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| 8. April |
8. AprilDer 8. April ist der 98. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 99. in Schaltjahren) - somit bleiben 267 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1525 - Das weltliche Herzogtum Preußen entsteht aus dem Staat des Deutschen Ordens..
- 1874 - In Deutschland wird die Pockenschutzimpfung für Kinder verpflichtend eingeführt.
- 1904 - Großbritannien und Frankreich bilden die Entente cordiale.
- 1940 - Dänemark. Truppen des Deutschen Reichs besetzen ohne Gegenwehr das neutrale Dänemark.
- 1966 - Das Zentralkomitee der KPdSU wählt Leonid Breschnew einstimmig zum Generalsekretär.
- 1977 - Israel. Ministerpräsident Yitzhak Rabin tritt nach Devisenvergehen seiner Ehefrau zurück.
- 1991 - Swiad Gamsachurdia wird Georgiens erster Staatspräsident.
- 1994 - Sylvestre Ntibantunganya wird Staatspräsident von Burundi.
- 1998 - Robert Kotscharjan wird Staatspräsident von Armenien.
- 1999 - Ismail Omar Guelleh wird zum Staatspräsidenten von Dschibuti gewählt.
- 2002 - Der Staatspräsident der Volksrepublik China, Jiang Zemin, stattet Deutschland einen Staatsbesuch ab.
Wirtschaft
- 1870 - Die Deutsche Bank AG wird in Berlin gegründet.
- 1948 - Die Fluglinien von Dänemark, Schweden und Norwegen werden zur "SAS" zusammengelegt.
- 2002 - Der Medienkonzern Kirch-Gruppe stellt den Konkursantrag.
Wissenschaft und Technik
Kultur
- 1667 - Paris, Frankreich. Die weltweit erste Kunstausstellung wird im Salon du Louvre eröffnet.
- 1742 - Georg Friedrich Händels Oratorium Der Messias wird in Dublin uraufgeführt.
- 1836 - Uraufführung der Oper Alice von Friedrich von Flotow im Hôtel Castellane in Paris.
- 1876 - Die Oper "La Gioconda" von Amilcare Ponchielli wird an der Mailänder Scala erstmalig aufgeführt.
- 1908 - Das Märchenspiel "Schwanenweiß" von August Strindberg wird in Helsinki uraufgeführt.
- 1926 - Der Film "Die Biene Maja und ihre Abenteuer" nach dem gleichnamigen Buch von Waldemar Bonsels wird im Berliner Capitol-Theater erstmalig gezeigt.
- 1935 - Uraufführung der Oper Maria Malibran von Robert Russell Bennett an der Juilliard Music School in New York.
- 1967 - In Wien gewinnt Sandie Shaw mit "Puppet on a String" den zwölften Grand Prix Eurovision de la Chanson.
- 1987 - Die Oper "La forêt" von Rolf Liebermann wird in Genf uraufgeführt.
Religion
- 2005 - Papst Johannes Paul II. wird in Rom in der Basilika San Pietro beigesetzt.
Katastrophen
- 1906 - Bei Neapel fordert der Ausbruch des Vulkans Vesuv, der dabei 200 m an Höhe verliert, mehrere hundert Todesopfer.
