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Iodblockade

Iodblockade

Unter einer Jodblockade versteht man die vorbeugende Einnahme von Kaliumiodid, um die Aufnahme von radioaktivem Jod und Cäsium, das sich dem Kalium ähnlich verhält, und damit die Entstehung von Schilddrüsenkrebs zu verhindern. Eine Jodblockade wird nach einer starken Freisetzung von radioaktivem Iod bei einem Reaktorunfall oder einer Atomexplosion von der Strahlenschutzkommission empfohlen. Nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl wurde eine Iodblockade in Polen durchgeführt. Dies hat wahrscheinlich einen Anstieg von Schilddrüsenkrebs insbesondere bei Kindern verhindert.

Dosierung

Einmalgabe von 100 Milligramm Kaliumiodid für Kinder sowie Erwachsene bis 45 Jahren. Neuerdings sind Tabletten mit 130 mg (=0,13g) Kalium-Jodid vorgeschrieben Die Iodblockade ist für Erwachsene über 45 Jahre nicht mehr sinnvoll, da das Krebsrisiko ab diesem Alter kleiner ist als das Risiko einer Hyperthyreose, die bei knotiger Schilddrüse durch zuviel Jod ausgelöst werden kann.

Siehe auch


- Iod -- Iodid -- Schilddrüse -- Tschernobyl

Links


- http://www.aerztezeitung.de/docs/2003/03/10/045a0203.asp?cat=/medizin/katastrophenmedizin
- http://www.ssk.de/ (Strahlenschutzkommission BRD)
- Kaliumiodidversorgung der Schweizer Bevölkerung [http://www.bag.admin.ch/dienste/medien/2001/d/01121839.htm] Kategorie:Strahlenschutz

Kaliumiodid

  Kaliumiodid ist das weiße, unter starker Abkühlung sehr leicht in Wasser lösliche Kalium-Salz der Iodwasserstoffsäure. Es entsteht bei der Reaktion von Kalilauge mit Iod: \mathrm Durch Glühen des Iodid-Iodat-Gemisches mit Kohle lässt sich auch das Kaliumiodat (KIO3) zu Kaliumiodid reduzieren: \mathrm Kaliumiodid wird im Labor zur Herstellung von Iod-Kaliumiodid-Lösung (Lugolsche Lösung) verwendet. Es dient auch zur Herstellung von Silberiodid und zur Produktion von Pharmazeutika. Iodiertes Speisesalz enthält Kaliumiodid. Kaliumiodid hat auch im Strahlenschutz eine Bedeutung. In Form von Tabletten wird Kaliumiodid bei Strahlenunfällen vorbeugend verabreicht. Zumindest in der Schweiz wird Kaliumiodid präventiv an die Bevölkerung im Umkreis von 20 km um Kernkraftwerke abgegeben. Das schweizerische Bundesamt für Gesundheit ordnet bei einem Unglücksfall die Einnahme der Kaliumiodidtabletten über Sirenenalarm und Radiomitteilungen an. Kaliumiodid setzt sich in der Schilddrüse ab und verhindert dadurch eine Aufnahme von radioaktiven Iod- und Cäsium-Isotopen, da sich Cäsium chemisch ähnlich verhält wie Kalium (Iodblockade). In ganz Österreich werden Kaliumiodid-Tabletten der Firma Lannacher mit einer Kaliumioditkonzentration von 65 mg für Kinder und Jugendliche kostenlos bevorratet. Eltern können für ihre Kinder jederzeit in Apotheken die Tabletten abholen. Deutsche Energieversorger haben 2004 für den Unglücksfall ebenfalls bei Lannacher 137 Millionen Tabletten bestellt. Wie und zu welchem Zeitpunkt diese Tabletten ausgegeben werden obliegt der Verantwortung der Länder. Kategorie:Chemische Verbindung Kaliumiodidversorgung Schweiz: [http://www.bag.admin.ch/dienste/medien/2001/d/01121839.htm] ja:ヨウ化カリウム

Cäsium

Cäsium ist ein chemisches Element im Periodensystem der Elemente mit dem Symbol Cs und der Ordnungszahl 55. Das sehr reaktive, im hochreinem Zustand silber glänzende Alkalimetall schmilzt bei Körpertemperatur.

