:: wikimiki.org ::
| Fitnessstudio |
FitnessstudioIn einem Fitnessstudio, auch oft Fitness-Center genannt, findet man unterschiedliche Geräte zum gezielten Kraft- und / oder Ausdauertraining. Oft werden auch animierte Kurse für Aerobic etc. angeboten. Nicht selten sind auch Sauna- oder Wellnessbereiche angeschlossen.
Gegen Gebühr kann der Besucher die Geräte, den Service und die Kurse der Fitnesstudios nutzen.
Fitnessstudios bieten eine kollektive und oft unterhaltsame, gesellige Form des Fitness-Trainings und / oder des Bodybuildings jenseits der Struktur klassischer Sportvereine. Im Gegensatz zu ehrenamtlichen Vereinen sind sie kommerzieller ausgerichtet. Studios bilden gleichzitig wichtige Treffpunkte der Fitness- und Bodybuildingszene.
Die Geräte. Ein Teil der Geräte besteht aus Konstruktionen, an denen gezielt Muskelgruppen trainiert werden können. Zum Gerätepark gehören zumeist auch Ausdauergeräte wie Ergometer, Rudergeräte, Laufbänder etc.. In den letzten Jahren werden immer häufiger Geräte wie Hypoxi-Trainer, Body Transformer oder Vakuum-Trainingsanzüge angeboten.
Wirtschaftliche Aspekte und Marktsituation. Fitnessstudios finanzieren sich i.d.R. über monatliche Beiträge. Die Benutzer unterschreiben Verträge, entweder für eine bestimmte Zeit oder für ein bestimmtes Programm.
Um ein Fitness- Studio zu betreiben, braucht man Startkapital und einen Gewerbeschein.
Der Nachweis der Qualifikation ist nicht notwendig.
In Deutschland konnten sich neben einzeln betriebenen Studios inzwischen auch große Ketten von Fitneßstudios auf dem Markt etablieren. Als ein dominierendes Unternehmen auf dem deutschen Markt sei die Kette "McFit" erwähnt. Das Konzept dieses Unternehmens mit Sitz in Schlüsselfeld sind extrem große Studios (bis 3.000 qm) in Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern. Außerdem haben die Studios 24h 365 Tage im Jahr geöffnet und der monatliche Mitgliedsbeitrag liegt unter 20 Euro.
Kategorie:Fitness
Fitness
Kategorie:Wikipedia:Qualitätssicherung
Die Diskussion über diesen Antrag findet auf der Qualitätssicherungsseite statt.
Hier der konkrete Grund, warum dieser Artikel auf den QS-Seiten eingetragen wurde: Der Artikel wurde wegen des Überarbeiten-Bausteins auf die QS-Seiten gestellt. Diskussionen über den Überarbeitungsstand des Artikels sollten auf der entsprechenden QS-Seite zwecks gemeinschaftlicher Überarbeitung geführt werden. Gruß -- WikiCare Mach mit! 23:59, 24. Nov 2005 (CET)
----
Unter Fitness wird im allgemeinen körperliches und oft auch geistiges Wohlbefinden verstanden. Fitness drückt das Vermögen aus, im Alltag leistungsfähig zu sein und bei Belastungen standzuhalten.
Das Risiko für Zivilisationskrankheiten wie Herzinfarkt und Fettleibigkeit und sogar Krebs können durch ein gezieltes Fitnesstraining verringert werden. Konzentration und Lernfähigkeit werden gesteigert. Menschen, die sich aktiv mit dem Thema Fitness auseinandersetzen, sind gesünder und leben, statistisch gesehen, länger.
Zur Fitness von Körper und Geist gehört nicht nur eine regelmäßige körperliche Betätigung. Sehr wichtig ist auch eine gesunde und nähr- wie ballaststoffreiche Ernährung. Dieser Gedanke einer ganzheitliche Erweiterung des Fitness-Gedankens schlägt sich nieder in dem Begriff "Wellness".
Damit grenzt sich der Begriff auch entschieden ab von der Gleichsetzung des Fitness-Gedankens mit dem Klischee des Bodybuilders, der laut dieses Vorurteils als Dauergast im Fitness-Center einen fetisch-artigen, oft ungesunden Körperkult betreibt, dessen geistige und kulturelle Bildung aber zu wünschen übrig läßt.
Geschichte der Fitnessbewegung
Der Ursprung des modernen Fitnessgedankens als vereinsfreier Sport, liegt in der zumeist bürgerlichen Lebensreform-Bewegung am Ende des 19. Jahrhunderts. Die Bewegung in der freien Luft (oder auch bei offenem Fenster) wurde als Ausgleich zu der zunehmend industrialisierten Umwelt verstanden. Es entstanden schon damals zahlreiche Kraft- und Kunststätten, Licht- und Luftbäder genannt. In Anna Fischer-Dückelmanns Buch "Die Frau als Hausärztin" sind solche beschrieben. In ihnen wurde streng nach Geschlecht getrennt trainiert - und nicht nur in der Sonne gelegen wie heute. Zu den bekannten zählte Sascha Schneider in Dresden. Auch Systeme für das Heimturnen (zum Beispiel von August Sandow oder J.P. Müller) waren verbreitet, wobei schon damals auf die Effizienz und Disziplin beim Training Wert gelegt wurde. Zeitschriften wie "Kraft und Schönheit" machten Fitness bekannt. Zahlreiche Fitnessgeräte wie Ruder- und Fahrrad (Spinning)-Gerät stammen aus dieser Zeit. Zunächst wurden sie hauptsächlich in den Sanatorien verwendet.
Im Nationalsozialismus wurde der Fitnessgedanke pervertiert (Leni Riefenstahl, Hans Surén) und ein neuer arischer Idealkörper modelliert, der andere, insbesondere jüdische und behinderte Menschen, ausschloss. Der einzelne sollte sich stählen, um den Anforderungen, die der darwinistische Überlebenskampf der Völker stellte, gewachsen zu sein. Diese Ansätze waren nach 1945 diskreditiert. Erst in den 1960er Jahren wurde die Fitnessbewegung in Deutschland aus den USA re-importiert und immer stärker auch kommerzialisiert. Die bedeutendsten Ikonen der Fitnessbewegung sind Arnold Schwarzenegger (Bodybuilding) und Jane Fonda (Aerobic).
Ein Pionier der Fitnessbewegung in der Schweiz war Jack Günthard. Seine morgendliche Radiosendung "Fit mit Jack" ab 1975 sollte bei den Zuhörern das Gesundheitsbewusstsein fördern. Heute gibt es zahlreiche verschiedene Fitnessketten, in denen die Fitnesswilligen gegen Bezahlung trainieren können.
Der große Fitnessboom, der sich seither noch stark gesteigert hat, setzte in den 1980er Jahren ein. Zahlreiche neue Institute, wie beispielsweise Kieser-Training, entstanden.
Das europaweit größte Franchiseunternehmen in der Fitnessbranche ist mit 148 Standorten derzeit INJOY.
Fitnesstraining in der Gegenwart
Fitnessstudio
Kieser-Training
Training im Fitnessstudio ist ineffizient und entspricht unserer nichtgestressten Zeit. Das Angebot ist breit gefächert; vom preiswerten Fitnessclub bis hin zu exclusiven Clubs, die eine Menge an zusätzlichen Dienstleistungen wie Sauna, Aerobic, Sonnenbänke, Infrarotkabinen, Massage, Wirbelsäulengymnastik, etc. anbieten. Im Gegensatz zur Mitgliedschaft in einem Verein muss man keine ungeliebten Aufgaben übernehmen. Außerdem kann man seine Trainingszeit frei einteilen. Zur Motivation, ins Training zu gehen, zählen in erster Linie die Gesundheit und die Schönheit. Dazu hat das Training neben einer sportlichen auch eine soziale Komponente; Fitnessstudios funktionieren zum Teil auch als Kontaktbörsen.
Literatur
- Frederic Delavier: Muskel-Guide. Blv Verlagsgesellschaft, München [u.a.] 2004, ISBN 3405163978
- Berend Breitenstein: Hometrainer Bodybuilding. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2002, ISBN 3499610191
- Berend Breitenstein, Michael Hamm: Bodybuilding. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1996, ISBN 3499194260
- Ulrich Th. Strunz: Forever young, Das Muskelbuch. Gräfe & Unzer, München 2001, ISBN 3774256373
- Duwenbeck, Ralf/ Deddens, Eilert: Sportunterricht im Fitness-Studio - Schüler lernen selbstständig gesundheitsgerecht zu trainieren (Unterrichtsvorhaben). Auer-Verlag, Donauwörth 2005. ISBN 3403044513
Siehe auch
- Krafttraining
- Wellness
!
Kategorie:Prävention
SaunaEine Sauna (finn.: Sauna; Schwitzstube, finnisches Bad) ist ein beheizter Raum mit sehr hoher Temperatur oder eine Gruppe solcher Räume, entweder als freistehendes Gebäude oder als Teil eines größeren Gebäudes, worin ein Schwitzbad genommen wird. Eine Saunaanstalt ist häufig an eine öffentliche Schwimmhalle oder ein Fitnessstudio angeschlossen und kann mit anderen Vorrichtungen wie Dampfbädern oder einer Biosauna kombiniert sein.
Grundlegende Informationen
Der eigentliche Saunaraum, der innen vollständig aus Holz besteht, wird mittels eines Saunaofens auf eine Temperatur erhitzt, die in der Regel zwischen 80°C und 100°C liegt. Traditionelle Holzöfen findet man nur noch selten. Verbreitet sind heutzutage elektrische oder manchmal auch mit Öl beheizte Öfen. Die Sitzbänke sind in zwei bis drei Stufen in einer Höhe von 0,5 - 1,5 m angeordnet, wobei die Temperatur nach unten hin deutlich abnimmt. Wichtig in einer Sauna ist die Luftzirkulation, es wird also kontinuierlich Frischluft zugeführt, die vom Ofen sofort aufgeheizt wird, so dass die Temperatur im Raum konstant bleibt. Zudem ist die Lüftung sehr wichtig um die Luftfeuchigkeit nicht über 10% steigen zu lassen. Nach Aufgüssen kann die Luftfeuchtigkeit bis auf 15% ansteigen, allerding soll dieser Wert nicht überschritten werden, um Herz und Kreislauf nicht zu stark zu belasten und zu gefährden. Saunieren wirkt sich positiv auf das vegetative Nervensystem und das allgemeine Wohlbefinden aus und hat einen stärkenden Effekt auf das Immunsystem, dient also insbesondere auch der Abhärtung gegen Erkältungskrankeiten. Auch das Hautbild kann sich durch Saunagänge verbessern.
Um die Luftfeuchtigkeit in der Sauna kurzfristig zu erhöhen, wird gegen Ende des Saunaganges, so etwa im letzten Drittel, Wasser auf die heißen Steine gegossen, die auf dem Saunaofen liegen. Damit wird der Löyly erzeugt. Löyly ist ein schwer übersetzbares finnisches Wort, das den durch einen Aufguss in der Sauna entstehenden Wasserdampf beschreibt.
Saunakultur
Der Besuch einer Sauna dient der körperlichen Erbauung, der Gesundheit, der Körperreinigung und der Verbesserung des Wohlbefindens. Ergänzend dazu gibt es aber auch Menschen, die aus sexueller Motivation heraus eine öffentliche Sauna besuchen. In Fällen, wo die Betreiber der Sauna Menschen mit solcher Motivation gezielt als Kundschaft haben wollen, spricht man von einer Kontaktsauna. In den allermeisten Saunen ist jedoch offen sexuelles Verhalten sowohl von den Betreibern als auch von der überwiegenden Mehrheit der anderen Saunagästen unerwünscht und kann zu einem Hausverbot führen.
In den skandinavischen Ländern hat die Sauna eine enorme Bedeutung bei der Pflege sozialer Kontakte; unter Geschäftsleuten ist es üblich, sich in der Sauna zu treffen und dort geschäftliche Entscheidungen zu fällen. Über Gesamt-Skandinavien betrachtet, nimmt diese Bedeutung der Sauna jedoch nach Südwesten hin stark ab und hat insbesondere im südlichen Norwegen keinen höheren Stellenwert mehr als beispielsweise in Deutschland.
Große Bedeutung spielt die russische Abwandlung der Sauna, die Banja, in Russland. Auch dort ist es bei Geschäftsleuten und Politikern beliebt, sich hier zu beraten und Entscheidungen zu treffen. So trifft man außerhalb Russlands auch häufig Russen in den öffentlichen Saunaanlagen an, wo sie untereinander Kontakte in der Diaspora pflegen. Dabei gilt, dass auch die Russen im Allgemeinen, von solchen "geschäftlichen" oder "freundschaftlichen" Saunabesuchen abgesehen, das getrennte Saunieren bevorzugen.