- 1966 - Durch ein Feuer im Maschinenraum brennt das norwegische Passagierschiff Viking Express mit 494 Personen an Bord in der Karibik aus. 2 Tote.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
Geboren
- 1320 - Peter I. (Portugal), achter König von Portugal
- 1336 - Timur-Leng, mongolischer Herrscher
- 1605 - Philipp IV. (Spanien), König von Spanien, Neapel und Sizilien
- 1624 - Karl II. von Lichtenstein-Kastelkorn, Olmützer (Mähren) Bischof, Archivar und Musikliebhaber
- 1655 - Ludwig Wilhelm I., Markgraf von Baden
- 1692 - Giuseppe Tartini, italienischer Violinvirtuose und Komponist
- 1695 - Johann Christian Günther, deutscher Schriftsteller
- 1776 - Wassili Michailowitsch Golownin, russischer Marineoffizier und Forschungsreisender
- 1783 - John Claudius Loudon, schottischer Botaniker und Landschaftsarchitekt
- 1784 - Dionisio Aguado, spanischer Gitarrist und Komponist
- 1795 - August von Bethmann-Hollweg, deutscher Jurist und Politiker
- 1805 - Hugo von Mohl, deutscher Botaniker
- 1815 - Andrew Graham, irischer Astronom
- 1818 - August Wilhelm von Hofmann, deutscher Chemiker
- 1818 - Christian IX. (Dänemark), König von Dänemark, Herzog von Schleswig
- 1832 - Alfred Waldersee, deutscher Militär, Generalfeldmarschall Preußens
- 1835 - Anna Schramm, deutsche Soubrette und Schauspielerin
- 1847 - Emil Kirdorf, deutscher Industrieller
- 1859 - Edmund Husserl, deutscher Philosoph
- 1866 - Fritz Mackensen, deutscher Maler des Jugendstils
- 1869 - Charles-Henri-Joseph Binet, Erzbischof von Besançon und Kardinal
- 1873 - Heinrich Dubbel, Initiator des nach ihm benannten Taschenbuchs für den Maschinenbau.
- 1875 - Albert I. (Belgien), König der Belgier
- 1879 - Heinrich Reimers, deutscher Publizist
- 1887 - Ludwig Wolker, eine führende Gestalt der katholischen Jugendbewegung und Mitbegründer des Ludwig Wolker
- 1889 - Adrian Boult, englischer Dirigent
- 1890 - Hans Böhm (Politiker), deutscher SPD-Politiker
- 1892 - Richard Joseph Neutra, österreichischer Architekt
- 1893 - Mary Pickford, US-amerikanische Schauspielerin der Stumm- und frühen Tonfilmzeit
- 1898 - Therese Neumann (Resl von Konnersreuth), bayerische Bauernmagd
- 1901 - Jean Prouvé, französischer Architekt und Designer
- 1902 - Hermann Ahrens, deutscher GDP-Politiker und MdB
- 1904 - John Antill, australischer Komponist
- 1904 - Sir John Richard Hicks, britischer Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger
- 1905 - Curt Ackermann, deutscher Schauspieler, Dialogbuchautor und Synchronregisseur
- 1911 - Émile Michel Cioran, ungarischer Philosoph
- 1911 - Melvin Calvin, US-amerikanischer Chemiker und Biochemiker
- 1912 - Sonja Henie, US-amerikanisch-norwegische Eiskunstläuferin
- 1914 - Schwester Euthymia, selige Clemensschwester
- 1919 - Ian Douglas Smith, britischer Politiker
- 1922 - Alfred Lorenzer, deutscher Psychoanalytiker und Soziologe
- 1924 - Günter Pfitzmann, deutscher Schauspieler und Kabarettist
- 1929 - Hans Korte, deutscher Schauspieler
- 1929 - Jacques Brel, französischer Chansonnier und Schauspieler
- 1929 - Walter Berry, österreichischer Bassbariton
- 1933 - Fred Ebb, US-amerikanischer Liedtexter
- 1935 - Avi Primor, israelischer Diplomat und Publizist
- 1936 - Klaus Löwitsch, deutscher Schauspieler
- 1937 - Seymour Hersh, US-amerikanischer Enthüllungsjournalist
- 1938 - Connie Stevens, US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin
- 1938 - Kofi Annan, 7. Generalsekretär der Vereinten Nationen
- 1940 - John Havlicek, US-amerikanischer Basketballspieler
- 1942 - Roger Chapman, britischer Sänger
- 1944 - Christoph Hein, ostdeutscher Schriftsteller, Übersetzer und Essayist
- 1944 - Odd Nerdrum, norwegischer Maler
- 1947 - Michael Holzach, deutscher Journalist und Buchautor
- 1947 - Pascal Lamy, EU-Kommissar aus Frankreich
- 1947 - Steve Howe, britischer Gitarrist
- 1948 - Danuta Hübner, polnische Politikerin und EU-Kommissarin
- 1948 - Patty Pravo, italienische Sängerin
- 1949 - John Madden, britischer Filmregisseur
- 1949 - Reg Isidor, britischer Musiker
- 1950 - Grzegorz Lato, polnischer Fußballspieler
- 1950 - Margrit Wetzel, deutscher Politiker und MdB
- 1951 - Gerd Andres, deutscher Politiker
- 1951 - Mel Schacher, US-amerikanischer Musiker
- 1954 - John Schneider, US-amerikanischer Musiker
- 1957 - Andrea Ypsilanti, deutsche Politikerin
- 1961 - Andi Hug, schweizerischer K1-Boxer
- 1963 - John Charles Julian Lennon, britischer Musiker
- 1964 - Biz Markie, amerikanischer Hip-Hop Musiker
- 1968 - Patricia Arquette, US-amerikanische Schauspielerin
- 1968 - Andreas Hutzel, deutscher Schauspieler
- 1968 - Patricia Girard-Léno, französische Leichtathletin und Olympionikin
- 1969 - Arabella Kiesbauer, österreichische Fernsehmoderatorin
- 1975 - Anouk Teeuwe, niederländische Sängerin
Gestorben
- 217 - Caracalla, römischer Kaiser
- 622 - Shotoku Taishi, japanischer Kulturheld
- 1196 - Knut Eriksson, König von Schweden
- 1364 - Johann II. (Frankreich), König von Frankreich von 1350 bis 1364
- 1461 - Georg von Peuerbach, österreichischer Astronom
- 1492 - Lorenzo de Medici, italienischer Politiker und Stadtherr von Florenz
- 1586 - Martin Chemnitz, Lutherischer Theologe
- 1598 - Ludwig Helmbold, lutherischer Kirchenliederdichter
- 1666 - Hans Georg von Schleinitz, deutscher Verwaltungsbeamter und Gelegenheitsdichter
- 1704 - Hiob Ludolf, Begründer der Äthiopistik
- 1725 - John Wise, US-amerikanischer Schriftsteller und Pfarrer
- 1835 - Wilhelm von Humboldt, deutscher Gelehrter und Staatsmann
- 1848 - Gaetano Donizetti, italienischer Komponist
- 1857 - Heinrich Eduard Bethmann, deutscher Schauspieler
- 1867 - Emil Adolf Roßmäßler, deutscher Naturforscher und Volksschriftsteller
- 1870 - Charles Auguste de Bériot, belgischer Violinist und Komponist
- 1890 - Friedrich Strampfer, österreichischer Schauspieler und Theaterdirektor
- 1897 - Heinrich von Stephan, Generalpostdirektor des Deutschen Reichs
- 1909 - V. U. Hammershaimb, färöischer Pfarrer und Philologe
- 1909 - Venceslaus Ulricus Hammershaimb, färöischer Pfarrer und Philologe
- 1919 - Loránd Eötvös, ungarischer Kultus- und Unterrichtsminister
- 1922 - Erich von Falkenhayn, deutscher Offizier und Militärpolitiker
- 1927 - Karl Friedrich Wilhelm Otto Richter, deutscher Politiker
- 1931 - Erik Axel Karlfeldt, schwedischer Lyriker
- 1936 - Robert Bárány, ungarischer Mediziner, Neurochemiker und Nobelpreisträger
- 1937 - Arthur Foote, US-amerikanischer Komponist
- 1938 - King Oliver, afroamerikanischer Komponist
- 1939 - Egmont Colerus, österreichischer Schriftsteller
- 1941 - Max Herrmann-Neisse, deutscher Schriftsteller
- 1945 - Hans von Dohnanyi, deutscher Jurist und Widerstandskämpfer
- 1945 - Jakob Sprenger (NS-Politiker), nationalsozialistischer Politiker
- 1945 - Josef Weinheber, österreichischer Lyriker