Geschichte

Cäsium wurde erstmals 1860 zusammen mit Rubidium von dem deutschen Chemiker Robert Wilhelm Bunsen und dem deutschen Physiker Gustav Robert Kirchhoff, den Erfindern der Spektralanalyse, im Dürkheimer Mineralwasser nachgewiesen. Der Name Cäsium ist vom lateinischen caesius abgeleitet, was himmelblau bedeutet. Der Name nimmt Bezug auf die typischen Spektrallinien des Cäsiums, welche im blauen Bereich liegen und wurde 1861 von Bunsen/Kirchhoff vergeben.
1882 stellte Carl Setterberg metallisches Cäsium durch Schmelzelektrolyse des Cyanids her.

Vorkommen

Schmelzelektrolyse Kommerziell nutzbar ist nur das Mineral Pollucit (auch Pollux genannt) aus Bernic Lake, Manitoba. Die Herstellung des reinen Metalls erfolgt durch Reduktion von Cäsiumchlorid mit Kalzium.

Eigenschaften

Cäsium weist von allen stabilen Elementen des Periodensystems mit 0,274 nm den größten Atomradius auf. Neben Gold und Kupfer ist es das dritte gelbe Metall (auch hochreines Calcium ist gelb). Cäsium ist sehr weich (das weichste aller Elemente) und dehnbar. Nach Quecksilber hat Cäsium den niedrigsten Schmelzpunkt(wenn Wasserstoff als nichtmetall angesehen wird) aller Metalle und liegt bei 28,45 °C, der Siedepunkt bei 705 °C. Cäsium ist das unedelste, nach Fluor das reaktionsfähigste stabile Element; es reagiert mit praktisch allen anderen Elementen. Bei der äußerst heftigen Reaktion (Explosionsgefahr) mit Wasser entsteht neben Wasserstoff Cäsiumhydroxid, die absolut stärkste Base. \mathrm In Luft verbrennt Cäsium mit rotvioletter Flamme zu Cäsiumhyperoxid. \mathrm Oberhalb 300 °C greift es auch Glas an. Cäsium ist auch das Element mit dem größten thermischen Ausdehnungskoeffizient (9,4 · 10-5 pro °C).

Isotope

Natürlich kommt nur 133Cs vor, es zählt somit zu den anisotopen Elementen beziehungsweise Reinelementen. Die anderen, allesamt radioaktiven Cäsium-Isotope kommen nur als künstliche Spaltprodukte bei Kernreaktionen vor. Das bedeutendste künstliche Isotop ist der Beta- und Gammastrahler 137Cs mit einer Halbwertszeit von 30 Jahren. Bekannt wurde es vor allem durch die radioaktive Belastung nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl 1986. Besonders angereichert hat es sich in bestimmten Pilzen (beispielsweise Maronenröhrlinge in Süddeutschland und Österreich) und in Wildtieren (beispielsweise Elche in Skandinavien)

Verwendung


- Herstellung von Fotozellen (besonders für IR-Strahlung) und Fotomultipliern
- Infrarotdurchlässige Fenster, Linsen und Prismen
- Cäsium-Dampf-Lampen für Nachtsichtgeräte
- Herstellung von cäsiumdotierten Katalysatoren
- Atomuhren, Cäsiumuhren als Zeitnormale
- Gettermetall für Vakuumröhren
- 137Cs als Strahlungsquelle für medizinische Anwendungen in der Krebstherapie
- Stromquelle (thermoionische Batterien)
- Treibstoff für Ionenstrahltriebwerke
- 137Cs als Tracer für Wind- und Wassererosion

Sicherheitshinweise

An Luft entzündet sich Cäsium spontan, weshalb es unter reinem Stickstoff oder Argon aufbewahrt werden muss. In Wasser reagiert es wie die anderen Alkalimetalle exotherm unter Entwicklung gasförmigen Wasserstoffs. Die dabei zu beobachtende Explosion (Knallgasreaktion), die durch die Verbindung von Sauerstoff mit dem entstandenem Wasserstoff hervorgerufen wird, hat eine extrem hohe Sprengkraft.

