokko in die Unabhängigkeit zu entlassen (1956). Im selben Jahr gab auch Spanien sein 1912 besetztes an der marokkanischen Mittelmeerküste gelegenes Protektorat Spanisch-Marokko zurück.
1976 annektierte Marokko nach dem Grünen Marsch von 1975, an dem über 350.000 unbewaffnete marokkanische Zivilisten teilnahmen, die benachbarte Westsahara, die bisher als Kolonie von Spanien verwaltet wurde und vorher unter weitgehendem marokkanischem und (gebietsweise) mauretinischem Einfluss stand. Der damalige König Marokkos, Hassan II., bat den internationalen Gerichtshof in Den Haag um ein Urteil, das die historische Zugehörigkeit der Westsahara zu Marokko belegen sollte. Der internationale Gerichtshof in Den Haag sprach Marokko jedoch sämtliche Besitzansprüche auf die besetzten Gebiete ab, worauf Marokko das Urteil schlicht ignorierte. Die UNO forderte Marokko auf, in einer Volksabstimmung die verbliebene und die vertriebene Bevölkerung der Westsahara über Freiheit oder Zugehörigkeit zu Marokko entscheiden zu lassen. Hassan II. stimmte diesem Vorgehen zu, die Abstimmung hat jedoch bis heute nicht stattgefunden. Indes betreibt Marokko eine umfassende Besiedlungspolitik in der Sahara, wohl um den marokkanischen Bevölkerungsanteil bis zur Abstimmung groß genug werden zu lassen. Ein Teil der saharouischen Bevölkerung lebt in Flüchtlingslagern in der algerischen Sahara. Wegen der Aufnahme der Arabischen Demokratischen Republik Sahara in die Afrikanische Union (AU) hat Marokko als einziger afrikanischer Staat es vorgezogen, nicht Mitglied der AU zu sein.
Siehe auch: Westsaharakonflikt, Liste der Könige Marokkos, Liste der französischen Generalresidenten für Marokko, Liste der Premierminister von Marokko.
Politik
Marokko ist eine konstitutionelle Monarchie, deren derzeitiges Staatsoberhaupt, seit dem 23. Juli 1999, König Mohammed VI. ist. König Mohammed VI. gehört der Dynastie der Alawiden an, die seit über drei Jahrhunderten über Marokko herrscht. Er ist nicht nur weltliches, sondern als Führer der Gläubigen auch geistiges Oberhaupt der marokkanischen Bevölkerung. Der König ernennt nicht nur den Premierminister, der in der Regel von der stärksten politischen Partei des Parlamentes vorgeschlagen wird, sondern auch das gesamte Kabinett und verfügt daneben über zahlreiche Befugnisse, die seine Position als mächtigste Instanz des Staates untermauern. Im Vergleich zu europäischen Monarchien hat der marokkanische König weitergehendere Kompetenzen, wobei jedoch in der Praxis der Premierminister die politischen Tagesgeschäfte führt.
Derzeitiger Premierminister ist seit dem 7. November 2002 der parteilose Driss Jettou.
Marokko verfügt seit einer konstitutionellen Reform von 1996 über ein parlamentarisches Zweikammernsystem aus Nationalversammlung und Senat. Darüber hinaus gewährt die Verfassung des Landes eine unabhängige Judikative. Die Richter des Obersten Gerichtshofes werden vom König ernannt.
Siehe auch: Politisches System Marokkos
Außenpolitik
Marokko war das erste Land, welches die jungen Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1777 offiziell anerkannte. Der "Moroccan-American Treaty of Friendship" von 1783, welcher von US-amerikanischer Seite von John Adams und Thomas Jefferson unterzeichnet wurde, ist somit auch Amerikas längster ungebrochener Freundschaftsvertrag mit einem anderen Staat. Die US-Marokkanischen Beziehungen sind so gut, dass die Vereinigten Staaten Marokko den Status eines Hauptverbündeten Alliierten außerhalb der NATO (Major Non-Nato Ally) im Juni 2004 zuerkannten (Quelle: [http://www.state.gov/r/pa/ei/bgn/5431.htm background note on Morocco, Oct. 2004] des US-Außenministeriums).