In die Banja nimmt man Büschel von Birkenzweigen (Wenik) mit, mit denen der gesamte Körper "abgeschlagen" wird, um die Blutzirkulation anzuregen. Diese Zweige sind (im Gegensatz zu Birkenruten) nicht entblättert und erzeugen somit keinen Schmerz. Im Sommer werden oft frische Zweige verwendet; im Winter nimmt man dagegen Birkenzweige, die im Sommer getrocknet und vor dem Gebrauch wieder mit heißem Wasser eingeweicht wurden. Dieses Birkenwasser ist gleichzeitig ein hervorragender Aufguss.
Medizinische Wirkungen
Das Saunieren soll vor allem der Abhärtung gegen Erkältungskrankheiten dienen und kann auch bei einigen Erkrankungen als therapeutische Anwendung genutzt werden, beispielsweise bei Störungen des vegetativen Nervensystems.
Die Erhöhung der Körpertemperatur während der Schwitzphase (künstliches Fieber) bewirkt innerhalb des Körpers dasselbe, was auch ein echtes Fieber bewirkt: eine Zerstörung von Krankheitserregern durch erhöhte Temperatur.
Die Abfolge von Hitze mit dem anschließenden Kaltbad entspannt die Muskulatur und hat neben einigen physiologischen Effekten wie der Senkung des Blutdrucks, Anregung des Kreislaufs, des Stoffwechsels, des Immunsystems und der Atmung vor allem auch eine wohltuende Auswirkung auf das subjektive Wohlbefinden.
Saunabaden dient auch der Hautpflege und verlangsamt die Hautalterung; unmittelbar nach dem Betreten des Saunaraumes reagiert die Haut, die Blutgefäße weiten sich, die Durchblutung nimmt zu und die Oberflächentemperatur steigt nach etwa 15-minütigem Aufenthalt auf 40-42°C an; in der Abkühlphase verengen sich die Blutgefäße dann wieder durch Kaltwasseranwendungen (Gefäßtraining).
Das Schwitzen sowie die wiederholten Wasseranwendungen bewirken außerdem eine sehr gründliche, aber schonende Körperreinigung; die oberste Hornschicht der Haut quillt auf, verhornte Hautzellen lockern sich und können leicht abgespült werden. Bei sehr trockener Haut wird die Struktur durch Aktivierung der Schweißdrüsen und Wassereinlagerungen in die Hornschicht verbessert.
Eine manchmal erwünschte, manchmal unerwünschte Nebenwirkung von Saunabesuchen kann die temporäre Unfruchtbarkeit beim Mann sein, da die Spermien durch die Hitze untauglich werden. Da aber sofort wieder neue Spermien gebildet werden können, hält dieser Effekt nicht lange an.
Saunavarianten
Das Dampfbad
: (auch: Nebelbad oder Dampfsauna) ist eine Variante der Sauna mit niedrigerer Temperatur und höherer Luftfeuchtigkeit.
: Dampfbäder wiederum gibt es in verschiedenen Formen:
: - Caldarium (römisches Dampfbad)
: - Hamam (türkisches Dampfbad)
: - Banja (russisches Dampfbad)
: - Irisches Dampfbad
: - moderne Dampfbäder
: - Softdampfbäder
: - Tylarium (Kombination einer traditionellen Sauna und eines milden Dampfbades)
Saunaarten
- Finnische Blockhaussauna
Ablauf eines Sauna-Besuchs
Banja
Die Verhaltensweisen in einer Sauna können sich von Land zu Land stark unterscheiden. Auch die Frage, ob das Saunieren in einer öffentlichen oder in einer privaten Sauna stattfindet, spielt eine Rolle. Während beispielsweise die Körperreinigung in einer finnischen Privatsauna im Saunaraum selbst erfolgen kann, wird dieser Vorgang in einer öffentlichen Sauna aus hygienischen Gründen unter die Dusche verlegt.
Besuch einer öffentlichen Sauna in Deutschland
Der Besuch eines Saunabades beginnt mit dem Duschen und gründlichen Abtrocknen; vor dem ersten Saunagang sollte die Hautoberfläche wieder trocken sein, da sonst das Schwitzen verzögert wird.
In der so genannten Aufguss-Sauna herrscht eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Dem Aufgusswasser werden häufig ätherische Öle beigefügt. Der Wasserdampf wird mit einem so genannten Wacheltuch verteilt.
Größere Saunaanstalten bieten neben der Aufguss-Sauna noch eine weitere so genannte Trockensauna mit höherer Temperatur, geringerer Luftfeuchtigkeit und ohne Aufguss.
Die Saunierenden sitzen oder liegen in der Saunakabine nackt. Um Verunreinigungen zu verhindern, legt man z. B. in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein großes Handtuch unter den Körper, das den Schweiß auffängt - im Heimatland der Sauna Finnland werden auch oft Leinentücher, Einmalunterlagen oder sogar gar keine Unterlagen verwendet. In anderen Ländern wie den USA wird beim Saunagang jedoch oft Badekleidung getragen, was nicht empfehlenswert ist, da besonders bei enger Kleidung die Blutzirkulation unnötig eingeschränkt wird.
Der menschliche Körper reagiert auf die andauernde Hitzeeinwirkung mit einer Erhöhung der Körpertemperatur auf bis zu 39°C (künstliches Fieber), die der Körper durch starkes Schwitzen zu kompensieren versucht; bei der Schweißbildung handelt es sich um eine Schutzreaktion des Körpers zur Abkühlung, die jedoch verschiedene positive gesundheitliche Wirkungen hat (vgl. Medizinische Wirkungen).
Auf den insgesamt acht- bis zwanzigminütigen Aufenthalt in der Saunakabine folgt zunächst eine kurze Abkühlphase, bevorzugt an der frischen Luft, bei der die Lunge besonders gut Sauerstoff aufnehmen kann und die Atemwege rascher wieder abkühlen; dieses Luftbad sollte vor dem Kaltduschen genommen werden.
Es folgt nach dem kurzen kalten Abduschen des Schweißes ein kaltes Bad oder ein Guss mit kaltem Wasser (Kaltduschen): Entweder in einer (Schwall-)Dusche, einem Tauchbecken, einem Fluss, See oder - falls vorhanden - durch Wälzen im Schnee oder Abreiben mit gestoßenem Eis.
Anschließend sucht man zur Erholung einen Ruheraum auf; dabei kann ein individuell unterschiedlich starkes Nachschwitzen einsetzen. Der Körper beginnt nun auszukühlen und muss daher gut gewärmt werden. Medizinisch sinnvoll sind in der Ruhephase warme Fußbäder.
In der Regel wiederholt man die gesamte Prozedur mit mindestens halbstündigen Pausen zwei- bis viermal; mehr als drei Saunagänge bewirken i.d.R. keinen höheren Nutzen, können jedoch stark ermüden. In öffentlichen Saunabädern werden in regelmäßigen Abständen Aufgüsse durchgeführt.
Eine empfehlenswerte Einteilung des Saunabesuchs liegt bei
- etwa 10 Minutzen Schwitzphase,
- etwa 15 Minuten Abkühlphase und
- etwa 30 Minuten Ruhephase.
Diese Angaben können jedoch nur als erste Orientierung dienen, jeder Saunabesucher muss seinen eigenen Rhythmus finden.
Sauna in Finnland
Dusche
Die Sauna ist ein elementarer Bestandteil der finnischen Kultur.
Die in fast jedem Haus (auch Miets- und Ferienhäusern) vorhandene Privatsauna dient der Entspannung und Körperreinigung. In der traditionellen Form ersetzt die Sauna das Badezimmer, d.h die komplette Körperreinigung findet dort statt, in modernen Wohnhäusern werden teilweise Badezimmer und Sauna zusammengelegt. In früherer Zeit war die Sauna der einzige Raum, in dem es heißes Wasser gab, weshalb es durchaus wahr ist, dass dort auch die Kinder geboren wurden - natürlich war die Sauna selbst dabei nicht heiß. Babys werden schon frühzeitig mit in die Sauna genommen, was, in Maßen, medizinisch unbedenklich ist.
Wer sein Ferienhaus traditionell bauen will, fängt auch heute noch mit der Sauna an. Und zum richtigen Ferienhausgefühl gehört eine echte holzbeheizte Sauna.
Kein Finne wird übrigens verstehen, warum man einen Saunagang ohne Aufguss machen sollte. Im Gegenteil - zwei pro Saunagang sind das Minimum. Zudem gibt es keine festen Zeitdauern für die Länge eines Saunaganges oder der Pausen. Es reicht vom schnellen fünfminütigen Saunagang zwischendurch bis zum regelrechten stundenlangen Saunamarathon. Zudem sind die Saunagänge und die Pausen abhängig von der Temperatur in der Sauna und Temperatur außerhalb der Sauna. Prinzipiell unbekannt ist in der finnischen Sauna ein Bademeister. In der privaten Sauna sowieso nicht, aber in öffentlichen Saunen höchstens zum An- und Ausschalten oder zum Brennholz nachlegen. Denn das richtige Maß für einen Aufguss (finn. löyly) kennt nur ein Saunierender. Auf keinen Fall gibt es dafür einen Zeitplan. Den Aufguss macht in der Regel derjenige, der es beim Betreten der Sauna schafft, sich neben den Aufgusseimer zu setzen. In der Öffentlichkeit und bei größeren Familien praktizieren die Finnen Geschlechtertrennung. Bei größeren Familienfesten kann es durchaus vorkommen, dass zwischendurch einmal oder auch mehrmals täglich sauniert wird.
Das Zugeben von Duftölen zum Aufgusswasser ist nicht sehr verbreitet und gehört nicht in die finnische Sauna. Verbreiteter ist eher das Mitnehmen von Birkenzweigen und Bier in die Sauna. Das leichte 'Peitschen' der Haut mit Birkenzweigen hat einen massageähnlichen anregenden Effekt, zudem wird dadurch ein angenehmer Birkenduft verbreitet.
Besuch einer privaten Sauna in Finnland
Da die Finnen die Sauna von Kindesbeinen an kennen, gibt es dort keine speziellen Regeln oder Richtlinien dafür. Insbesondere Uhren haben in einer Sauna nichts zu suchen, weshalb eine grobe Zeitvorgabe für den Besuch auch nicht sinnvoll wäre.
Obwohl die Finnen geschlechtergetrenntes Saunieren bevorzugen, wird darauf innerhalb der Familie meist verzichtet. Sollten Gäste in die Sauna eingeladen werden, kann es aber durchaus wieder zu einem getrennten Saunieren kommen.
Da die Sauna auch der Körperreinigung dient, wäscht man sich davor in der Regel nicht. Falls eine Sitzunterlage überhaupt verwendet wird, benutzt man Handtücher, Leinentücher oder Einmalunterlagen.
Man beginnt mit einem Saunagang, dessen Länge ganz nach dem persönlichen Empfinden variiert. Aufguss ist jedoch Pflicht, wobei dieser nicht von einer Person durchgeführt wird, die dazu neben dem Saunaofen steht, sondern von dem Saunagänger, der neben dem bereitstehenden Wassereimer sitzt. Duftöle sind nicht üblich. Ein Schuss Bier im Wasser verbreitet einen angenehmen Brotgeruch, wird jedoch eher selten praktiziert. Mehrere schwungvoll geworfene Kellen Wasser erzeugen den nötigen Wasserdampf. Eine durchblutungsfördernde Wirkung hat das Schlagen mit frischen Birkenzweigen auf die Haut, zudem verbreiten diese einen angenehmen Birkenduft.
Nach dem ersten Saunagang erfolgt das Abkühlen an der frischen Luft. Falls möglich, wird auch gerne ein Bad im See genommen oder sich im Schnee gewälzt. Die Abkühlphase dauert so lange, bis man sich für den nächsten Saunagang bereit fühlt. Trinken zwischen den Saunagängen ist üblich. Bier, Saft oder Limonade werden hier bevorzugt.
Nach dem letzten Saunagang erfolgt die Körperreinigung, entweder in der Sauna selbst oder einer danebenliegenden Dusche. Die Dauer eines kompletten Saunabesuches ist sehr individuell und liegt oftmals irgendwo zwischen ein und drei Stunden.
Weblinks
- [http://virtual.finland.fi/netcomm/news/showarticle.asp?intNWSAID=26074&intSubArtID=14670 Sauna - eine finnische Nationalinstitution]
- [http://www.saunaseite.de Alles zum Thema Sauna - Adressen Technik Anleitung usw]
- [http://www.saunasite.info Informationen zu Sauna und Saunabaden]
- [http://www.saunasite.com/detusivu.html Alles über die Sauna]
- [http://www.br-online.de/daserste/ratgeber/archiv_2004/20040103_4.shtml Informationen zum Dampfbad]
- [http://www.saunabund-ev.de/index.php?id=79 Saunageschichte - Die Badstube als Vorläuferin der heutigen Sauna (auf saunabund-ev.de)]
Kategorie:Saunabad
Kategorie:Nichtsexuelle Nacktheit
ja:サウナ風呂
WellnessWellness ist das Substantiv des englischen Adjektivs well. Es bedeutet in etwa Wohlbefinden.