Verbindungen

Cäsium ist eines der elektropositivsten Elemente. Aufgrund des großen Elektronegativitätsunterschieds zu den meisten anderen Elementen ist es fast ausschließlich in ionischen Verbindungen anzutreffen, wie zum Beispiel:
- Cäsiumhydrid (CsH)
- Cäsiumhydroxid (CsOH)
- Cäsiumhyperoxid (CsO2)
- Cäsiumchlorid (CsCl)
- Cäsiumfluorid (CsF) Andere verbindungen sind z.B.:
- Cäsiumiodid (CsI)

Weblinks


- [http://www.webelements.com/webelements/elements/text/Cs/index.html WebElements.com - Cesium]
- [http://environmentalchemistry.com/yogi/periodic/Cs.html EnvironmentalChemistry.com - Cesium]
- [http://www.smart-elements.com/?arg=zoom&element=Cs&art=24&seite=0&total=6&linkid=wiki-Cs#magnify Abbildungen in der Elemente Börse] Kategorie:Chemisches Element Kategorie:AlkalimetallKategorie:Periode-6-Element ja:セシウム ko:세슘 th:ซีเซียม

Iod

Iod (vom altgriechischen Wort ιο-ειδης = veilchenfarbig, wegen der violetten Farbe von Ioddämpfen) ist ein chemisches Element im Periodensystem mit der Ordnungszahl 53. Dem Iod ist das Elementsymbol I zugeordnet. Laut Duden ist neben der fachsprachlichen die herkömmliche Schreibweise Jod mit dem Elementsymbol J für Iod und Iodverbindungen auch weiterhin üblich. Das Halogen ist ein für den Menschen lebensnotwendiges Spurenelement.

Geschichte

Die physiologische Bedeutung des Elements Iod war schon im Altertum bekannt. So wurden bereits 1500 Jahre vor unserer Zeitrechnung Kropfkranken die Iodhaltigen Schilddrüsen von Schafen oder Aschen von Meeresschwämmen verordnet. Iod wurde im Jahr 1811 durch den Pariser Salpetersieder Bernard Courtois bei der Herstellung von Schießpulver erstmals aus der Asche von Seetang gewonnen. Den elementaren Charakter erforschten jedoch erst ab 1813 die französischen Naturwissenschaftler Nicolas Clement-Desormes und Joseph Louis Gay-Lussac, der ihm ein Jahr später den heutigen Namen verlieh.

Vorkommen

Joseph Louis Gay-Lussac Iod ist abgesehen von Astat wesentlich seltener als die übrigen Halogene. In der Natur ist es weit verbreitet, jedoch nur in Form seiner Verbindungen. Im Unterschied zu den Elementen Fluor, Chlor und Brom tritt es nicht nur als Iodid auf, sondern auch als Iodat, zum Beispiel angereichert (0,02-1 %) im Chilesalpeter, hauptsächlich in Form von Natriumiodat (NaIO3), aber auch Natriumperiodat (NaIO4) und Lautarit (Ca(IO3)2). In feinsten Spuren ist es in Böden und Gesteinen nachweisbar. Im Durchschnitt enthält 100 Gramm wasserfreier Feinboden aus dem süddeutschen Raum 350 Mikrogramm Iod. Als Iodwasserstoff kommt es in geringsten Mengen in vulkanischen Gasen vor. Lösliche Iodverbindungen wie Alkali- und Erdalkaliiodide werden während der Verwitterung von Gesteinen durch Regenwasser freigesetzt oder zerfallen bei höheren Temperaturen. Ioddämpfe sammeln sich, da sie 8,65-mal schwerer sind als Luft, in tiefliegenden Gebieten und reichern sich dort an. So gelangen sie schließlich wie die Iodide in die Meere und ins Grundwasser. Einige Mineralwässer enthalten Iod. Die Mineralquelle Woodhall Spa bei Lincoln in den USA bringt Wasser hervor, das durch Iod braun gefärbt ist. Im Meerwasser liegt die Menge an Iod bei 0,05 Gramm pro Tonne. Organische Iodverbindungen kann man aus Meeresalgen (19 Gramm Iod pro Kilogramm Trockenmasse), Tangen und Schwämmen (bis zu 14 Gramm Iod pro Kilogramm Trockenmasse) isolieren. Einen wichtigen Speicher für organisch gebundenes Iod stellt die Schilddrüse dar. Natürlich vorkommendes Iod besteht zu 100 % aus einem einzigen Isotop, dem Isotop 127I