Marokkos Politik ist dediziert pro-westlich und pro-europäisch, wobei es starke politische, kulturelle und auch soziale [http://europa.eu.int/comm/external_relations/morocco/intro/ Bindungen zu Europa] unterhält.
Mit Spanien existieren noch ungelöste Territorialstreitigkeiten über die Exklaven Ceuta und Melilla, sowie über die küstennahen Inseln Isla Perejil, Chafarinas, Alhucemas und Vélez de la Gomera. Die Souveränität Spaniens über die genannten Gebiete werden von Marokko nicht anerkannt. Der Streit eskalierte 2002, als marokkanische Truppen die Isla del Perejil besetzten. Ein spanisches Armeekommando überwältigte die marokkanischen Soldaten unblutig und repatriierte sie.
Regionen und Provinzen
Im Rahmen eines Dezentralisierungsprogramms wurden 1997 die Provinzen zu Regionen zusammengefasst.
- (Oued Eddahab-Lagouira)
- (Laayoune-Boujdour-Sakia El Hamra)
- Guelmim-Es Smara
- Tiznit
- Tata
- Tan-Tan
- Souss-Massa-Draa
- Agadir
- Ouarzazate
- Zagora
- Mhamid
- Gharb-Chrarda-Beni Hassan
- Kenitra
- Chaouia-Ourdigha
- Ben Slimane
- Settat
- Oued Zem
- Marrakech-Tensift-El Haouz
- Marrakech
- Essaouira
- el Kelaa des Sraghna
- Oriental
- Nador
- Oujda
- Bou Arfa
- Casablanca
- Rabat-Salé-Zemmour-Zaar
- Rabat-Salé
- Khemisset
- Doukkala-Abda
- El Jadida
- Safi
- Tadla-Azilal
- Beni Mellal
- Kasba Tadla
- Azilal
- Meknès-Tafilalt
- Meknès
- Khenifra
- Ksar es Souq
- Fès-Boulmane
- Fès
- Boulmane
- Taza-Al Hoceima-Taounate
- Taza
- Al Hoceima
- Taounate
- Tanger-Tétouan
- Tanger
- Tétouan
- Chechaouene
Oued Eddahab-Lagouira, der größte Teil von Laayoune-Boujdour-Sakia El Hamra und Teile von Guelmim-Es Smara bilden die Westsahara, deren Zugehörigkeit zu Marokko international nicht anerkannt ist.
Wirtschaft
Marokko ist reich an Phosphat, weshalb ca. 75 % des weltweit geförderten Phosphats aus Marokko stammt. Daneben gibt es Rohstoffvorkommen von Phosphor, Erdöl, Erdgas, Kohle, Salz, Eisenerz, Blei, Kupfer, Zink, Silber, Gold, Mangan, Nickel, Kobalt. Seinen Bedarf an Energie kann Marokko nur zu rund 13 % aus eigenen Mitteln decken.
Die Landwirtschaft Marokkos macht 16 % am BIP aus (Stand: 2003), kann jedoch als wichtigster Wirtschaftssektor betrachtet werden, da hier ca. 43 % der erwerbstätigen Bevölkerung beschäftigt sind. Angebaut werden Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Oliven, Zitrusfrüchte, Baumwolle, Wein, Mandeln, Datteln und Tabak. Die Viehzucht in den Steppen der Meseta, im Osten des Landes und in den Gebirgen wird teilweise nomadisch betrieben (Schafe, Ziegen, Rinder, Esel, Kamele, Pferde). Rund 10 % des Waldbestandes sind Korkeichen (Marokko ist der drittgrößte Korkproduzent der Erde). Küsten- und Hochseefischerei an der Atlantikküste sind bedeutend für den Export.