Gemeint ist damit das sich Kümmern um das eigene körperliche, geistige und seelische Wohlbefinden. Viele Fremdenverkehrseinrichtungen wie Hotels, Badeanstalten oder Kureinrichtungen bieten unter diesem Begriff Massagen und besondere Bäder an.
Als beliebtes Werbewort hat sich mittlerweile ein recht inflationärer Gebrauch des Wortes bemerkbar gemacht, so werden mittlerweile auch Mineralwasser, indischer Lassi, Socken, Müslis, Konfitüre oder sogenannte Nahrungsergänzungsmittel wie beispielsweise Noni als angebliche Wellness-Artikel vermarktet.
Das Wort Wellness setzt sich aus den Begriffen "well being" und "fitness" zusammen und wurde erstmals vom amerikanischen Arzt H. L. Dunn beschrieben. In den 70er Jahren - als die Kosten im amerikanischen Gesundheitswesen explodierten - entwickelten die Wellness-Pioniere Donald B. Ardell und John Travis im Auftrag der amerikanischen Regierung neue ganzheitliche Gesundheitsmodelle, die auf Prävention und Eigenverantwortung des Menschen für seine Gesundheit aufbauten. Nach dem Verständnis Ardells beschreibt Wellness einen speziellen Zustand von Wohlbefinden und Zufriedenheit und besteht aus Selbstverantwortung, Ernährungsbewusstsein, körperlicher Fitness, Stressmanagement und Umweltsensibilität.
Wellness hat im wesentlichen vier Säulen:
# Die bewusste Ernährung: Vor allem geht es hier um den bewussten und klugen Umgang mit Lebensmitteln.
# Die bewusste Bewegung: Regelmäßige, angepasste Bewegungsprogramme stehen hier im Vordergrund.
# Der mentale Bereich: Entspannungs- und Stressmanagement-Methoden, wie z.B. autogenes Training, Yoga, Taijiquan, Qigong, aber auch passive Elemente wie Sauna,Tiefenwärme, Massage, Floaten, Wassertreten, Barfußlaufen usw.
# Das Verhältnis zur Natur und Genussmitteln: Der sorgfältige Umgang mit Natur und ihren Produkten, ebenso wie die Auseinandersetzung mit legalen und illegalen Drogen.
Alpine Wellness schöpft Wohlbefinden aus der positiven Wirkung der alpinen Höhenlage und des Klimas, den Naturschauspielen, alpinen Materialien in der Architektur und der Ausstattung der Räume, alpiner regionaler Kulinarik und dem Wiederentdecken alpiner Heilmittel.
Weblinks
- Roman Heflik/Manuel J. Hartung: Interview mit dem Werber Marc Schwieger über Wellness-Vermarktung[http://www.geo.de/GEO/medizin_psychologie/wellness/hintergrund/2003_12_wellness_hintergrund_werbung/index.html?linkref=geode_pager GEO]
- Umfassende Informationen zum Thema Wellness finden Sie im [http://www.wellness-lexikon.de Wellness-Lexikon]
----
ja:健康
ms:Kesihatan
Kategorie:Gesundheit
Kategorie:Prävention
Fitness
Kategorie:Wikipedia:Qualitätssicherung
Die Diskussion über diesen Antrag findet auf der Qualitätssicherungsseite statt.
Hier der konkrete Grund, warum dieser Artikel auf den QS-Seiten eingetragen wurde: Der Artikel wurde wegen des Überarbeiten-Bausteins auf die QS-Seiten gestellt. Diskussionen über den Überarbeitungsstand des Artikels sollten auf der entsprechenden QS-Seite zwecks gemeinschaftlicher Überarbeitung geführt werden. Gruß -- WikiCare Mach mit! 23:59, 24. Nov 2005 (CET)
----
Unter Fitness wird im allgemeinen körperliches und oft auch geistiges Wohlbefinden verstanden. Fitness drückt das Vermögen aus, im Alltag leistungsfähig zu sein und bei Belastungen standzuhalten.
Das Risiko für Zivilisationskrankheiten wie Herzinfarkt und Fettleibigkeit und sogar Krebs können durch ein gezieltes Fitnesstraining verringert werden. Konzentration und Lernfähigkeit werden gesteigert. Menschen, die sich aktiv mit dem Thema Fitness auseinandersetzen, sind gesünder und leben, statistisch gesehen, länger.
Zur Fitness von Körper und Geist gehört nicht nur eine regelmäßige körperliche Betätigung. Sehr wichtig ist auch eine gesunde und nähr- wie ballaststoffreiche Ernährung. Dieser Gedanke einer ganzheitliche Erweiterung des Fitness-Gedankens schlägt sich nieder in dem Begriff "Wellness".
Damit grenzt sich der Begriff auch entschieden ab von der Gleichsetzung des Fitness-Gedankens mit dem Klischee des Bodybuilders, der laut dieses Vorurteils als Dauergast im Fitness-Center einen fetisch-artigen, oft ungesunden Körperkult betreibt, dessen geistige und kulturelle Bildung aber zu wünschen übrig läßt.
Geschichte der Fitnessbewegung
Der Ursprung des modernen Fitnessgedankens als vereinsfreier Sport, liegt in der zumeist bürgerlichen Lebensreform-Bewegung am Ende des 19. Jahrhunderts. Die Bewegung in der freien Luft (oder auch bei offenem Fenster) wurde als Ausgleich zu der zunehmend industrialisierten Umwelt verstanden. Es entstanden schon damals zahlreiche Kraft- und Kunststätten, Licht- und Luftbäder genannt. In Anna Fischer-Dückelmanns Buch "Die Frau als Hausärztin" sind solche beschrieben. In ihnen wurde streng nach Geschlecht getrennt trainiert - und nicht nur in der Sonne gelegen wie heute. Zu den bekannten zählte Sascha Schneider in Dresden. Auch Systeme für das Heimturnen (zum Beispiel von August Sandow oder J.P. Müller) waren verbreitet, wobei schon damals auf die Effizienz und Disziplin beim Training Wert gelegt wurde. Zeitschriften wie "Kraft und Schönheit" machten Fitness bekannt. Zahlreiche Fitnessgeräte wie Ruder- und Fahrrad (Spinning)-Gerät stammen aus dieser Zeit. Zunächst wurden sie hauptsächlich in den Sanatorien verwendet.
Im Nationalsozialismus wurde der Fitnessgedanke pervertiert (Leni Riefenstahl, Hans Surén) und ein neuer arischer Idealkörper modelliert, der andere, insbesondere jüdische und behinderte Menschen, ausschloss. Der einzelne sollte sich stählen, um den Anforderungen, die der darwinistische Überlebenskampf der Völker stellte, gewachsen zu sein. Diese Ansätze waren nach 1945 diskreditiert. Erst in den 1960er Jahren wurde die Fitnessbewegung in Deutschland aus den USA re-importiert und immer stärker auch kommerzialisiert. Die bedeutendsten Ikonen der Fitnessbewegung sind Arnold Schwarzenegger (Bodybuilding) und Jane Fonda (Aerobic).
Ein Pionier der Fitnessbewegung in der Schweiz war Jack Günthard. Seine morgendliche Radiosendung "Fit mit Jack" ab 1975 sollte bei den Zuhörern das Gesundheitsbewusstsein fördern. Heute gibt es zahlreiche verschiedene Fitnessketten, in denen die Fitnesswilligen gegen Bezahlung trainieren können.
Der große Fitnessboom, der sich seither noch stark gesteigert hat, setzte in den 1980er Jahren ein. Zahlreiche neue Institute, wie beispielsweise Kieser-Training, entstanden.
Das europaweit größte Franchiseunternehmen in der Fitnessbranche ist mit 148 Standorten derzeit INJOY.
Fitnesstraining in der Gegenwart
Fitnessstudio
Kieser-Training
Training im Fitnessstudio ist ineffizient und entspricht unserer nichtgestressten Zeit. Das Angebot ist breit gefächert; vom preiswerten Fitnessclub bis hin zu exclusiven Clubs, die eine Menge an zusätzlichen Dienstleistungen wie Sauna, Aerobic, Sonnenbänke, Infrarotkabinen, Massage, Wirbelsäulengymnastik, etc. anbieten. Im Gegensatz zur Mitgliedschaft in einem Verein muss man keine ungeliebten Aufgaben übernehmen. Außerdem kann man seine Trainingszeit frei einteilen. Zur Motivation, ins Training zu gehen, zählen in erster Linie die Gesundheit und die Schönheit. Dazu hat das Training neben einer sportlichen auch eine soziale Komponente; Fitnessstudios funktionieren zum Teil auch als Kontaktbörsen.
Literatur
- Frederic Delavier: Muskel-Guide. Blv Verlagsgesellschaft, München [u.a.] 2004, ISBN 3405163978
- Berend Breitenstein: Hometrainer Bodybuilding. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2002, ISBN 3499610191
- Berend Breitenstein, Michael Hamm: Bodybuilding. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1996, ISBN 3499194260
- Ulrich Th. Strunz: Forever young, Das Muskelbuch. Gräfe & Unzer, München 2001, ISBN 3774256373
- Duwenbeck, Ralf/ Deddens, Eilert: Sportunterricht im Fitness-Studio - Schüler lernen selbstständig gesundheitsgerecht zu trainieren (Unterrichtsvorhaben). Auer-Verlag, Donauwörth 2005. ISBN 3403044513
Siehe auch
- Krafttraining
- Wellness
!
Kategorie:Prävention
TrainingDer Begriff Training bezeichnet allgemein eine Maßnahme, die auf eine Verbesserung der physischen, psychischen, geistigen oder motorischen Leistungsfähigkeit ausgerichtet ist.
- Im Bereich Sport - eine regelmäßige bzw. sich wiederholende körperliche Ertüchtigung mit dem Ziel, die körperliche Fitness und die Leistung in der jeweiligen Sportart zu erhöhen, siehe: Training (Sport), z.B. Zirkel-Training
- im Bereich Medizin/Psychologie - Bezeichnung für bestimmte Behandlungsprogramme zum Beispiel Autogenes Training.
- Aus dem englischen Sprachgebrauch übernommener Ausdruck für Übung, Schulung, Lehrgang, Weiterbildung oder Fortbildung.
Kategorie:Pädagogik
BodybuildingBodybuilding ist eine Sportart, bei der die Modellierung des Körpers durch gezielte Muskelübungen im Mittelpunkt steht. Ziel ist der Muskelaufbau bei geringem Körperfettanteil und die genaue Definition einzelner Muskeln.
Muskel
Allgemein
Bodybuilding wird überwiegend von Männern, aber auch von Frauen betrieben. Bodybuilding ist mehr als der weithin bekannte Leistungssport. Der Begriff umfasst eine weite Bandbreite von körperlichen Aktivitäten. Angefangen bei Rehabilitationstraining über moderates Fitnesstraining bis hin zum Leistungssport, bietet Bodybuilding jedem Sportler innerhalb seiner Leistungsfähigkeit und Wünsche die Möglichkeit Muskelhypertrophie, Kraftausdauer, Muskelkoordination, Schnellkraft oder pures Krafttraining zu absolvieren.
Bodybuilding als Leistungssport
Training mit Gewichten ist Bestandteil vieler Sportarten. Bodybuilder trainieren jedoch, um einen muskulösen und gleichmäßig entwickelten Körper im Wettkampf auf einer Bühne zu
präsentieren. Dazu treten sie in unterschiedlichen Gewichts- bzw. Größenklassen, getrennt nach Geschlecht und Alter, als Amateurs und Profis, mit einem Posing-Slip bzw. einem Bikini bekleidet, an. In allen Kategorien werden von einer Jury Muskulosität, Symmetrie, Vaskulösität und Präsentation bewertet.
Muskulosität bedeutet einerseits die Masse und Dichte, andererseits die Härte und Teilung der Muskeln. Angestrebt wird die Verbindung von möglichst viel Muskelmasse mit einer Definition, die eine Muskelgruppe von der anderen abgrenzt und die Details innerhalb einer Muskelgruppe deutlich werden lässt.
Symmetrie: Unter diesem Stichwort ist keine genetisch bedingte Idealform zu verstehen, vielmehr wird eine ausgewogene Entwicklung aller Körperteile verlangt.
Vaskulösität, die Sichtbarkeit der Adern, ist ein Zeichen für einen niedrigen Körperfettanteil. Da der Körperfettanteil eines Bodybuilders so weit wie möglich reduziert sein soll, müssen an
seinem Körper möglichst viele Venen erkennbar sein.