Gewinnung und Darstellung

Früher gewann man Iod in Form von Iodiden und Iodaten, indem man die durch die Flut an den Strand angeschwemmten Tange einsammelte und verbrannte. Die erhaltene Asche enthielt etwa 0,1 bis 0,5 % Iod. Diese Iodgewinnung hat heute jedoch nur noch lokale Bedeutung und macht ungefähr 2 % der Weltjahresproduktion aus. Die technische Gewinnung von Iod ist eng mit der Salpetergewinnung verknüpft. Das in den Mutterlaugen enthaltene Iodat wird durch Reduktion in Iod umgewandelt. Im ersten Reaktionsschritt setzt man Schwefelige Säure ein, um Iodsäure (Iodat ist das Anion dieser Säure) zu Iodwasserstoff zu reduzieren: :\mathrm :Iodsäure und Schwefelige Säure reagieren zu Iodwasserstoff und Schwefelsäure Der Iodwasserstoff wird wiederum in einem zweiten Schritt durch die in der Lösung vorhandene Iodsäure zu Iod oxidiert. Man spricht in diesem Fall von einer Komproportionierung, da Iod in zwei verschiedenen Oxidationsstufen (-1 im Iodwasserstoff und +5 in der Iodsäure) zu elementarem Iod mit der Oxidationsstufe 0 wird. :\mathrm :Iodsäure und Iodwasserstoff komproportionieren zu Wasser und Iod Alternativ kann zur Reduktion auch Schwefeldioxid (SO2) den Endlaugen, aus denen der Salpeter bereits auskristallisiert ist, zugesetzt werden. Bei der Erdöl- und Erdgasförderung fallen bedeutende Mengen an Salzsole an, die einen Iodgehalt zwischen 30 bis über 100 ppm aufweisen. Das in Form von Natriumiodid vorliegende Iod wird durch die Oxidation mit Chlor aus der Sole freigesetzt: :\mathrm :Natriumiodid und Chlor reagieren zu Natriumchlorid und Iod Eine weitere Reinigung des gewonnenen Iods wird dadurch erreicht, dass es mit Luft ausgeblasen, anschließend mit Schwefeldioxid in schwefelsaurer Lösung wieder reduziert und zum Schluss mit gasförmigem Chlor zum Iod zurück oxidiert wird. :\mathrm :Iod wird durch Schwefeldioxid zu Iodwasserstoff reduziert :\mathrm :Iodwasserstoff und Chlor reagieren zu Chlorwasserstoff und Iod Chromatographisch kann Iod mittels Adsorption von Polyiodid an Anionenaustauschern angereichert werden. Zur Reinstherstellung setzt man Kaliumiodid und halogenfreies Kupfersulfat ein. Im Labormaßstab lässt sich Iod durch Einwirken von Schwefelsäure und Mangan(IV)-oxid auf Kaliumiodid herstellen. Die Gewinnung gelingt ebenso aus der iodhaltigen Asche von Meerespflanzen durch Behandlung mit Chlor.

Eigenschaften

Chlor Iod ist unter Normalbedingungen ein Feststoff, der grauschwarze, metallisch glänzende Schuppen bildet, deren Dichte 4940 kg/m³ beträgt. Sie besitzen die Eigenschaften eines Halbleiters. Diese Eigenschaften sind auf das Vorhandensein eines Schichtgitters zurückzuführen, in dem einzelne Ebenen aus I2-Molekülen (Bindungslänge 2,715 Å) bestehen. Der Abstand der Ebenen in einem orthorhombischen Schichtkristall beträgt 4,412 Å und entspricht damit dem van-der-Waals-Abstand zwischen zwei Iod-Atomen (4,30 Å). Das Ergebnis der Messung des kürzesten Abstands zwischen zwei Iod-Molekülen liegt mit 3,496 Å deutlich darunter. Iod geht beim Schmelzen (Schmelzpunkt 113,70 °C) in eine braune, elektrisch leitfähige Flüssigkeit über. Es siedet bei 184,2 °C unter Bildung eines violetten Dampfes, der aus I2-Molekülen besteht. Iod sublimiert schon bei Zimmertemperatur, so dass ein Schmelzen nur unter rascher und starker Temperaturerhöhung möglich ist. Iod reagiert weitaus heftiger mit anderen Elementen wie Phosphor, Aluminium, Eisen und Quecksilber als Chlor und Brom. Mit Wasserstoff geht es nur schwer eine Verbindung ein. Beim leichten Erwärmen von Iodwasserstoff zerfällt dieser bereits wieder in die Elemente. :\mathrm :Iod und Wasserstoff stehen mit Iodwasserstoff im Gleichgewicht. Bei erhöhter Temperatur wird dieses nach links verschoben. Mit Ammoniak findet aufgrund der damit verbundenen Volumenzunahme eine explosionsartige Reaktion statt. :\mathrm :Ein Mol Iod und und zwei Mol Ammoniak reagieren zu sechs Mol Iodwasserstoff und ein Mol Stickstoff. Eine interessante Eigenschaft des Iods äußert sich darin, Polyhalogenidverbindungen einzugehen. Dabei verbinden sich gelöste I2-Moleküle jeweils mit einem Iodid-Anion zum einfach negativ geladenen I3--Anion. Eine Eigenschaft dieser Polyhalogenidverbindung ist, dass sie sich in Stärke-Helices einlagert. Diese Einlagerungsverbindungen rufen bereits in geringen Konzentrationen eine intensive Blaufärbung hervor (empfindlicher und spezifischer Iod-Stärke-Nachweis).