Im Industriesektor, dem Bergbau und der Bauwirtschaft werden insgesamt 33 % des Bruttoinlandproduktes erwirtschaftet (Stand: 2003). Die Industrie verarbeitet vor allem die Agrar- und Fischfangerträge. Wichtig ist auch die Textilindustrie, wobei aber auch die traditionelle Verarbeitung von Leder, Textilien und Metall nach wie vor eine Rolle spielt. Des Weiteren sind die Produktion von elektrotechnischen Gütern, die Metallverarbeitung, die Produktion von Autoteilen und die chemische Industrie maßgebend für den marokkanischen Industriesektor.
Im Dienstleistungsbereich werden 53 % (Stand: 2003) des BIP Marokkos erwirtschaftet, wobei es sich hierbei hauptsächlich um Dienstleistungen den Tourismus betreffend handelt. Etwa 80 % der Touristen die Marokko besuchen sind Europäer.
Außenwirtschaft:
Exportiert werden jährlich Güter in einem Gesamtwert von ca. 7,1 Mrd. Euro (Stand: 2003).
Hauptexportgüter des Königreiches sind Nahrungsmittel und Tabak, welche ca. 33,6 % des Exportvolumens ausmachen, Konsumgüter (22,1 %), Phosphate und Düngemittel (21,7 %) sowie Fisch und Fischereiprodukte (14,5 %). Hauptabnehmer marokkanischer Güter sind Frankreich (27 %), Spanien (13 %), Großbritannien (8 %) sowie Deutschland und Italien (jeweils 6 %). Importiert werden nach Marokko jährlich Güter im Gesamtwert von ca. 9,6 Mrd. Euro. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um industrielle Vorprodukte und Halbfertigwaren (23,8 %), Maschinen und Transportmittel (20,2 %) sowie Nahrungsmittel (13,5 %). Hauptlieferanten dieser Importgüter sind Frankreich (24,3 %), Spanien (9,8 %) und Großbritannien (6,0 %).
Eine der weitaus wichtigsten Einnahmequellen Marokkos sind jedoch vor allem die Geldüberweisungen der im Ausland lebenden und arbeitenden Marokkaner. Allein in Europa leben ca. 1 Million marokkanische Arbeitsemigranten, die durch ihre Überweisungen für eine Devisenzufuhr von etwa 2,2 Milliarden Euro sorgen, eine Summe welche die Einnahmen aus dem Tourismus oder dem Export von Phosphaten übersteigt und somit unerlässlich für Marokko ist.
Marokko verfügt über eine marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaftsordnung, welche den Schutz des Eigentums, Gewerbe- und Niederlassungsfreiheit und Wettbewerb vorsieht. Zu Zeiten Hassans II. stellte Marokko einen Antrag zur Aufnahme in die EG, welcher jedoch abgelehnt wurde. Marokkos Ziel der EU beizutreten ist mit der Unterzeichnung eines [http://europa.eu.int/comm/external_relations/morocco/intro/ Assoziationsabkommens mit der EU] im Jahr 1996 (in Kraft getreten im Jahr 2000) ein Stück näher gerückt. Seit den 1990ern gilt die marokkanische Wirtschaft als liberalste und offenste Volkswirtschaft des Maghreb.
Seit den späten 1980er Jahren bemüht sich das Königreich seine Staatsbetriebe zu privatisieren, wobei bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt weniger als ein Viertel dieser staatlichen Unternehmen diesen Prozess durchlaufen haben. Erst vor Kurzem erlaubte Marokko ausländischen Kreditinstituten den Erwerb von Minderheitenbeteiligungen an marokkanischen Banken. Eine weitere Öffnung des Marktes für ausländische Investoren wurde bereits angekündigt.
Mit den Vereinigten Staaten von Amerika wurde eine Freihandelszone vereinbart. Das [http://www.moroccousafta.com/ftafulltext.htm US-marokkanische Freihandelsabkommen] wurde am 22. Juli 2004 vom US-Senat bei einer Stimmenmehrheit von 85 zu 13 ratifiziert und wird, sobald es in Kraft tritt, den Handel für 95 % der Industrie- und Konsumgüter ohne Zölle ermöglichen und den Handel mit Agrargütern für beide Länder erheblich erleichtern. Für das Jahr 2010 ist auch die Verwirklichung einer Freihandelszone mit der EU geplant.