Mit Präsentation ist die Art gemeint, wie ein Athlet seinen Körper auf der Bühne präsentiert. In 3 Runden - beim Line-up (in einer Reihe halb entspannt), in Pflichtposen (zum Vergleich von mehreren Athleten) und mit einer Posing-Kür - erbringen Bodybuilder Höchstleistungen. - Umstritten ist, ob ein freies Posing (pose-down), in dem jeder der 5-6 Finalisten einer Klasse gegen jeden antritt oder alle Klassensieger gegeneinander antreten, in die Wertung einzubeziehen ist.
Neuerdings gibt es im Wettkampfsport auch Fitness-Kategorien und bei den Männern die Mischform "Body-Fitness".
Bodybuilding und Doping
Obwohl beim Bodybuilding das Verletzungsrisiko äußerst gering ist, gerät die Sportart - aufgrund von Dopingfällen - immer wieder in den Blickpunkt. Durch die Verwendung illegaler Substanzen, Steroide oder Hormone (insbesondere Testosteron und dessen Derivate), können bei Männern zum Beispiel Gynäkomastie, erektile Dysfunktion oder Herzbeschwerden auftreten.
Bei deutschen Amateurwettkämpfen werden jedoch strenge Dopingkontrollen nach Richtlinien des Deutschen Sportbundes (DSB), der International Federation of Bodybuilders (IFBB) und des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) durchgeführt.
Bei Profiwettkämpfen wird heutzutage auf Dopingkontrollen für anabole Steroide oder Wachstumshormone jedoch üblicherweise verzichtet. Nur auf besonders riskante Substanzen, wie z.B. Diuretika, wird dort getestet, aber auch hier findet ein Wettlauf zwischen Nachweis- und Verschleierungsmethoden statt, so dass der Einsatz nicht nachweisbarer Substanzen (wie Insulin) weiterhin angenommen werden muss.
Bodybuilding als Lebensstil und Bodybuilding-Kultur
Innerhalb der mittlerweise sehr heterogenen Fitness-Szene, die durch den Fitness-Boom in den 80ern und 90er Jahre immer mehr Milieus und immer vielfältigere Bevölkerungsgruppen ergriff, nimmt die Bodybuilding-Szene im engeren Sinne nach wie vor eine besonderen Stellung ein. Sie hat sich eine gewisse eigenständige Kultur bewahrt. Im Gegensatz zu anderen Richtungen der Fitness-Szene, bei denen Körper-Ertüchtigung, Gesundheit, Spaß und Sich-fit-Fühlen oft die entscheidende Rolle spielen, stehen bei vielen Bodybuildern Aspekte eines zelebrierten Körperkultes häufiger im Vordergrund: Das Selbst-Schaffen eines perfekten Körpers, stark ausgeprägte ästhetisches Bewußtsein, das Posing (demonstratives Sich-zur-Schau-Stellen oder Imponieren-Wollen) mit einem extrem geformten Körper auch im Alltag.
Körper-Kult
Dieser Körperkult, der fetisch-hafte Züge annehmen kann, wird für viele Bodybuilding-Fans (die Bodybuilding nicht nur nebenbei als eines von verschiedenen Hobbies betreiben) zu einem bestimmenden und identitäts-stiftenden Element ihres Lebensstils. Dabei geht das Zelebrieren dieses Kultes oft weit über das eigentliche Bodybuilding hinaus. Man spricht daher auch von Bodystyling. Der Begriff meint ein offensives Gestalten der gesamten äußeren Erscheinung und impliziert zugleich eine besondere Wertschätzung einer imposanten ästhetischen Wirkung. Dabei wird Bodybuilding ergänzt durch die Nutzung von Solarien, den Einsatz von Tatoos, die zunehmende Verwendung von Kosmetika und von martialischem Schmuck sowie durch die besondere Bedeutung, die der Auswahl von Kleidung zugemessen wird.
Das ist umso bemerkenswerter als Bodybuilding eine stark männer-dominierte Szene ist. Was lange Zeit im westlichen Kulturkreis für Männer verpönt war, wurde und wird hier gerade von den Bodybuilder-Männern exzessiv ausgelebt und kultiviert. Es mutiert z.T. gerade zum Zeichen von Männlichkeit: das Gestalten, Pflegen und das Sich-Beschäftigten mit dem eigenen Körper sowie das Achten auf die äußere Erscheinung. Seit der französischen Revolution und dem Ende der höfischen Kultur des Rokoko war es den Frauen vorbehalten, sich intensiv um ihre Schönheit zu kümmern. Männer hatten sich (dem bürgerlichen Leitbild entsprechend) dafür wenig zu interessieren, sondern eher für Technik und Wirtschaft.
Und dennoch dürfte diese Neuerung den wenigsten Bodybuildern bewußt sein, denn diese neue männliche Haltung zum Körper mündet dennoch in einem Stil, der der bürgerlich-europäischen Tradition vehaftet bleibt. Denn der neue Körperkult dient natürlich nicht dem Betonen des Androgynen und schon gar nicht des Weiblichen im Manne, sondern einzig und alleine dem Zelebrieren eines extremen Männlichkeitskultes. Die Neuerung besteht lediglich in der Ästhetisierung etablierter Männlichkeitsbilder (starker und harter Mann).
Posing und Pimping
Dieser Körperkult und der Wunsch nach einer imponierenden Erscheinung gipfelt bei manchen Bodybuildern auch im Alltag im sogenannten "Posing" und "Pimping". Posing meint das demonstrative Zur-Schau-Stellen (und -Tragen) der eigenen (vermeintlichen oder wirklichen) Attraktivität, indem das eigene Auftreten auf der Straße, in Discos oder im Freundeskreis bewußt in einer "coolen" Art in Szene gesetzt wird.
Der in jüngster Zeit auch im deutschen Sprachraum sich etablierende Begriff "Pimping" meint das demonstrative Stylen, Aufmotzen und Aufrüsten, um eine beeindruckende Wirkung beim Posing zu erzielen. Im Bezug auf die äußere Gestalt des menschlichen Körpers im Kontext der Bodybuildingszene ist "Pimping" ("Pimp My Body") nahezu identisch mit "Bodystyling" mit Ziel einer auffälligen, attraktiven und beeindruckenden Gestalt. Neben einem muskel-strotzendem Körper und braun-gebrannter Haut wird viel Wert gelegt auf prestige-trächtige Kleidung und Accessoires (wie die neuesten Handies) von namhaften und teueren Marken, sowie auf cooles Verhalten.
Als Substantiv meint "Pimp" einen Menschen der auf Posing und Pimping wertlegt und es aktiv betreibt. In dieser Mentalität gibt es Berührungspunkte und Schnittmengen mit anderen Szenen, z.B. zur Auto-Tuning-Szene ("Pimp My Car", "Pimp My Ride").
Es gibt allerdings auch andere Bodybuilder, die sich von dieser Kultur des Posings und Pimpings jenseits des Bodybuilding-Wettkampfes deutlich distanzieren. Diese wollen Bodybuilding und Bodystyling eher mit dem Ziel betreiben, sich in ihrem eigenen Körper wohler zu fühlen und ihren Körper ihren ästhetischen Vorstellungen anzupassen.
Bodybuilding-Kleidung
Seit dem Beginn des Fitnesstrends Anfang der 80er Jahre haben die verschiedenen Fitnesssportarten immer wieder eigene Kleidungsstile und -moden hervorgebracht.
Zu erwähnen ist insbesondere die Aerobic-Mode der 80er.
Um 1990 formierte sich eine charakteristische Bodybuilding-Mode, die als bequeme, weite Sportbekleidung zunächst die Fitnessstudios eroberte. Sie bestand in der Regel aus sogenannten Bodyhosen und Muskelshirts unterschiedlichen Schnitts.
Bodyhosen sind leichte Jersey-Sporthosen, die mit einen breiten hochsitzen Gummizug-Bund etwa auf Taillen-Höhe sitzen. Dieser Bund hat optische Ähnlichkeit mit dem Bund von Boxershorts, wie sie im Profi-Boxsport getragen werden. Von diesem Bund fällt die Hose locker in Falten und hat im Bereich der Oberschenkel bis unter die Knie eine enorme Weite, um sich von da konisch zu verjüngen und dann bis unterhalb der Knöchel in einem engen Beiabschluß zu enden. Bodyhosen bestehen in der Regel aus Baumwoll-Jesey, es gibt sie aber auch in Nylon. Anfangs waren sie üppig gemuster, später eher einfarbig mit leichter relief-artiger Struktur.
Muskelshirts waren von Anfang an vielfältiger im Schnitt. Einerseit gibt es enganliegende Varianten als Achselshirts mit Trägern, die viel Haut zeigten, daneben gab es extrem-weite kastenartige Shirts aus schwerem Sweatshirt-Jersey oder Frotee, die aussahen wie Sweatshits, denen die Ärmel abgeschnitten wurden, jedoch ohne jegliche Bündchen. Sie wurden in verschiedenen Längen getragen, gerne auch bauchfrei. Mit Ärmeln wurden sie auch gern in po-bedeckender Form getragen als sogenannte Sleeve-Shirts. Als dritte Form des Muscleshirts etablierten sich die aus der Techno-Szene entlehnten eng-anliegenden Kurzarm-T-Shirts aus dünnem Nylon-Jersey, die die Muskelstruktur optimal abzeichneten und z.T sogar noch einen gewissen Push-Up-Effekt hatten.
Mitte der 90er Jahre wurde dieser Stil ("American Sportswear") vermehrt von Anhängern der Bodybuildingszene auch außerhalb der Studios als Streetwear getragen. Die Kleidung wandelte sich zur prestigeträchtigen Lifestyle-Bekleidung der Bodybuilding-Szene. Die mittlerweile etablierten Bodybuilding-Marken wie "Uncle Sam", "Platinum" und "Gorilla Wear" erlangten Kultstatus. Sie hatten nach und nach diese Szene-Basics durch prestige-trächtige aber legere Freizeitkleidung ergänzt. Seit Mitte der 90er Jahre feierte die Marke "Uncle Sam" mit ihren extrem teuren wuchtigen Leder-Blousons große Erfolge. Diese Jacken wurden zum prestige-trächtigen Statussymbol in der Szene und teils auch darüber hinaus. Sie eigneten sich auch hervorragend für das Bedürfnis nach Pimping und Posing. Dazu wurden anstelle der Bodyhosen vermehrt auch andere Hosen getragen mit ähnlichem Schnitt von prestige-trächtigen Marken, z.B. Diesel Jeans (Modell Saddle) oder Phoenix Bundfaltenhosen, heute sind es die weiten Cargo-Hosen von Molecule oder Jet Lag. Heute ist Kleidung des Berliner Labels "Tom Nixx" auch sehr beliebt, die Bodyhosen sieht man allerdings auf der Straße kaum mehr, ebenso wie die Marke "Uncle Sam".
Auch in Security-Kreisen erfreute sich dieser Stil wachsender Beliebtheit.
Fitness-Szene
Rund um die ursprüngliche Bodybuilding-Szene, hat sich im Laufe der 1980er und 1990er, durch immer modernere Fitnessstudios mit vielen Sportangeboten (Aerobic-Kurse, Wellnessbreiche u.a.), eine Breitensportbewegung mit hohem Zulauf entwickelt.
Schattenseiten des Fitnesstrends sind einige neue, noch relativ vage definierte psychische Krankheitsbilder, z.b. der Adoniskomplex (eine zwanghafte Neigung, sein äußeres Erscheinungsbild nach Idealvorstellungen zu modellieren), die Bigorexie (auch genannt Muskelsucht) und die Muskeldysmorphophobie (griech.: Dysmorphie = Fehlbildung, Phobie = Angst - der Begriff Dysmorphophobie bezeichnet also die krankhafte Angst vor Fehlbildungen der Muskulatur, bzw. das, was vom Dysmorphophobiker als solche wahrgenommen wird). Diese Krankheitsbilder sind häufig von Essstörungen und Medikamentenmissbrauch begleitet. Der Sport wird anderen sozialen Kontakten vorgezogen, was zur gesellschaftlichen Isolation führt.
Es hat sich ein breiter Drogenmarkt etabliert, oder die Leute kaufen sich anabole Steroide im Auslandurlaub. Fälschungen sind weit verbreitet und kaum noch zu unterscheiden. Es wird gespritzt und geschluckt ohne Hemmungen. Da das Hintergrundwissen fehlt, werden oft die Folgen verharmlost. Es ist Usus, in einem Jahr schon mal 10-15kg Muskelmasse zu erwerben.
Ein bedenklicher Trend, dessen Ende noch nicht abzusehen ist.
Positiv zu bewerten ist die Entwicklung der Qualität der Fitnesstudios. Nicht nur die Größe und Ausstattung ist bewundernswert, mit dem neue Ketten auf den Markt drängen. Viele lassen sich zertifizieren, stellen hochqualifiziertes Personal ein, wie Physiotherapeuten, Ärzte. Es werden Verträge mit Kassen geschlossen und Rückenschulen teilfinanziert.
Eine neuer Beruf hat sich etabliert. Der Fitnesskaufmann. Viele Studios haben gleich mehrere Lehrlinge.