Iod-Kationen

Von dem Element Iod sind verschiedene Kationen bekannt. So entsteht das blaue Diiod-Kation I2+, wenn Iod durch in Schwefelsäure gelöstes Schwefeltrioxid (65%iges Oleum: H2SO4 · 2SO3) oxidiert wird: :\mathrm Zur Oxidation kann ebenso Antimonpentafluorid bzw. Tantalpentafluorid in flüssigem Schwefeldioxid verwendet werden: :\mathrm Dem gegenüber gelang es bisher nicht, Verbindungen mit dem unsolvatisierten, das heißt Lösungsmittel-freien Monoiod-Kation I+ herzustellen. Selbst in Verbindung mit einer extrem schwachen Lewis-Base wie dem Perchlorat-Anion ClO4- findet man kovalent gebundenes Iod vor. In der Gasphase jedoch kann man das I+-Ion bei Abwesenheit eines Gegenions nachweisen.

Verwendung

Iodtinktur und Iodoform enthalten Iod in elementarer oder gebundener Form und dienen als Antimykotikum und Antiseptikum. Es wird vermutet, dass die desinfizierende Wirkung auf der Abspaltung von Sauerstoff aus Wasser beruht. Dieser Sauerstoff ist kurz nach seiner Freisetzung besonders reaktionsfähig (in statu nascendi): \mathrm Dieser Mechanismus wird auch für die anderen Halogene diskutiert. Iod wird aus diesem Grund in einzelnen Fällen auch zur Entkeimung von Wasser in Badeanstalten genutzt. Vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang, dass Iod weniger aggressiv ist als Chlor. Allerdings vermag diese Wasserbehandlung nicht Algen abzutöten, so dass zusätzlich ein Algizid zugesetzt werden muss. Der intensive Gebrauch von Iod kann aber zu Hautverfärbungen führen. Auch steht die Gefahr der Allergisierung im Raum. Beides ist durch Einsatz von so genannten Iodophoren, Trägermaterialien, die Iod binden können, vermeidbar. Kaliumiodid wird in geringen Mengen dem Speisesalz zugesetzt, um Iodmangelerkrankungen vorzubeugen. Der Iodbedarf von Schwangeren muss in der Regel durch die zusätzliche Einnahme von Iodtabletten gedeckt werden. Die radioaktiven Iod-Isotope 131I und 123I werden in Radiopharmaka in der nuklearmedizinischen Diagnostik und Therapie vorwiegend von Schilddrüsenerkrankungen eingesetzt (vergleiche Radioiodtherapie), wobei 131I heute verstärkt zum Einsatz kommt. Zur Bestimmung des Knochenmineralgehalts wird 125I herangezogen. Radioaktive Iod-Isotope sind auch im Fallout von Nuklearexplosionen und im Abbrand von Kernkraftwerken enthalten. Bund und Länder bevorraten insgesamt 137 Millionen Iodtabletten in der Umgebung der deutschen Atomkraftwerke für den Fall eines Atomunfalls (vgl. Iodblockade). Iod ist ein häufig eingesetzer Katalysator bei chemischen Reaktionen. So verwendet man es bei stereospezifischen Polymerisationen von Butadien. Die Sulfurierung aromatischer Verbindungen sowie die Alkylierung und Kondensation aromatischer Amine sind weitere Einsatzfelder.