Verkehr
Marokko hat Flughäfen in Casablanca, Tanger, Rabat, Tétouan, Al Hoceima, Fès, Oujda, Marrakesch, Ouarzazate, Essaouira und Nador. Der für den Tourismus wichtigste Flughafen ist Agadir.
Ebenfalls vorhanden sind Autobahnen.
Kultur
- Nationalfeiertag ist der 30. Juli (Thronbesteigung des Königs).
- Liste der zum Weltkulturerbe gehördenden Stätten in Marokko
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=106 Seite des Auswärtigen Amtes Deutschland]
- [http://europa.eu.int/comm/external_relations/morocco/intro/ Beziehungen zwischen Marokko und der EU] (auf Englisch)
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/mo.html Morocco], aus dem CIA World Factbook (auf Englisch).
- [http://imurig.c.la Berberische Musik aus Marokko zum online anhören mit Texten und Biographien]
- [http://wikitravel.org/de/Marokko Reiseinfos zu Marokko] auf Wikitravel
Kategorie:Staat
Kategorie:Mittelmeer
Kategorie:Monarchie
ja:モロッコ
ko:모로코
ms:Maghribi
simple:Morocco
zh-min-nan:Morocco
Libyen---Sidenote START---
Die Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija (Dschamahirija, deutsch Republik), in der amtlichen Kurzform Libysch-Arabische Dschamahirija oder ugs. kurz Libyen [], ist ein Staat im Norden Afrikas. Libyen liegt am Mittelmeer, und grenzt im Westen an die Maghreb-Staaten Tunesien und Algerien, im Osten an Ägypten und den Sudan und im Süden an Niger und den Tschad.
Libyen gliedert sich in die traditionellen Landschaften Tripolitanien im Westen, Fessan im Süden, die Cyrenaika (Kyrene) im Osten und die Libysche Wüste auf. Nur 2,5 % der Fläche sind landwirtschaftlich nutzbar. Es gibt aber bedeutende Erdgas- und Erdölvorkommen.
Libyen ist das einzige Land der Welt, in dem es keinen einzigen ständigen Fluss gibt: es verfügt lediglich über sogenannte Wadis, die aber nur nach starken Regenfällen vorübergehend Wasser führen.
Der Staat teilt sich in 25 Provinzen.
Wadis
Bevölkerung
Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus arabischsprachigen Berbern. Seit 1975 stieg die Bevölkerung von 2,5 Millionen auf sechs Millionen Menschen. Aufgrund der hohen Geburtenrate von 3,6 % sind heute 50 % der Bevölkerung unter 16 Jahre alt. Die Zentren der Besiedlung befinden sich in den Küstengegenden von Tripolitanien und der Kyrenaika. Allein in Tripolis, Banghazi und Misratah sowie den dazugehörigen Vororten leben 80 % der libyschen Bevölkerung.
Hauptsprache ist Arabisch. Daneben werden einige Berbersprachen gesprochen:
- Nafusi (141.000 Sprecher)
- Tamascheq (Tuareg; 17.000)
- Ghadames (2.000)
Siehe auch: Liste der Städte in Libyen
Religion
Etwa 97% ber Bevölkerung sind sunnitische Muslime, vorwiegend malikitischer Richtung. Es gibt wenige Katholiken und einige Ibaditen. Die meisten christlichen Kirchen wurden nach der Revolution von 1969 geschlossen. Das Abfallen vom Islam wird mit dem sofortigen Verlust der Staatsbürgerschaft geahndet. Die Sanussiya-Bruderschaft stellte bis zur Revolution von 1969 den König. In den letzten Jahren ist eine verstärkte Hinwendung zum orthodoxen Islam zu verzeichnen, die Verschleierung der Frau nimmt zu.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Libyens
Libyen wurde seit Beginn der historischen Überlieferung von Berberstämmen bewohnt. Im 7. Jahrhundert v. Chr. wurde die Küste der Cyrenaika von Griechen und die Küste Tripolitaniens von Phöniziern besiedelt. Im ersten Jahrhundert v. Chr. kamen die Küsten Libyens unter die römische Herrschaft. Nach dem Untergang des Römischen Reiches wurde Libyen schon 647 von den Muslimen erobert. In der Folgezeit gehörte Tripolitanien zu Ifriqiya und wurde von den Aghlabiden, Fatimiden, Ziriden und Hafsiden beherrscht, während die Cyrenaika eher von Ägypten aus kontrolliert wurde.