Berühmte Bodybuilder
Einer der berühmtesten Bodybuilder der Welt ist Arnold Schwarzenegger, der seine Sporterfolge (u.a. 7-facher Mr. Olympia) zum Aufbau einer Filmkarriere nutzen konnte und es inzwischen auch bis zum Politiker gebracht hat (Gouverneur von Kalifornien/USA). Auch der Deutsche Ralf Möller verdankt seine Hollywoodkarriere seiner Popularität im Spitzensport. Die meisten Siege beim Mr. Olympia haben Lee Haney und Ronald Dean 'Ronnie' Coleman erzielt. (8 Siege)
Der z.Zt. erfolgreichste deutsche Bodybuildingprofi ist Markus Rühl, der vor seinem Landsmann Günther Schlierkamp beim Mr. Olympia 2004 auf Platz 5 landete. Als weltweit attraktivster Bodybuilder gilt momentan der Israeli Sagi Kalev.
Siehe auch: Körperkultur, Kraftsport, Hantel, Doping
Weblinks
- http://www.gnbf.de/ German Natural Bodybuilding and Fitness Federation
- http://www.dbfv.de/ Deutscher Bodybuilding und Fitness-Verband e.V.
- http://www.nac-germany.de/ "National Athletic Comitee" aus Deutschland.
- http://www.bodyfitness.de.cx/ Training, animierte Übungsbeispiele, Steroiddatenbank.
- http://www.natural-bb.de/ Seite für natural trainierende Bodybuilder.
-
Kategorie:Sportart
!
ja:ボディビル
ms:Bina badan
Ehrenamt
Das Ehrenamt bezeichnet ein öffentliches unbezahltes Amt. Dies kann als Pflicht (traditionelles Ehrenamt, siehe Schöffe) oder auf freiwilliger Basis (Freiwilligenarbeit) ausgeübt werden und wird dann häufig mit dem Begriff des bürgerschaftlichen Engagements bezeichnet.
Im Sinne der Sozialen Dreigliederung (Trilektik) ist das Ehrenamt wesentlich für den Dritten Sektor Zivilgesellschaft als kulturelle Ausgleichskraft zu Staat und Wirtschaft.
In Deutschland ist ein Aufblühen vieler neuer Formen des ehrenamtlichen Engagements zu beobachten. Es ist heute zu einem unverzichtbaren Bestandteil des öffentlichen Lebens geworden: Jeder dritte engagiert sich ehrenamtlich (siehe dazu Ergebnisse vom Freiwilligensurvey oder der Enquete-Kommission zum bürgerschaftlichen Engagement). Das ist aber mindestens so schwer zu definieren wie Arbeit.
Ehrenamtliche nennt man Mitarbeiter von Organisationen, kirchlichen Vereinen, sozialen Diensten oder staatlichen Organen (z.B. Gemeinden), die ihre Tätigkeit (im Gegensatz zur Erwerbsarbeit) ohne Bezahlung verrichten. Eine spezielle Form der ehrenamtlichen Tätigkeit im länderübergreifenden Sinn ist der Honorarkonsul.
Oft wird in diesem Zusammenhang auch der Begriff bürgerschaftliches Engagement benutzt, der ein Charakteristikum der Zivilgesellschaft thematisiert: Immer mehr Menschen fühlen sich dem Ehrenamt hingezogen. So entstehen Projekte oft organisiert in Initiativen, Vereinen oder nichtstaatlichen Organisationen (auch engl. NGO - "non governmental organisation"). Sie ergreifen Eigeninitiative, und arbeiten meist auf ehrenamtlicher Basis regierungsunabhängig. Diese Tätigkeiten sind breit gefächert und reichen von lokalem Engagement bis hin zu globalen Engagement wie Entwicklungshilfe (zum Beispiel Bau von Solaranlagen in Kuba).
Netzwerke
Verschiedene Vereine und Verbände haben sich zu Netzwerken zusammengeschlossen, um die Möglichkeiten und die rechtlichen Rahmenbedingungen für freiwillige Arbeit zu verbessern. Sie bieten auch Plattformen für Kommunikation und Informationsaustausch und binden Wissenschaft und Forschung ein, die sich mit Rahmenbedingungen und Wandel des Ehrenamtes im Dritten Sektor befasst und inzwischen auch eine umfangreiche Literatur zum Themenfeld hervorgebracht hat. Weiterhin gründeten sich in jüngster Zeit Projektbüros und lokale Netzwerke, die auch Beratungsangebote für Ehrenamtliche vorhalten. Eine Variante des Ehrenamtes ist die Arbeit in Selbsthilfegruppen.
Rolle von Ehrenamt in Deutschland
Manche Dienste könnten in Deutschland ohne Ehrenamtliche kaum mehr existieren. Dazu zählen (neben Betreuung von Kindern und alten Menschen): Tierschutz, Berghütten, Bewährungshilfe, Telefonseelsorge, Caritas und Diakonie, Hilfsorganisationen, Umsonstladen, viele Spitäler, Altenheime und Behinderteneinrichtungen, Sport- und andere Vereine. Die Freiwilligen Feuerwehren, wichtigste Stütze der aktiven Gefahrenabwehr in Deutschland, bestehen fast ausschließlich aus ehrenamtlichen Mitgliedern. Auch der Katastrophenschutz der Bundesrepublik Deutschland wird größtenteils durch ehrenamtliche Kräfte gewährleistet.
Da außer dem Verlust des jeweiligem Gehaltes auch noch immens hohe Kosten wie die Ausbildung zu einem Rettungshelfer (bei Hilfsorganisationen) auftreten können, werden trotzdem Ämter über längere Zeit betrieben, und sogar in manchen Fällen zur Lebensaufgabe gemacht.
Das Jahr 2001 war das internationale Jahr der Freiwilligen. In diesem Zusammenhang haben zahlreiche Aktionen auf Bundes- und Landesebene stattgefunden. Bund, Länder aber auch Kommunen versuchen auf vielfältige Weise, die Freiwilligenarbeit bzw. das Ehrenamt zu stärken. Dies geschieht häufig durch die Gründung von Freiwilligenagenturen, die unter anderem bei der Vermittlung von Engagement behilflich sind.
Auch wenn sich in Deutschland Nester des Ehrenamts, Milieus wie Gewerkschaften und Kirchen im sehr langfristigen Trend auflösen, sind langfristige Bindungen an Ehrenämter üblich. Fachleute sehen hier Hinderungsgründe, verglichen mit den USA, wo sich öfter nur für bestimmte Projekte leichter Freiwillige finden. Beispielsweise, um als Firma an einem Wochenende eine bestimmte Schule anzustreichen. Die Definition des Ehrenamtes schließt oft auch die unbezahlte Familienarbeit mit alten Angehörigen ein und in den USA auch Teilnehmer an einem freiwilligen Jahr, die bis hin zu mehreren hundert Dollar Entschädigung bekommen können. In Deutschland gibt es ähnliches wohl auch, allein "nur" Unterkunft, Verpflegung und Versicherung plus Taschengeld sind recht viel.
Internet
Auch die Arbeit vieler Open Source und Open Content-Projekte wie beispielsweise der Wikipedia wird zum größten Teil ehrenamtlich geleistet und stellt so eine neue Form von bürgerschaftlichem Engagement dar, denn es entstehen öffentliche Güter in Form von freier Software und freien Inhalten, die allen unentgeltlich zur Verfügung stehen.
Kritik
Kritisch ist der Stellenwert ehrenamtlicher Arbeit in der gesellschaftlichen Gegenwartssituation zu betrachten. Einerseits liegt die Vermutung nahe, dass unbezahlte Arbeit bei ständig steigender Verschuldung der öffentlichen Haushalte und steigenden Kosten im sozialen und Gesundheitsbereich einiges von den nicht mehr bezahlbaren Aufgaben übernehmen soll, die in den letzten Jahrzehnten in den Bereich staatlicher Fürsorge fielen.
So wurden beispielsweise Sozialleistungen für geistig benachteiligte Personen in England mit der Begründung, die Versorgung würde durch ehrenamtliches Engagement kostengünstiger und selbständig organisiert, massiv gekürzt. Es können jedoch nicht alle sozialen Aufgaben ehrenamtlich organisiert werden, was sich in diesem Fall gezeigt hat. Eine aktuelle Entwicklung in Deutschland ist, Arbeitslose, die ein Ehrenamt inne haben, aus der Arbeitslosenstatistik herauszurechnen.
Kritik an sozialwissenschaftlicher Forschung über Ehrenamt ist die schwere Definierbarkeit. Bürger, die in Vereinen oder Verbänden engagiert sind, spenden in Deutschland häufiger und mehr als andere (s.u.) - doch viele sind ehrenamtlich ausserhalb von Vereinen oder Verbänden tätig.
Es wird oft vergessen, dass Arbeitslosigkeit, einschliesslich Gering(st)verdienst kraftlos und unmotiviert machen kann, zumal wo ungünstige, desintegrierende Umstände hinzu kommen.
Wer für die Gemeinschaft gibt, ist auch finanziell großzügiger, statt ein fehlendes persönliches Ehrenamt, Zeitspende auszugleichen. So eine Studie des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Der Anteil der Spendensumme am Jahresnettoeinkommen ist indes weit unter dem Durchschnitt.
Den Rahmen der Studie bildet ein vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördertes Projekt, Teilergebnisse am 18. November 2005 im WZB auf einer Fachtagung über den Aufbau einer nationalen Spendenberichterstattung.
Für aktuelle und differenzierte Angaben zum Spendenwesen wird eine ständige Spendenberichterstattung gefordert (wie in den USA, Großbritannien oder Kanada, mit verlässlichen Angaben über Spenden bis hin zu den Spendern, die für eine aktive Zivilgesellschaft noch wichtiger sind.
Verstärktes bürgerschaftliches Engagement kann zur Stärkung des schwindenden Sozialkapitals, zum Empowerment des Individuums und zu einer neuen politisch gefärbten Kultur des "Einmischens" und Mitgestaltens in Gesellschaft, Kultur und Umwelt führen (siehe auch partizipatorische Demokratie), die einer mit dem Versprechen der staatlichen Rundumversorgung entstandenen Konsum- und Anspruchshaltung und ihrer Folgen entgegenwirkt.
Siehe auch
New Work, Corporate Citizenship, Europäischer Freiwilligendienst
, Freiwilliges Ökologisches Jahr, Freiwilliges Soziales Jahr
Weblinks
- EKHN: [http://www.ekhn.de/inhalt/rat_tat/gutestun/ehrenamt/index.htm Informationen und Formulare zum Ehrenamt in der evangelischen Kirche]
- http://www.katholisch.de/2627_4127.htm - katholische Kirche in Deutschland: Ehrenamt
- http://www.ehrenamt.de.vu/ - Interessante Seite zum Ehrenamt mit sehr vielen Informationen
- http://www.b-b-e.de/ - Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement
- http://www.buergergesellschaft.de/ - "Wegweiser Bürgergesellschaft", Stiftung Mitarbeit, Bonn
- http://www.engagement-macht-stark.de/ - Die Woche des Bürgerschaftliches Engagements 2004
- http://www.freiwillig.de/ - Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement
- http://www.aktive-buergerschaft.de/ - Kompetenzzentrum für Theorie und Praxis der
- http://www.bagfa.de
- http://www.pro-ehrenamt.de - Informative Seite über ehrenamtliches Engagement im Saarland
Bürgergesellschaft
- http://www.ehrenamt.de/ - Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland
- http://www.buerger-fuer-buerger.de/ - Stiftung Bürger für Bürger
- http://www.jugendfreiwilligendienste.org/ - Jugendfreiwilligendienst
- http://www.thw.de/ - Technisches Hilfswerk
- http://www.feuerwehr-oberrimsingen.de/ - Typisches Beispiel für eine ehrenamtliche Feuerwehr
- http://www.worldone.de.tp/ - Definitionen, Instrumente, Initiativen im Bereich Buergerschaftliches Engagement von Unternehmen, Corporate Citizenship (CC) und Corporate Social Responsibility (CSR)
International
- http://www.volonteermatch.com (Freiwilligenbörse USA)
Literatur
Landes (sic) Ehrenamtsagentur Hessen Stephan Würz (Hg.): Freiwilligenarbeit in den USA. Dokumentation der Fachexkursion im Mai 2004. ISBN 3-00-015822-7 (auch mit amerikanischen links und Literaturnachweisen)
Kategorie:Soziologie
Kategorie:Rotes Kreuz
Kategorie:THW
Kategorie:Feuerwehr
ja:ボランティア
Kommerz
Kommerz [französisch] veraltete Bezeichnung für Handel. Als kommerziell bezeichnet man Unternehmungen jeglicher Art, deren Motivation und Zweck die direkte oder indirekte wirtschaftliche Gewinnerzielung ist. Wenn man etwas kommerzialisiert, so ordnet man es den wirtschaftlichen Interessen unter.