Biologische Bedeutung

Schilddrüsenhormone

Iod spielt im Organismus hauptsächlich eine Rolle für die Produktion der Schilddrüsenhormone Thyroxin (kurz T4) und Trijodthyronin (T3), die vier bzw. drei Iodatome enthalten. Iod ist in Form verschiedener Iodaminosäuren Bestandteil dieser Hormone. Der Iodvorrat im menschlichen Körper wird auf 10 bis 30 Milligramm beziffert. Davon sind 99 % in der Schilddrüse gespeichert. Iodmangel führt zunächst nur zu einer euthyreoten Kropfbildung der Schilddrüse. Erst ein ausgeprägter Jodmangel hat auch eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) zur Folge, die sich durch eine Minderproduktion von T4 und T3 auszeichnet. Da die Schilddrüsenhormone wesentliche Funktionen in der Regulation von Stoffwechselprozessen übernehmen, resultieren aus einer Schilddrüsenunterfunktion schwere Stoffwechselstörungen und Entwicklungsstörungen bis hin zum Kretinismus. Zur vermuteten Gefahr durch Iodüberversorgung siehe Iodallergie und Hyperthyreose.

Sicherheitshinweise

Iod wird als Gefahrstoff klassifiziert, dessen Freisetzung in die Umwelt zu vermeiden ist. Beim Umgang mit dem Element sind entsprechende Schutzmaßnahmen einzuhalten. Reste von Iod sind mit Natriumthiosulfat-Lösung zu behandeln (→ Reduktion zu Iodid). Vor der Entsorgung ins Abwasser muss der pH-Wert des Reaktionsgemisches mit Natriumhydrogencarbonat neutralisiert werden. Iod niemals mit Ammoniak in Verbindung bringen, da sich sonst explosvives Stickstofftriiodid bilden kann.

Nachweis

Qualitativ kann Iod in Form von Iodstärke nachgewiesen werden. Dabei gibt man in die zu untersuchende Lösung wässrige Stärkelösung, die sich bei Anwesenheit von Iod je nach Konzentration blau bis blauschwarz verfärbt. Es lagern sich hierbei Polyiodid-Anionen in die Spiralstruktur der Stärke ein und bilden diesen farbigen Komplex. Freies Iod erkennt man darüber hinaus anhand seines violetten, typisch riechenden Dampfs oder daran, dass sich eine alkoholische Lösung bei Anwesenheit von Iod braun, eine Schwefelkohlenstoff-Lösung rotviolett färbt. Iodid-Ionen, zum Beispiel aus Natriumiodid, lassen sich über zahlreiche Fällungsreaktionen nachweisen. So ergeben sie mit Silbernitrat einen gelben Niederschlag von Silberiodid: \mathrm Dieser Niederschlag ist in Ammoniak sehr schwer, in Natriumthiosulfat und Kaliumcyanid-Lösung jedoch leicht löslich. Quecksilbernitrate können ebenso zum Nachweis herangezogen werden. So fällt Quecksilber(I)-nitrat, wenn es im Überschuss eingesetzt wird, Iodid-Ionen in Form von gelbgrünem Quecksilber(I)-iodid: \mathrm Wird dagegen Quecksilber(II)-nitrat verwendet, so erhält man einen roten Niederschlag von Quecksilber(II)-iodid: \mathrm Bleiacetat-Lösung lässt einen gelben Niederschlag entstehen. Chlorwasser vermag Iodid zu elementarem Iod zu oxidieren, das als bräunlicher Niederschlag sichtbar wird: \mathrm Der quantitative Nachweis (die Mengenbestimmung) von Iod baut auf den oben genannten Reaktionen auf. So ist es möglich, die Iodmenge über Titration mit einer Thiosulfat-Lösung (siehe Iodometrie) zu ermitteln. Für gravimetrische Bestimmungen bietet sich die Fällung als Silberiodid an. Darüber hinaus kann eine Amperometrie, ein elektrochemisches Bestimmungsverfahren mit Tolidin, in Betracht gezogen werden.

Verbindungen

Als Wasserstoffverbindung ist der Iodwasserstoff (HI) zu nennen, ein farbloses, stechend riechendes Gas. Die davon abgeleiteten Salze sind die Iodide. Eine wässrige Lösung davon bezeichnet man als Iodwasserstoffsäure. Iod geht mit den anderen Halogenen so genannte Interhalogenverbindungen ein. Dieses sind Iodfluorid (IF), Iodchlorid (ICl) und Iodbromid (IBr). Darüber hinaus sind vom Iod verschiedene Sauerstoffsäuren und die dazugehörigen Salze bekannt: Hypoiodige Säure (HIO) und Hypoiodide, Iodige Säure (HIO2) und die entsprechenden Iodite, Iodsäure (HIO3) und Iodate sowie die Periodsäure (HIO4) und die dazugehörigen Periodate.