Im 16. Jahrhundert versuchte Spanien die Küstenstädte Libyens zu erobern, konnte sich aber nicht gegen die mit den Osmanen verbündeten Korsaren behaupten. In der Folgezeit unterstand das Land der osmanischen Oberhoheit, die aber von den Qaramanli im 18. Jahrhundert zeitweise abgeschüttelt werden konnte. Nachdem die Osmanen 1835 das Land wieder unterworfen hatten, wurden sie 1911 von Italien vertrieben, das aber den Widerstand der Sanussiya-Bruderschaft erst 1935 brechen konnte. Nach der Befreiung durch britische Truppen im 2. Weltkrieg, erlangte Libyen unter König Idris 1951 die Unabhängigkeit. Dieser wurde 1969 durch Oberst Muammar al-Ghaddafi gestürzt.
Politik
Am 10. März 2004 hat Libyen in Wien das so genannte Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet. Damit gestattet die Regierung in Tripolis der Internationalen Atomenergie-Organisation umfassende Kontrollmöglichkeiten der nuklearen Anlagen des Landes. In Libyen existiert die Wehrpflicht, da Frauen und Männer zwischen 18 und 35 Jahren eingezogen werden können.
Wirtschaft
Libyen ist seit 1962 Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC).
Wegen seiner politischen Sicherheit im Gegensatz zu den Staaten im Nahen Osten ist Libyen in letzter Zeit ein attraktiver Geschäftspartner für westliche Ölkonzerne geworden.
Libyen verfügt über Häfen in Tobruk (Naturhafen), Tripolis, Benghazi, Misurata, Mersa Brega sowie mehrere Erdölverschiffungshäfen.
Weblinks
- http://www.medusatours.de - Studien- und Gruppenreisen
- http://www.libya-travel.info Libyen Reiseinformationen
- http://www.Libyen-News.de - Libyen-News.de - Aktuelle Nachrichten und umfangreiche Chronik
- http://www.landscaper.de/Landerauswahl/Libyen/Fotos-Libyen/fotos_libyen.html - Fotos aus Libyen
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=96 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- http://libyen-news.blogspot.com Nachrichten
- [http://www.zeit.de/2005/45/Libyen_Head?page=all Die Zeit: "Muammar al-Gadhafi lässt wenden"]
Kategorie:Staat
Kategorie:Libyen
Kategorie:Mittelmeer
ja:リビア
ko:리비아
ms:Libya
th:ประเทศลิเบีย
zh-min-nan:Libya
MaschrekDer Maschrek oder Maschriq (Arabisch: مشرق) bezeichnet die östlichen arabischsprachigen Länder von Ägypten bis Irak. Das Wort ist von dem Arabischen Wort scharq (شرق) abgeleitet, das Osten oder Sonnenaufgang bezeichnet. Dieses Wort ist daher das Gegenstück zu maghrib (مغرب), das Westen bedeutet und die arabischen Länder in Nordafrika bezeichnet. Ägypten gehört kulturell und linguistisch zum Maschrek und wird deshalb meist zu ihm gezählt, manchmal wird es jedoch als Teil von keiner der beiden Regionen gesehen.
Beide geographischen Termini stammen aus der Zeit der frühen islamischen Eroberungen in Nordafrika.
Kategorie:Geographie (Asien)
Kategorie:Geographie (Afrika)
Kategorie:Nordafrika
AckerbauUnter landwirtschaftlichen Ackerbau versteht man die Produktion von Kulturpflanzen auf eigens dafür bearbeitetem Kulturboden.