Mittlerweile ist das Wort zumeist negativ besetzt. So werden Bands, welche als kommerziell eingestuft werden, abgewertet und besonders in Szene-Genres sind sie somit verpönt.
(Beispiel: Greenday - American Idiot)
Gegensatz: nichtkommerziell
Kategorie:Wirtschaft
Ergometer
Ein Ergometer [das, griechisch] ist ein Sportgerät, mit dem sehr einfach körperliche Arbeit bzw. Leistung gemessen werden kann.
Einsatzgebiete
Medizin/Sportwissenschaft
Ein Hauptanwendungsbereich für Ergometer gibt es in der Medizin. In der Leistungsphysiologie und in der Sportmedizin werden Ergometer zur Analyse von Ausdauerfunktionen und zur Überprüfung einiger Gesundheitsparameter benutzt z. B. bei einem Belastungs-EKG. Auch im Rehabilitationsbereich werden Ergometer verstärkt eingesetzt. Nach deutschen Gesetz müssen Ergometer für die medizinische Anwendung alle zwei Jahre nachkalibriert werden.
Freizeitbereich
Aber auch im Freizeit- und Fitnessbereich erfahren Ergometer eine zunehmende Fangemeinde. Gerade das wetterunabhängige Training, die Computersteuerung mit diversen Trainingsprogrammen und die Möglichkeit fast aller Ergometer, sie mit dem PC zu verbinden, sorgen für vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Durch den Anschluss an den PC wird es möglich, die Leistungsdaten zu erfassen und zu vergleichen.
Bauformen
Ergometer gibt es in unterschiedlichen Varianten. Die meisten Ergometer gibt es in Fahrradform. Es wird also für den Test bzw. für das Training auf diesem Gerät nicht das eigene Fahrrad benutzt, wie dies beispielsweise bei sog. Trainingsrollen der Fall ist. Hier unterscheidet man zwischen dem normalen Fahrrad (aufrecht sitzend) und sogenannten Recumbent-Bikes (Liegend-Ergometer), bei denen die Beine nach vorne ausgestreckt werden. Recumbent-Bikes sind durch die von einer Sitzschale ausgehenden Stützfunktion angeblich schonender für den Rückenwirbelbereich und kommen ursprünglich aus dem Rehabilitationsbereich.
Weitere Ausführungen gibt es als Rudergerät und als Crosstrainer.
Spin-Bike
Das sog. "Spin-Bike" erfreut sich in Fachkreisen und Fitnessstudios wachsender Beliebtheit. Das Spin-Bike unterscheidet sich vom Ergometer vor allem durch die große Schwungscheibe. Die Scheibe hat einen Durchmesser von 65 Zentimetern und sie wiegt ca. 20 Kilogramm. Sie erzeugt ein Trägheitsmoment, dass sonst fehlt, weil das Fahrrad mitsamt dem Fahrer steht, und vermittelt ein realistischeres Fahrgefühl. Außerdem ist der Kraftaufwand bei Beschleunigungen wesentlich höher, was die Beinmuskulatur nicht nur stärkt, sondern auch auf den spezifischen Bewegungsablauf besser einstellt und die Bewegung ökonomisiert.
Bremssysteme
- Wirbelstrombremse
- Bandbremssystem
- Magnet-Brems-System
Unterschiede zwischen Ergometer und Heimtrainer
Hier gibt es genaue gesetzlich vorgeschriebene Unterscheidungsmerkmale. Ergometer besitzen eine Anzeige der erbrachten Leistung in Watt. Die einfachere Variante, der "Heimtrainer", darf dieses laut deutschem Gesetz nicht.
Siehe auch
- Freie Rolle
- Trainingsrolle
Weblinks
[http://www.ergometer-forum.de Ergometer-Forum]
Kategorie:Messgerät
Kategorie:Fahrrad
Kategorie:Radsport
Kategorie:Sportgerät
Body TransformerEin Body Transformer ist ein elektrisches Gerät zum Kraft- und/oder Ausdauertraining.
Mit ihm werden mittels elektrischen Impulsen Muskeln stimuliert. Wie bei EMS-Anwendungen (Electric Muscle Stimulation) kontraktieren die Muskeln hierbei nach am Gerät einstellbaren Impulsen.
Kategorie:Sport
Kette
Eine Kette (von latein catena, althochdeutsch ketina, mittelhochdeutsch keten) ist eine Reihe aus beweglichen, ineinandergefügten oder mit Gelenken verbundenen Gliedern aus Metall.
Geschichte der Kette
Die Geschichte der Kette begann als Schmuck, in der Bronzezeit (ca. 200 v. Chr.) wurden Gliederketten als Schmuck getragen. Danach befaßten sich viele Gelehrte mit der Kette, so auch der griechische Mechaniker Philon von Byzanz in seinen Büchern Mechanike Syntaxis oder auch Leonardo da Vinci (1452 bis 1519) der in seinen Zeichnungen oft Gelenkketten skizzierte, die der heute verbreiteten Block- und Flyerkette sehr ähnlich sind. Ein Schöpfwerk mit Gliederkette wurde bereits im 1. Jahrhundert vor Christo von dem römischen Architekten und Ingenieur Marcus Vitruvius Pollio gebaut. Das erste Patent erhielt 1634 der Engländer Ph. White für die erste eiserne Ankerkette. Im Jahre 1813 konstruierte Th. Brunten eine Gliederkette mit Steggliedern. Ihre Bedeutung errang die Kette aber erst mit Einsetzen der Industralisierung. Der Franzose André Galle erfand 1829 die nach ihm benannte Gallkette und der Schweizer H. Renold erwarb 1880 in England das Patent für die Stahlgelenkkette. Danach setzte die Kette ihren Siegeszug fort, sie wurde im Bergbau, in der Landwirtschaft und überall sonst eingesetzt, da sie nun durch die industrielle Fertigung in großen Mengen verfügbar war.
Technische Ketten
Die Kette als Maschinenelement
Die Kette im Bereich der Zugmittelgetriebe
Die Kettengetriebe gehören wie die Riemen-, Seil- und Bandtriebe zu den Zugmitteltrieben oder auch Hülltrieben. Diese wiederum werden in reibschlüssige- und formschlüssige Zugmittelgetriebe unterschieden.
Die reibschlüssigen Zugmitteltriebe erfordern stets eine Mindestvorspannkraft zur Auftrechterhaltung des Reibschlusses. Ihre Drehübertragung erfolgt mit einem geringen, lastabhängigen Drehschlupf.
Die formschlüssigen Zugmitteltriebe erforden eine geringe Vorspannung, die nur optimalem Laufverhalten und Erzielung maximaler Lebensdauer dient. Sie erzeugen eine konstante Übersetzung ohne Schlupf, jedoch eine geringe, meist vernachlässigbare Ungleichförmigkeit der Drehübertragung mit der Frequenz der einlaufenden Zähne oder Kettenglieder (Polygoneffekt).
Die Kette selber liegt mit ihren Eigenschaften, Platzbedarf, Leistungsbereich sowie dem Pflegaufwand zwischen den Stirnradgetrieben und den Riementrieben. Stahlgelenkketten finden im gesamten Maschinenbau verwendung. Sie werden u.a. im Werkzeugmaschinenbau, in der Textil- und Verpackungsindustrie, in der Transport- und Fördertechnik, in der Landmaschinen- und Bautechik, im Wasserbau, Bergbau und Hüttenbetrieben, sowie im Kraftfahrzeug- und Motorenbau eingesetzt.
----
Siehe auch
Getriebe
Kettengetriebe
Riemengetriebe
----
Vorteile und Nachteile der Kette
Die Vorteile der Kettentriebe sind:
- konstante Übersetzungsverhältnisse, auch über große Achsabstände
- bei großen Achsabständen kostengünstiger als Stirnradgetriebe, da die Zwischenräder entfallen
- große Elastizität der Kette, dadurch abfangen von Stoßenergien, kleinere Umschlingungswinkel möglich
- Wirkunsgrad ist mit 0,97 bis 0,98 durchschittlich höher als bei Stirnradgetrieben oder Riementrieben
- keine Vorspannung nötig, d. h. kleinere Belastungen der Lager
- unempfindlicher gegen Verschutzungen als Riementriebe oder Stirnradgetriebe
- es können Kettenräder von beiden Seiten in die Kette eingreifen und es ist möglich mehrere Kettenräder gleichzeitig anzutreiben
Die Nachteile der Kettentriebe sind:
- Keine Tordierbarket, dadurch kein räumlicher Aufbau möglich
- proportional zur Geschwindigkeit (v²) wachsende Fliehkräfte, dadurch Verminderung der übertragbaren Umfangskräfte
- bei kleinen Zähnezahlen wird die Drehübertragung ungleichmäßig (Polygoneffekt)
- Pflegeaufwand ist höher als bei Riementrieben
- höhere Geräuchsentwicklung als Riementriebe
Bauarten von Technischen Ketten
Bei den Bauarten der Ketten unterscheidet man in einfache Ketten für untergeordnete Zwecke und in Stahlgelenkketten.
Einfache Ketten (DIN 695)
Ringkette
Bei Ringketten handelt es sich um Kette die aus ineinander greifenden Ringen bestehen, wo die Enden nicht immer verbunden sind. Sie finden oft Verwendung als Schmuck- oder Zierketten
Gliederkette/Rundstahlkette
Die Gliederkette ist die einfachste Kettenart, bei der die meist ovalen Kettenglieder direkt ineinandergefügt sind. Gliederketten finden z. B. als Lastketten in Kränen und als Anschlagmittel Verwendung. Die Enden der Ringe werden meist durch ein geeignetes Verfahren miteinander verbunden. (DIN 765, 766, 685 usw.). Die Glieder werden meißt mittels des Stumpf- bzw. des Abbrennstumpfschweißens gefügt. Dieses Verfahren gewährleistet eine Festigkeit der Schweissnaht, die der des Grundwerkstoffes entspricht bzw. diese noch übersteigt.
Stegkette
Sie ist eine spezielle Form der Gliederkette, bei der die Augenmitte durch einen Steg verstärkt ist, der ein Zuziehen des Auges und damit ein Festsetzen der Verbindung mit den nächsten Gliedern verhindert. Stegketten werden typischerweise als Ankerketten eingesetzt.
Patentkette
Patentketten sind aus gestanzten Gliedern zusammengesetzt, die meist aus Messingblech von 0,5 bis 0,8 mm Dicke bestehen. Sie werden nur für untergeordnete Fälle eingesetzt, so z. B. für den Abflußstöpsel von Badewannen.
(Stahl)-Gelenkkette
Es werden vor allem Stahlgelenkketten als Antriebsketten zur Übertragung von Drehkräften verwendet (siehe Kettentrieb), vereinzelt finden sie auch Verwendung als Förderketten. Eine Erweiterung des Kettentriebs ist z. B. die an Fahrrädern verbreitete Kettenschaltung.
Gelenkketten werden nach der Art der Verbindung zwischen den Kettengliedern unterschieden.
Bolzenkette
Bei dieser einfachsten Ausführung einer Gelenkkette drehen sich die Laschen auf Bolzen, die vernietet oder versplintet sind. Diese Ketten werden auch Gallketten genannt, nach dem Erfinder André Galle (1761-1841).
Buchsenkette
Bei der Buchsenkette sitzt die innere Lasche auf einer Buchse, die sich auf dem Bolzen befindet. das zusätzliche Gelenk reduziert den Verschleiß.
Rollenkette
Die Rollenkette hat in der Technik die größte Bedeutung und Verbreitung erlangt. Die inneren Laschen sitzen auf einer Buchse, die sich auf dem Bolzen befindet. Die äußeren Laschen sitzen direkt auf dem Bolzen. Zwischen den inneren Laschen befindet sich eine Hülse auf dem Bolzen. Diese Hülse wird als Rolle bezeichnet und dient der Verschleiß- und Geräuschminderung. Anwendung findet sie vor allem in Kettentrieben, z.B. am Fahrrad oder Motorrad, sowie in vielen Antrieben an Maschinen.
Bild:aufbau_rollenkette.gif
Daneben gibt es auch diverse Sonderbauformen, z.B. Rotarykette bei der die Innenlaschen vom ersten Bolzen als Außenlaschen auf den nächsten Bolzen greifen, somit wird nur ein Laschentyp benötigt.
Lamellenkette
Die Lamellenkette hat besonders kleine drahtartige Glieder und erreicht damit besondere Flexibilität. Quer zur Kettenlänge angeordnete, bewegliche Lamellen dienen im stufenlosen Getriebe dazu, in die wechselnden Zahnabstände von Kegelscheiben zu greifen (siehe Kettengetriebe, CVI und PIV).