Literatur

siehe auch


- Melzers Reagenz
- Jodwasser

Weblinks


- [http://www.jodmangel.de/ Arbeitskreis Jodmangel]
- [http://www.bundesregierung.de/dokumente/,-655898/Pressemitteilung/dokument.print.htm Pressemitteilung zum Notfallvorrat von Jodtabletten, Mai 2004]
- Zur Bedeutung von Iod im Stoffwechsel siehe auch: Füger B J, Dudczak R, Pirich C H, Zettinig G (2002): Jodstoffwechsel. In: Journal für Ernährungsmedizin, 2002; 4(2): 7-9 (Ausgabe für Österreich), [http://www.kup.at/kup/pdf/1115.pdf]. Kategorie:Chemisches Element Kategorie:Halogen Kategorie:Periode-5-Element ja:ヨウ素 th:ไอโอดีน

Schilddrüse

Die Schilddrüse (Glandula thyr(e)oidea) ist eine wichtige Hormondrüse bei den Wirbeltieren und gehört zu den endokrinen Drüsen. Sie befindet sich bei Säugetieren am Hals unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre. Beim Menschen hat sie die Form eines Schmetterlings und liegt schildartig vor der Luftröhre, was Anlass für ihre Benennung war.

Entwicklung

Embryonal entsteht die Schilddrüse aus einer Aussprossung vom Boden des Kopfdarms im Bereich der Kiemenbogen. Dieser Ductus thyroglossus verschliesst sich aber normalerweise, so dass die definitive Schilddrüse keine Verbindung mehr zum Kopfdarm hat. In die Schilddrüsenanlage wandern zudem bei den Säugetieren noch Zellen aus der 5. Schlundtasche ein, aus denen sich die C-Zellen entwickeln. Diese bilden bei den übrigen Wirbeltierklassen noch ein eigenes Organ (Ultimobranchialer Körper). Bei den Manteltieren (Tunicata) und den Schädellosen (Acrania) wird das Endostyl als Homologon zur Schilddrüse der Chordatiere angesehen. Das Endostyl ist eine im Kiemendarm liegende, drüsenreiche Struktur, die einen iodhaltigen Schleim absondert.

Anatomie

Die schildförmige Erscheinung ist nur für den Menschen und das Schwein typisch. Bei den meisten Säugetieren besteht die Schilddrüse aus zwei Lappen (Lobus dexter und sinister) seitlich und oberhalb der Luftröhre (Trachea), die durch einen schmalen Streifen (Isthmus) verbunden sind. Bei Vögeln liegen beide Schilddrüsen als kleine Knötchen an der Trachea vor dem Brusteingang, also am anderen Ende des Halses. Bei Fischen liegt das Schilddrüsengewebe im Bereich der Kiemen, bei Amphibien liegen die beiden Schilddrüsen seitlich am Larynx. Bei Reptilien ist die Schilddrüse unpaar und liegt an der Aufspaltung der großen Halsgefäße. Histologisch besteht die Schilddrüse aus mikroskopisch kleinen Bläschen (Follikeln), in deren Inneren die Hormone in inaktiver Form als Kolloid gespeichert werden. Zwischen den Follikelepithelzellen und ihrer Basalmembran liegen bei Säugetieren die parafollikulären C-Zellen. Diese reichen nicht bis an das Lumen der Follikel.

Hormone

Ohne Schilddrüsenhormone kann man nicht leben. Die Schilddrüsenhormone (Trijodthyronin T3 und Thyroxin T4) sind jodhaltig. Sie werden von den Follikelepithelzellen gebildet. Sie wirken in fast allen Körperzellen und regen dort den Energiestoffwechsel an (allgemeine Wirkung: z.B. Erhöhung des Pulses und Blutdrucks, Gefäßerweiterung, Anstieg der Körpertemperatur), außerdem sind sie für Wachstum und Differenzierung notwendig. Die Funktion der Schilddrüse wird durch das glandotrope Hormon TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) im Rahmen des thyreotropen Regelkreises gesteuert. Die parafollikulären C-Zellen bilden das Calcitonin. Es spielt eine (allerdings untergeordnete) Rolle in der Steuerung des Calciumstoffwechsels.