Grundlage
Auf der Grundlage der verwendeten Ackergeräte kann man zwischen Grabstockbau und Hackbau und dem Pflugbau unterscheiden. Äcker der industrialisierten Landwirtschaft sind Abkömmlinge der pflugbearbeiteten Äcker.
Die Bearbeitung besteht heute im Wesentlichem im Umbruch der Oberflächenschichten zum Zweck der Lockerung der Krume und unter Umständen der Gründüngung.
Die Produktion geschieht zum einen zum direkten Verbrauch, zum anderen und noch wichtiger zur Vorratshaltung.
Sie umfasst Aussaat, Pflege (Düngung, Jäten), Ernte und - mehr oder weniger zielgerichtet - Züchtung der angebauten Pflanzen.
Die angebauten Pflanzen sind traditionell diverse Getreidearten, Hülsenfrüchtler und (unterirdische) Hackfrüchte wie Zuckerrüben und Kartoffeln.
Weiterhin gibt es den Anbau von Pflanzen, die nicht als Lebensmittel für den Menschen dienen.
Dazu zählen Genussmittelpflanzen wie Tabak, Faserlieferanten wie Baumwolle und Viehfutter wie Klee.
Klee
Historischer Beginn des Ackerbaus
Der Ackerbau ist lokal entstanden. Der Beginn der Jungsteinzeit (Neolithikum) wird zumeist mit dem Beginn des Ackerbaus gleichgesetzt. Danach kam die Bronzezeit, die sich durch die Entdeckung der Metallverarbeitung auszeichnet. Voraus ging die Mittelsteinzeit (Mesolithikum), die sich gewissermaßen als Entwicklungsperiode vom Jäger- und Sammlertum zum Ackerbau bezeichnen lässt.
Der Beginn der Jungsteinzeit lässt sich jedoch - wie auch andere Epochen - nur regional präzisieren, da er die kulturelle Entwicklung darstellt. In der Levante und in Syrien, im Norden von (Mesopotamien war der Zeitpunkt des Beginn des Ackerbaus nach neusten Erkenntnissen um 11000 v. Chr. In Europa lag diese Periode zwischen 7.000 und 4000 v. Chr.
In Japan hielt der Ackerbau erst 300 v. Chr. Einzug, andere Völker waren da bereits in der Kupfer-, Bronze- und Eisenzeit. Technologisch gesehen sind einige Amazonas-Gebiete und Gebiete der Kalahari teilweise heute noch jungsteinzeitlich einzuordnen.
Anbaumethoden
Dauerfeldbau
Dauerfeldbau bezeichnet in der Landwirtschaft ein Prinzip, in welchem Jahr für Jahr auf demselben Feld angebaut wird. Dabei wird durch Fruchtfolgesysteme versucht die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und Schädlinge zu bekämpfen.
Dauerfeldbau setzt eine ganzjährige Wachstumszeit wie in den immerfeuchten Tropen voraus. (Temperaturen über 10°C und humides Klima.)
Maßnahmen für die Ertragssteigerung beim Dauerfeldbau
Eine Möglichkeit, die Erträge beim Dauerfeldbau zu steigern, liegt einerseits darin, Fruchtfolgesysteme zu verwenden, welche den Nährstoffgehalt erhalten und Schädlinge bekämpfen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit sein Anbaugebiet zu düngen, um höhere Erträge zu erzielen,
Dauerfeldbau im Tropischen Regenwald
Im Tropischen Regenwald ist es nicht ratsam, Dauerfeldbau zu betreiben. Außer wenn man in Gunsträumen anbaut, ist damit zu rechnen, dass die Nährstoffe nach und nach abnehmen und somit die Erträge immer weiter sinken. Es ist zwar ausreichend Niederschlag vorhanden, welcher aber aufgrund der großen Poren des Bodens fast immer sofort in tiefere Bodenschichten abfließt.