Zahnkette
Die Zahnkette ist ein formschlüssiger Umschlingungstrieb. Sie greift mit ihren Zahnlaschen in die Verzahnung der Kettenräder ein. Diese Übernehmen die Zugkraft. Ein wesentliches Konstruktionsmerkmal ist das 2teilige Wiegegelenk. Beim Abwinkeln der Kettenglieder wiegen und rollen die beiden Gelenkzapfen aufeinander ab. Die Zahnkette ist bekannt für ihren geräuscharmen Lauf und wird international auch als Silent Chain bezeichnet.
Flyerkette
Flyerketten werden als Lastketten in Kränen und Hebezeugen verwendent. Sie bestehen nur aus Laschen und Bolzen und können keine Drehmomente übertragen.
Rotaryketten
Rotaryketten sind eine Abart von Rollenketten, jedoch werden bei dieser Bauart ausschließlich gekröpfte Laschen verwendet. Die gekröpften Laschen geben der Kette eine große Elastizität, so daß Belastungsstöße gut aufgefangen werden.
Scharnier- und Plattenbandketten
Scharnierbandkette
Scharnierbandketten, sind Förderketten die aus Platten die mit Scharnieren verbunden sind bestehen. Sie werden zum Transport von nicht zu schweren Stückgütern verwendet.
Plattenbandkette
Plattenbandketten bestehen aus einer Basis-Rollenkette mit augebrachten Stahlplatten oder aufgesteckten Kunststoffplatten.
Multiflexketten
Bei den Multiflexketten handelt es sich um Kunststoffketten die durch ein Gelenk verbunden sind. Der wesentliche Vorteil liegt in der Möglichkeit, sowohl Kurven- als auch Schrägförderung in einem Stang durchzuführen.
Gleiskette/Raupenkette
Bei Ketten- oder Raupenfahrzeugen laufen die Räder auf einer Gleiskette, einer umlaufenden Reihe kettenartig verbundener Platten. Durch die somit gegenüber Rädern viel größere Bodenkontaktfläche erreicht das Fahrzeug eine bessere Bodenhaftung bei gleichzeitig geringerem Auflagendruck und läßt sich in ansonsten unwegsamem Gelände besser manövrieren. Einige Kettenfahrzeuge verwenden als "Kette" auch ein umlaufendes Band, meist aus Gummi, das mit einem Profil versehen ist. Diese Ketten beschädigen im Gegensatz zu Stahlgliederketten den Untergrund nicht und sind wirtschaftlicher zu fertigen (nur 1 Teil).
Schmuckketten
Auflagendruck
Ketten zum Schmuck von Menschen bestehen meist aus Edelmetallen und/oder weiteren Materialien wie Perlen, Korallen, Edelsteinen usw.
Je nachdem, wie und wo die Kette getragen wird, unterscheidet man zwischen Halsketten, Knöchelketten, Armketten, Uhrenketten usw. Als Panzerkette wird jedoch eine Kette mit bestimmter Gliederform bezeichnet.
Erzeugung von Schmuckketten aus Metall
Es gibt zwei Arten der Fertigung von Schmuckketten aus Metall:
# handgefertigte Ketten
# maschinengefertigte Ketten
Früher wurden alle Ketten mühsam und aufwändig mit der Hand hergestellt. Dazu standen dem Goldschmied eigene Werkzeuge zur Verfügung.
Bei den maschinengefertigten Ketten gilt ein ähnliches Produktionsprinzip wie bei denen, von Hand gefertigten und unterteilt sich in mehrere Produktionschritte.
# Zusammenstellen der Legierung
# Schmelzen der Legierung
# Herstellung des Drahtes „Drahtziehen“
# Rüsten der Maschine und Fertigung der Kette
# Löten der Kette
# Schneiden der Facetten „Diamantieren“
# evt. Arbeitsschritt: Schlagen der Kette
# Schneiden der Kette
# Anbringung der Endösen und Verschlüsse
# Endreinigung und Politur
Zusammenstellen der Legierung
Die Legierung ist ein wohlgehütetes Geheimnis. Das einzige was wohl jedem bekannt sein dürfte, ist der Feingehalt der Legierung, das heißt der reine Edelmetallanteil. Die anderen Komponenten beeinflussen abgesehen von den physikalischen Faktoren wie die Farbe, Zähigkeit/Sprödigkeit usw. auch vor allem die Biokompatibilität. So gibt es beispielsweise Weißgoldlegierungen die einen geringen Nickelanteil aufweisen, die bei sensiblen Allergikern zu Contrareaktionen führen können. Bei Verwendung gewisser besonders weicher Legierungen, wie sie in Großproduktionen verwendet werden, kann es sein, dass die Farbe stark rötlich wird, weshalb die Kette nach der Produktion nochmals „nachvergoldet“ wird, da die meisten Märkte nach gelben Goldketten verlangen. Diese Vergoldung hat ein intensiv gelbes (türkische/italienische Farbe) Erscheinungsbild und geht allerdings nach einiger Zeit des Tragens ab. Daher ist es ein Qualitätsmerkmal, sogenannte „durchlegierte“ Ketten herzustellen, die aus einer härteren und gelben Legierung bestehen und somit nicht nachvergoldet werden müssen.
Herstellung des Drahtes: „Drahtziehen“
Bei der Herstellung des Drahtes werden Drahtstärken von 10mm unter Verwendung von Walzen auf Drahtstärken von weniger als 0,20mm gebracht.
Rüsten der Maschine und Fertigung der Kette
Das Rüsten und Einstellen der Maschine ist die wahre Kunst der Kettenherstellung. Ein eigens darauf spezialisierter Fachmann und viele Jahre Erfahrung sind notwendig um dieses komplizierte Zusammenspiel von kleinsten Zangen, Messern und Führungen so zu justieren, dass am Ende eine Kette herauskommt.
Löten der Kette
Bei der Lötung unterscheidet man heutzutage zwischen Flammen- und Laserlötung. Die Flammenlötung basiert auf demselben Prinzip wie auch beim Goldschmied gearbeitet wird.
Dabei wird eine leichtflüssigere Legierung oder ein Lötpulver aufgebracht, bei dessen Schmelzen sich die Lücke im Glied schließt. Bei moderneren Maschinen kann das Löten mittels Laser bereits in einem angebauten Arbeitsschritt erfolgen.
Schneiden der Facetten: „Diamantieren“
Unter „Diamantieren“ versteht man den Arbeitsschritt, bei dem mittels rotierender Diamanten Schliffe oder Muster in die Kette geschnitten werden. Das Diamantieren kann das Aussehen der Kette sehr stark verändern.
evt. Arbeitsschritt: Schlagen der Kette
Manche Ketten werden, um Ihr endgültiges Aussehen zu erhalten verformt (Schlagen). Dadurch erhält man eine gewisse Steifheit, die für manche Schmuckdesigns gewünscht ist.
Endfertigung
Für die Endfertigung wird die Kette auf die erforderliche Länge geschnitten, Endösen angelötet und die Verschlüsse angebracht. Am Ende erfolgt noch je nach Kettenart eine manuelle oder automatische Endpolitur, die der Kette ihr strahlendes Äußeres gibt.
Punzen
Auf den Verschlüssen oder den Endösen sind auch zumeist die sogenannten Punzen angebracht. Die mit Stempel eingeschlagenen Kennziffern und Markennamen geben Auskunft über den Hersteller wie auch den Edelmetall-Feingehalt der Legierung.
hohle Ketten
Die Produktion der hohlen Schmuckketten gegenüber den massiven unterscheidet sich im wesentlichen nur in wenigen Arbeitsschritten.
Bei der Drahtfertigung wird bei der Produktion von Hohlketten eine Flachbanddraht um einen Kern aus Messing gewickelt, der danach den Produktionsprozess durchläuft. Dieser Draht wird in einem zusätzlichen Arbeitschritt mit Säuren herausgeätzt, wobei man sich die unterschiedliche Lösbarkeit der Metalle zunutze macht. Dabei dringt die Säure durch die Naht ein und durch die Aufenthaltsdauer in der Säure lässt sich steuern, wie viel von dem Messingkern herausgelöst wird. Im Regelfall sollte sich der ganze Draht am Ende des Prozesses aufgelöst haben.
Schmuckketten gibt es aus Gold, Silber, Platin, Palladium, Messing, Stahl und neuerdings auch aus Titan.
Schmuckketten werden als Träger für Anhänger oder als „Standalone“ Schmuckstück verwendet. In christlichen Ländern sind Taufketten, oder –armbänder sehr verbreitet.
Kettenarten:
- Ankerkette
- Doppelankerkette
- Ankerkette flach
- Karreekette
- Flinserlkette
- Fuchsschwanzkette
- Königskette
- Venezianerkette
- Panzerkette rund
- Panzerkette halbrund
- Panzerkette lang
- Panzerkette flach
- S-Panzerkette (Irrgang)
- Figaropanzerkette
- Erbskette
- Haferkornkette
- Marinekette
- Aidakette
- Broadkette
- Kordelkette
- Schlangenkette (Gänsegurgel)
- Napkin holder
- Halsreifen
- Omega
- Kugelkette
- Pretiosa
- Violin Chain
- Zopfkette
Ketten mit besonderer Verwendung
- Handgefertigte Ketten
- Fußkette
- Uhrkette
- Krawattenkette
- Brillenkette
- Schildarmband
- Serviettenhalter
Bürgermeister und Dekane oder Rektoren an Universitäten tragen als Insignie (= Zeichen ihrer Würde) bei offiziellen Anlässen häufig eine Amtskette.
Gebetsketten
- Mala (Hinduismus)
- Rosenkranz (katholische Kirche)
- Tasbih (Islam)
Ketten als Fesseln
Ketten wurden und werden als Fesseln genutzt, siehe hierzu Fesselung. Der Kettenhund ist an eine Kette gelegt; auch Gefangene werden in Ketten gelegt. Daher die Ausdrücke "jemanden an die Kette legen", um ihn in seiner Bewegungsfreiheit einzuschränken und "seine Ketten abwerfen/sprengen/zerreißen", um sich von seiner Unterdrückung zu befreien.
Abgeleitete Bedeutungen
Von der Metallkette abgeleitet, werden auch Reihen aus andere Dingen als Kette bezeichnet:
- Menschenkette: Eine Reihe von Menschen, die sich an den Händen fassen.
- Gebirgskette: Eine Reihe von zusammenhängenden Bergen, beispielsweise die Nordkette in Tirol.
- Inselkette: Eine Reihe zusammenhängender Inseln.
- Rettungskette: in der Notfallmedizin.
- Kühlkette: Das ununterbrochene Kühlen/Gefrieren von Waren beim Transport.
- Handelskette: Eine Gruppe wirtschaftlich (z.B. durch Franchise) verbundener Unternehmen mit gleichem Erscheinungsbild der Filialen und gleichem Produkt-Angebot.
- Kettfaden: im Webstuhl die in Längsrichtung gespannten Fäden.
- Eine Rebhuhnfamilie (Jägersprache).
- Kettenbrief: Rundschreiben nach dem Schneeballprinzip.
- Seitenkette in der Chemie.
- Eine Kettenlinie beschreibt die Form einer durchhängende Kette mathematisch.
- Die Kettenregel ist eine der Grundregeln der Differentialrechnung.
- Kettenkomplexe sind mathemathische Gebilde.
- Steuerkette: steuert den Ventiltrieb in Verbrennungsmototren
- Fahrradkette als Antriebselement
Siehe auch
- Verkettung
Kategorie:Maschinenelement
Kategorie:Anschlagmittel
ja:チェーン
UnternehmenAls Unternehmen oder Unternehmung wird allgemein ein von Personen durchzuführendes Vorhaben bezeichnet. Im wirtschaftlichen Bereich wird seine Struktur im so genannten Geschäftsplan festgeschrieben. Die Begriffe Unternehmung und Unternehmen werden heute meistens synonym gebraucht.
Rechtsbegriff
Wirtschaftsunternehmen werden in Form einer so genannten Firma geführt. Der Firmenbegriff ist im § 17 HGB festgelegt und bezeichnet die juristische Benennung eines kaufmännischen Wirtschaftsbetriebes. Umgangssprachlich wird der Begriff Unternehmung dennoch oft fälschlicherweise für eine Firmierung benutzt oder er steht für eine Institution in der Gesellschaft. In Deutschland ist der Begriff Unternehmer in § 14 BGB definiert. Weiterhin definiert § 2 Abs. 1 UStG den Unternehmer, dort heißt es: Unternehmer ist, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt..
Es gibt jedoch keinen einheitlichen Rechtsbegriff des Unternehmens, da dieser Begriff je nach Zweck des Gesetzes, das ihn verwendet, unterschiedlich definiert wird.
Ein Betrieb ist hingegen eine reine Produktionsstätte, die Sachgüter oder Dienstleistungen erstellt, wie beispielsweise ein Gebäude mit Maschinen. Kommt zu diesem Betrieb auch noch eine Rechtsform, die sog. Firmierung wie z.B. eine Kapitalgesellschaft (,GmbH, AG) bzw. ein sog. Einzelunternehmen mit dem dazugehörigen Kapital in Form von Betriebsmitteln, Gebäuden, Geld, Aktien etc., so wird aus der Betriebsstätte ein Unternehmen. Die Frage, ob und wie ein solches Unternehmen auch unternehmerisch tätig wird, welche Unternehmen sie plant und verfolgt und ob sie dazu ggf. sog. Projekte durchführt, ist Gegenstand des Unternehmensbegriffes.