Jodmangel

Durch eine angemessene Jodversorgung der Bevölkerung kann z. B. die Kropfbildung (Struma diffusa) vermieden werden. Die Jodierung von Lebensmitteln und Futtermitteln, wie sie in Deutschland, der Schweiz oder in Österreich seit mehr als zehn Jahren üblich ist, bringt große Vorteile in der Prophylaxe gegen die Kropfbildung. Deutschland zählt jedoch nicht generell zu den Jodmangelgebieten und es ist gesichert, dass die Iodierung bei Menschen, die nicht an einem Iodmangel leiden, ein Auslöser von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse wie Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmune Thyreoiditis) oder Morbus Basedow sein kann. Jahrzehntelange Erfahrungen in den Ländern mit einer Trinkwasserjodierung (Schweiz, Schweden, USA) zeigen, dass diese Befürchtungen berechtigt sind.

Untersuchungsmethoden der Schilddrüse


- Beschwerden des Patienten erfragen (Anamnese)
- Inspektion und tastende Untersuchung des Halses
- Laborwerte
  - Freie T3- und T4-Spiegel
  - TSH-Spiegel
  - SPINA
  - Schilddrüsenantikörper (TRAK, Tg-AK, TPO-AK)
  - Thyreoglobulin
- Ultraschall der Schilddrüse
- Szintigrafie der Schilddrüse
- Feinnadelpunktion der Schilddrüse (Zytologie)
- Biopsie der Schilddrüse (Histologie)
- Computertomografie der Schilddrüse
- Kernspintomografie der Schilddrüse
- Andere Untersuchungsverfahren
  - Röntgen der Luftröhre
  - EKG
  - Langzeit-EKG
  - Kernspintomographie der Hypophyse
  - Hypophysen- und Hypothalamusdiagnostik

Krankheiten der Schilddrüse

Schilddrüsenerkrankungen äußern sich als morphologische Veränderungen (Vergrößerung oder Knotenbildung), Funktionsstörungen (Über- oder Unterfunktion), Entzündungen, bösartige Entartungen oder als Kombination der genannten Formen. Folgende Krankheiten bzw. Krankeitssymptome der Schilddrüse sind bekannt:
- Struma (Kropfbildung; eine Vergrößerung der Schilddrüse)
  - Euthyreote Struma (normale Hormonlage)
  - Hyperthyreote Struma (mit Überfunktion)
  - Hypothyreote Struma (mit Unterfunktion)
- Knoten in der Schilddrüse
  - Kalter Knoten (malignitätsverdächtig; Schilddrüsenkrebs)
  - Heißer Knoten (Autonomes Adenom)
- Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)
  - Autonomes Adenom (überproduzierender Knoten)
  - Morbus Basedow (autoimmune Überfunktion, Autoimmunthyreopathie Typ 3)
- Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose)
  - Struma durch Iodmangel
  - Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmune Schilddrüsenentzündung, Autoimmunthyreopathie Typ 1A und 2A)
  - Ord-Thyreoiditis (Atrophische Schilddrüsenentzündung, Autoimmunthyreopathie Typ 1B und 2B)
- Weitere Schilddrüsenentzündungen
  - Riedel Struma
  - De Quervain Thyreoiditis
- Schilddrüsenkrebs
  - Medulläres Schilddrüsenkarzinom
  - Papilläres Schilddrüsenkarzinom
  - Follikuläres Schilddrüsenkarzinom
  - Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom
  - Sarkome (selten, gehen vom Bindegewebe aus)
- Aplasie und Hypoplasie

Siehe auch

Nebenschilddrüse, TSH, TRH, Zungengrundstruma Kategorie:Endokrines Organ ja:甲状腺

Kategorie:Strahlenschutz

Kategorie:Katastrophenschutz Kategorie:Arbeitsschutz

Lars Onsager


- Duais Nobel
- Duais Nobel ann an Ceimeagachd

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- Far Clipping Plane ist die Ebene, die in der Ferne den
Far Clipping Plane
Als Clipping Plane bezeichnet man in der 3D-Computergrafik eine Ebene, die als Trennlinie für einen Sichtbereich dient. Alles was sich vor einer Clipping Plane befindet, befindet sich im Sichtbereich, alles was dahinter ist, befindet sich außerhalb des Sichtbereichs. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Clipping Planes:
- Far Clipping Plane ist die Ebene, die in der Ferne den
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