Landwirtschaftliche Gunsträume in den Tropen
- Schlemmflächen, hoher Nährstoffgehalt (Ganges, Amazonas)
- vulkanische Gebiete (Philippinen, Java)
Grundlage für die Fruchtbarkeit der Ausnahmegebiete ist das Angebot an Nährstoffen bzw. an Tonmineralien mit hoher Austauschkapazität.
Landwirtschaftliche Gunsträume befinden sich an Stellen mit relativ mäßigem Klima, also z.B. in etwas höher gelegenen Orten, da dort nicht solch extrem hohe Temperaturen herrschen, wie in normaler Höhe. Des Weiteren ist fruchtbarer Boden wichtig, welcher sich durch hohen Nährstoffgehalt und geringes Porenvolumen auszeichnet, was zum einen den Pflanzen Nährstoffe liefert und zum anderen verhindert, das das Wasser allzu schnell versickert. Ebenfalls benötigt wird ausreichender Niederschlag. Allerdings darf dieser auch wiederum nicht zu hoch sein, da die Pflanzen sonst „überwässert“ werden.
Ecofarming
Das Ecofarming ist eine Anbaumethode, welche das Ziel verfolgt, mit möglichst wenig Fremdmitteleinsatz einen möglichst hohen Ernteertrag zu erreichen. Dieses wird z.B. dadurch erreicht, dass eine Anbaustruktur verwendet wird, die dem Stockwerkaufbau des Regenwaldes ähnelt und somit dem Boden möglichst wenig Nährstoffe entzieht. Beim Ecofarming werden Hänge terrassiert und Erosionsschutzgräben angelegt. Die Terrassenkanten werden mit Bäumen bepflanzt. Weitere Bäume und Sträucher werden zur Gewinnung von Obst, Bau- und Brennholz, Futter und Mulch für den Humusaufbau gepflanzt. Es erfolgt eine intensive Gründüngung. Die Viehhaltung wird von der Weide in den Stall verlagert.
Ziel
Das Ziel des Ecofarmings liegt darin, den Boden nachhaltig zu schonen und dessen Fruchtbarkeit zu erhalten. Bei Dauerfeldbau ist dieses nicht gegeben, da dort die Nährstoffe des Bodens verbraucht werden.
Vorteile
Die Vorteile des Ecofarmings liegen darin, dass der Boden geschont und auf lange Zeit verwendet werden kann. Des Weiteren ist ein minimaler Kapitaleinsatz notwendig und die Ernteerträge bleiben stabil.
Vergleich zu konventionellen Anbaumethoden
Im Vergleich zum Ecofarming existiert bei der Reinkultur kein Bodenschutz, sodass Regen und Sonne mit voller Kraft auf den Boden treffen. Der Boden wird durch Regen ausgewaschen und durch Sonne ausgetrocknet. Die Pflanzen entziehen ihm alle Nährstoffe, sodass der Boden nach wenigen Jahren nicht mehr zu gebrauchen ist. Beim Ecofarming hingegen nutzt man die Vorteile des Primärwaldes, welche z.B. in der Eigendüngung des Bodens durch vielfältige Lebensformen im Boden sowie Laubabwurf durch Bäume und Sträucher liegt. Des Weiteren wird der Regen abgebremst und trifft nicht mehr mit voller Wucht auf den Boden. Dies verhindert desweiteren die Abschwemmung also Erosion der dünnen nährstoffhaltigen Schicht.
Gleiches gilt für die Sonne, welche hier ebenfalls von der Austrocknung des Bodens abgehalten wird.