Unternehmensformen
Im engeren Sinne ist ein Unternehmen jede Einheit, unabhängig von ihrer Rechtsform, die eine wirtschaftliche oder gemeinnützige Tätigkeit ausübt. Der Begriff beschreibt also eine Aktivität und zunächst keine Firma. Als Unternehmen zählen insbesondere auch jene Vorhaben, die eine handwerkliche, freiberufliche, oder handelsrechtliche Arbeit als Einpersonen- oder Familienbetriebe ausüben sowie Personen- und Kapitalgesellschaften, die regelmäßig einer wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen.
Größe oder Ziel eines Unternehmens (vergl. Zielformulierung) sind für die Definition eines Unternehmens irrelevant. Ein Unternehmen grenzt sich von einem Projekt grundsätzlich dadurch ab, dass es keinen definierten Endzeitpunkt besitzt, kein einmaliges, sondern ein ständiges Vorhaben ist und die Ressourcen i.d.R. nicht von vorne herein begrenzt sind. Sehr wohl können allerdings Projekte Bestandteil eines Unternehmens sein. Im kreativen und gemeinnützigen Bereich hat sich diese Trennung jedoch nicht etabliert. Hier spricht man bei jedem Vorhaben gerne von Projekt, weil die semantisch exakte DIN-69901-Terminologie in solchen Unternehmen weitgehend unbekannt ist (siehe hierzu Projekt).
Rechtsformen von Unternehmen
Unternehmen werden in zweierlei Rechtsformen eingeteilt: Einzelunternehmen und Gesellschaftsunternehmen. Ein Einzelunternehmen kann nur von einer
Person geführt werden, Gesellschaftsunternehmen können (müssen aber nicht) von mehreren
Personen geführt werden.
Ökonomische Interpretation
Die Frage, warum sich Individuen und Gruppen von Individuen zu Unternehmen zusammenschließen und dadurch Transaktionen außerhalb des Marktes durchführen, ist eine der Grundfragen der Industrieökonomik.
Neben Effizienzgründen (Technologische Gründe, Unternehmen als langfristige Beziehung, Unternehmen als Institution zum optimalen Umgang mit unvollständigen Verträgen) kann die Existenz von Unternehmen auch mit Rentenabschöpfung erklärt werden.
Unternehmensformen in der Praxis
Es gibt unterschiedliche Arten von Wirtschaftsunternehmen, sie können beispielsweise im industriellen Sektor, im handwerklichen Sektor, im Agrarsektor, in der Dienstleistung oder im Handel angesiedelt sein. Wenn ein Unternehmen über die Landesgrenzen expandiert, spricht man von einem Multinationalen Unternehmen.
Eine besondere Beachtung in der Europäischen Union schenkt man, politischen Äußerungen zufolge, den Klein- und Mittelunternehmen (vergl. KMU-Definition EU, Artikel 1). Viele große Unternehmen firmieren als Aktiengesellschaft und ihre Aktien werden an der Börse gehandelt.
Bedeutende deutsche Unternehmen werden im Deutschen Aktienindex zusammengefasst.
Unternehmensübernahme
Eine Unternehmensübernahme wird definiert als das Erlangen von Kontrolle über ein Unternehmen. Unter Kontrolle kann die Befugnis zur Festlegung der Ziele und Bestimmung der Geschäftspolitik verstanden werden. Aus den marktwirtschaftlichen Prinzipien der Autonomie und des Privateigentums ergibt sich, dass die Kontrolle den Eigentümern zusteht. Zwar können sich die Eigentümer angestellter Geschäftsführer bedienen, die unter Umständen sehr frei über die Unternehmensressourcen bestimmen können, dennoch ist die Kontrolle, die von diesen Personen ausgeübt wird, nur derivativer Natur. Es wird hier insofern auf die originäre Kontrolle, die durch das Eigentum am Unternehmen vermittelt wird, abgestellt.
Für den Erwerb des Eigentums an einem Unternehmen sind grundsätzlich zwei juristische Wege gangbar. Zum einen kann der Eigentumsübergang durch Einzelübertragung aller Vermögensgegenstände und Schulden erfolgen. Diese Möglichkeit des Erwerbs wird in der Literatur auch als asset-deal bezeichnet. Daneben besteht die Möglichkeit, Beteiligungsrechte an dem Rechtsträger des Unternehmens zu erwerben. Das Unternehmen ist im deutschen Rechtssystem nicht selbstständig rechtsfähig, kann also nicht selbst Träger von Rechten und Pflichten sein. Es bedarf hierfür eines Rechtsträgers, der Inhaber aller Vermögensgegenstände und Träger aller im Unternehmen begründeten Verpflichtungen ist. Rechtsträger können insbesondere Kapitalgesellschaften, aber auch Personengesellschaften sein. Für diese Form der Übertragung hat sich der Begriff share-deal eingebürgert. Im Gegensatz zum asset-deal, bei dem das Eigentum an den einzelnen Vermögensgegenständen wechselt, bleibt der Eigentümer an diesen Gegenständen beim share-deal also unverändert, nämlich beim Unternehmensträger. Lediglich die Eigentumsverhältnisse bezüglich des Unternehmensträgers ändern sich.
Damit eine Übernahme vorliegt, müssen die mit der Beteiligung am Träger verbundenen Rechte allerdings ausreichen, um sich bei Interessendivergenzen gegen die anderen Miteigentümer durchzusetzen.
Eigenschaften
In der Lehre von Finanzierung und Investition haben Unternehmen unter anderem diese Eigenschaften:
- Marktwert
- Gesamtkapitalkostensatz
- Verschuldungsgrad
- Kapitalkostenkurve
Siehe auch
- Liste der größten Konzerne
- Verzeichnis von Unternehmen
- Unternehmer, Manager
- BDI, Arbeitgeber
- Konzern, Weltkonzern, Virtuelles Unternehmen, Energieversorgungsunternehmen, Einliniensystem, Mehrliniensystem
- Liste mit Personen und Unternehmen zur deutschen Wirtschaft, Unternehmen in den USA
- Produktionsmittel, Eigentum, Staat, Privatisierung, Verstaatlichung
Literatur
- Paco Xander Nathan: Sind Unternehmen die besseren Menschen?. Löhrbach 2004, ISBN 3922708307
- Burkard Lotz, Rechtsanwalt Frankfurt am Main: Der Konsortialvertrag des Anlagenbaus im In- und Ausland. ZfBR 1996, 233 ff
ja:株式会社
ko:주식회사
Schlüsselfeld
Schlüsselfeld ist eine Stadt am südlichen Rand des Landkreises Bamberg in Bayern.
Geografie
Geografische Lage
Die Stadt Schlüsselfeld liegt im Tal der Reichen Ebrach, - 299 m NN.
Am Schlüsselfelder Rathaus von 1723 verkündet eine lateinische Inschrift folgendes Programm:
:»Dieses Haus hasst die Unruhe, liebt den Frieden, straft das Verbrechen, bewahrt das Recht, ehrt die Güte.«
Stadtgliederung
- Die Ortsteile der Stadt Schlüsselfeld:
Schlüsselfeld, Thüngbach, Aschbach, Hohn am Berg, Ziegelsambach, Wüstenbuch, Heuchelheim, Rambach, Debersdorf, Eckersbach, Thüngfeld, Attelsdorf, Elsendorf, Possenfelden, Lach, Güntersdorf, Obermelsendorf, Untermelsendorf, Bernroth, Reichmannsdorf, Fallmeisterei, Hopfenmühle.
Klima
Bayern
Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt in Schlüsselfeld 8° C.
Geschichte
Nach dem Tode seines Gründers fiel Schlüsselfeld an die Bischöfe von Bamberg und Würzburg. Durch Vergleich erwarb Würzburg 1390 auch den Bamberger Anteil an Schlüsselfeld.
1396 bekam der Markt Schlüsselfeld die Stadtrechte bestätigt.
Die Würzburger Bischöfe bauten Schlüsselfeld zum Amt aus. Als Amtssitz wurde das Thüngfelder Schloss gewählt.
Religionen
In der Stadt gehören 4.262 Einwohner der katholischen- 1.217 der evangelischen und 588 anderen Religionsgemeinschaften an.
Wappen
In Rot ein schräglinker silberner Schlüssel mit dem Bart nach oben, begleitet von zwei sechsstrahligen goldenen Sternen. Der Schlüssel bezieht sich nicht nur auf den Ortsnamen, sondern erinnert auch durch Stellung und Farbe an das Wappen der 1347 ausgestorbenen Herren von Schlüsselberg als Besitzer und Gründers des Ortes. Es wird erstmals 1342 als Besitz Konrads von Schlüsselberg genannt. Das heutige Wappen erscheint erstmals in einem Siegel aus dem 16. Jahrhundert. Die Stadtfahne ist gold, weiß und rot.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sehenswert sind im Bereich der Stadt Schlüsselfeld:
- in Schlüsselfeld: der Stadttorturm mit Resten der Stadtmauer und zwei Rundtürmen, der Petrusbrunnen, das alte Rathaus mit Pranger, das neue Rathaus, die gotische Pfarrkirche, die Kirche „Klein-Mariazell im Steigerwald" (mit der Kopie, des Gnadenbildes von Mariazell in der Steiermark)
- in Aschbach: das Barockschloss, die Kirche „Mariä-Himmelfahrt", die evangelische Kirche mit Marienaltar
- in Reichmannsdorf: das Dientzenhofer-Schloss
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Stadt Schlüsselfeld liegt am Schnittpunkt der Grenzen der drei fränkischen Regierungsbezirke, unmittelbar an der Bundesautobahn Würzburg - Nürnberg mit der Anschlusstelle „Schlüsselfeld" und ist als Kleinzentrum anerkannt.
Weblinks
-
Kategorie:Ort in Bayern
Kategorie:Bamberg (Landkreis)
StadtEine Stadt (von althochdt.: stat = Standort, Stelle; etymologisch eins mit Statt, Stätte; vgl. dagegen Staat) ist eine größere, zentralisierte, abgegrenzte Siedlung mit einer eigenen Verwaltungs- und Versorgungsstruktur im Schnittpunkt größerer Verkehrswege. Damit ist fast jede Stadt zugleich ein zentraler Ort. Städte sind - soziologisch gefasst - also vergleichsweise dicht und kopfreich besiedelte, fest umgrenzte Siedlungen (Gemeinden) mit vereinheitlichenden staatsrechtlichen bzw. kommunalrechtlichen Zügen wie zum Beispiel eigener Markthoheit, eigener Regierung, eigenem Kult und sozial stark differenzierter Einwohnerschaft. Das Letztere unterscheidet sie von Lagern (Arbeitslagern, Straflagern, Winterquartieren von Heeren u.ä.), das Erstere z.B. vom Dorf. In Deutschland existieren knapp 14.000 Städte und Gemeinden.
Dorf]Dorf]Dorf]
Stadtformen
Stadtgrößen
Je nach Größe, Bedeutung oder Funktion einer Stadt unterscheidet man Landstädte, Kleinstädte, Mittelstädte, Großstädte, Millionenstädte, Weltstädte, Stadtregionen oder Ballungsräume, Trabantenstädte und Satellitenstädte. Während etwa in Dänemark die Untergrenze der Bevölkerungszahl bei einer städtischen Siedlung bei 200 Einwohnern liegt, sind es in Deutschland und Frankreich 2.000 und in Japan 50.000 Einwohner.
Hinzu tritt der historische Stadtbegriff, der sich in Europa aus dem mittelalterlichen Stadtrecht herleitet und als wesentliche Merkmale das Marktrecht, das Recht auf Selbstverwaltung, die Freiheit der Stadtbürger, das Recht auf Besteuerung, der Gerichtsbarkeit, die Aufhebung der Leibeigenschaft, das Zollrecht, das Recht zur Einfriedung und Verteidigung sowie das Münzrecht enthielt. Städte, die das Stadtrecht erhalten haben, werden auch als Titularstädte bezeichnet. Auch heute noch ist das Überschreiten der Mindesteinwohnerzahl in den meisten Ländern nicht automatisch mit der Erhebung zur Stadt verbunden, sondern es Bedarf eines ausdrücklichen Beschlusses einer höherrangigen Gebietskörperschaft, in Deutschland und Österreich der des Bundeslandes.
In Deutschland unterscheidet man rechtlich kreisfreie Städte, das sind solche, die keinem Landkreis angehören, von kreisangehörigen Städten. Die Stadt, in deren Sitz die Kreisverwaltung (Landratsamt) liegt, wird auch als Kreisstadt bezeichnet. In Nordrh | | |