Siehe auch
- Regenfeldbau
- Geschichte der Landwirtschaft
- Portal:Land- und Forstwirtschaft
Kategorie:Feldwirtschaft
ko:농경
Cardial- oder ImpressokulturDie Cardial- oder Impressokultur ist eine Gruppe verwandter Kulturen die sich im 7. Jt. v. Chr. an der östlichen Adriaküste, rund um das westliche Mittelmeer (incl. Nordafrika) und auf den dortigen Inseln (mit Ausnahme der Balearen und Pityusen) ausbreiten. Sie wurden nach der Verzierungstechnik ihrer Keramik benannt. Das dominierende Element sind stempelartige Abdrücke die mit der Herzmuschel (Cardium edule) erzeugt wurden. Daher hieß diese Kultur zunächst Cardial-Kultur. Da aber immer mehr Keramik auftauchte die auch Eindrücke besaß, die mit andere Gegenständen erfolgt waren, wurde der Ausdruck Impresso-Kultur eingeführt. Derzeit sind noch beide Bezeichnungen geläufig. Älteste Abdruckkeramik findet man oft in Höhenlagen oder Höhlen (Gruta do Caldeirão) und bis auf Ausnahmen zunächst nicht weit im Landesinnern. Auch in einigen portugiesischen Muschelhaufen finden sich Scherben mit insgesamt seltenen Cardium-Abdrücken, die auch in der Algarve, im Alentejo und an der Mondegomündung vorkommt. Die Einheitlichkeit der Keramik der Impresso-Kulturen löste sich später in mehrere teils kleine (insulare) Postimpresso-Kulturen auf, darunter im Gebiet beiderseits der Rhone die Chassey-Lagozza-Cortaillod Kultur (CLC), die in Süd-Frankreich, Nord-Italien und der West-Schweiz zwar eigene Namen erhielt nun aber als einheitliche Kultur aufgefasst wird. In Portugal folgen z.B. unverzierte Gefäße mit charakteristischen Wandknick und mit Randformen die im 3. Jt. üblich wurden.
Literatur
- Müller, Johannes 2001: Das ostadriatische Frühneolithikum: Die Impresso- Kultur und die Neolithisierung des Adriaraums. ISBN 3891661703
- van Willigen, S. 2001: Das Frühneolithikum im westlichen Mittelmeergebiet: Die Cardial-Kultur.
Kategorie:Kultur
Kategorie:Archäologische Kultur
PhönizierDie Phönizier waren ein semitisches Volk der Antike und lebten hauptsächlich im Bereich des jetzigen Libanon und Syrien an der Mittelmeerküste. Das Reich bestand aus Stadtstaaten, welche politische Selbständigkeit hatten. Die wichtigsten Städte waren: Arados, Byblos, Berytos, Sidon und Tyros, welches in der Zeit zwischen 1000 bis ca. 774 v. Chr. die führende Macht unter den Städten war.
Geschichte
Der Name "Phönizier" ist von der griechischen Bezeichnung "Phoinikes" abgeleitet. Sie selbst haben sich nie "Phönizier" oder ähnlich genannt, sondern nach den Städten, aus denen sie kamen, z.B. Sidonier = Leute aus Sidon. Die Phönizier zählen zu den ersten, bekannten Seefahrern. Phönikische Gewebe, insbesondere Purpurstoffe, waren in Griechenland sehr geschätzt.
Nach Herodot stammten die Phönizier von den Kanaanitern ab und hatten ihren Ursprung im Gebiet des persischen Golfs. Ihre Sprache war nordwestsemitisch. Eine phönizische Kolonie war Karthago (im heutigen Tunesien). Die Karthager wurden von den Römern Poeni (Punier) genannt.
Die Phönizier waren ausgezeichnete Seefahrer. Sie kolonisierten den Mittelmeerraum von Zypern über Sizilien bis Spanien, bereisten Gadir, Cerne und unter Hanno dem Seefahrer durchfuhren sie (von Karthago aus) Gibraltar und reisten bis zum Golf von Guinea. Sie handelten mit Britannien und kauften Zinn von den Gruben der Halbinsel Cornwall.
Es gibt popularwissenschaftliche Theorien, nach denen die phönizischen Seefahrer bereits ca. zwei Jahrtausende vor Christoph Kolumbus den Weg über den Atlantik bis nach Amerika fanden - und regelmässig befuhren.
Im 8. Jahrhundert v. Chr. verloren die Phönizier ihre Unabhängigkeit und standen unter dem Einflu | | |