- 1945 - Lizzi Waldmüller, österreichische Filmschauspielerin und Sängerin
- 1945 - Melitta Gräfin Schenk von Stauffenberg, deutsche Fliegerin und Ingenieurin
- 1949 - Ulrich Salchow, schwedischer Eiskunstläufer
- 1950 - Albert Ehrenstein, Lyriker, Erzähler
- 1950 - Wazlaw Fomitsch Nischinski, russischer Balletttänzer und Choreograph
- 1959 - Jonathan Zenneck, Physiker, Funkpionier und Erfinder
- 1960 - Henri Guisan, General der Schweizer Armee während des 2. Weltkriegs
- 1967 - Elisabeth Crodel, deutsche Malerin
- 1968 - Ernst Wilhelm Nay, deutscher Maler
- 1973 - Pablo Picasso, spanischer Maler und Bildhauer
- 1973 - Viktor de Kowa, deutscher Theater- und Filmschauspieler
- 1977 - Hermann Fränkel, deutsch-amerikanischer Altphilologe
- 1981 - Omar Bradley, US-amerikanischer Fünf-Sterne-General
- 1984 - Pjotr Kapiza, russischer Physiker
- 1984 - Pjotr Leonidowitsch Kapiza, russischer Physiker
- 1992 - Daniel Bovet, italienischer Pharmakologe und Nobelpreisträger
- 1992 - Käte Hamburger, deutsche Germanistin, Literaturwissenschaftlerin und Philosophin
- 1994 - Hans Bodensteiner, deutscher Politiker
- 2003 - Franz Rosenthal, deutscher Orientalist
- 2003 - Maki Ishii, japanischer Komponist
- 2004 - Hans Guido Mutke, im Zweiten Weltkrieg Jagdflieger in der Luftwaffe
- 2004 - Herb Andress, deutscher Film- und Fernsehschauspieler
- 2005 - Yoshitaro Nomura, japanischer Filmregisseur
Feier- und Gedenktage
Siehe auch
- 7. April - 9. April
- 8. März - 8. Mai
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0408
ja:4月8日
ko:4월 8일
simple:April 8
th:8 เมษายน
Gregorianischer KalenderDer gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender.
Gregorianische Kalenderreform
Kalender
Das erste Konzil von Nizäa bestimmte im Jahre 325, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden sollte. Das astronomische Ereignis des Primar-Äquinoktiums (Frühlings-Tagundnachtgleiche der nördlichen Hälfte unseres Planeten) fand im Konzilsjahr 325 am 21. März statt, und die julianische Schalttagsregelung wurde damals noch nicht als verbesserungsbedürftig erkannt. Der damals gültige julianische Kalender ging von einem mittleren Sonnenjahr von 365,25 Tagen aus und glich die Differenz (bezogen auf 365 Tage) von annähernd 6 Stunden alle vier Jahre durch die Einfügung eines Schalttags aus. Gegenüber dem vom tatsächlichen Gang der Himmelsmechanik astronomisch vorgegebenen Sonnenjahr, das im Jahre 2000 auf 365,242190517 Tage bestimmt wurde -also etwa 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,25 Sekunden- war das Jahr des julianischen Kalenders also etwas mehr als 11 Minuten zu lang. Bis ins 16. Jahrhundert, zur Zeit Papst Gregors XIII., hatte sich dieser Fehler so ausgewirkt, dass das Primar-Äquinoktium im Jahr 1582 schon am 11. März stattfand.
Diese Verschiebung des Kalenders war jedoch schon längere Zeit vorher offenkundig geworden. Seit dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Vorschläge für eine Kalenderreform unterbreitet – u. a. durch Nikolaus von Kues, Regiomontanus und Nikolaus Kopernikus. Diese waren aber stets abgelehnt worden. Gleichwohl bildeten Kopernikus' Werk De Revolutionibus Orbium Coelestium (»Von den Umdrehungen der Himmelskörper«) sowie die prutenischen Tafeln von Erasmus Reinhold die Basis für die schließlich von Papst Gregor XIII. dekretierte Reform.
Um die Frühlings-Tagundnachtgleiche wieder mit dem 21. März in Übereinstimmung zu bringen und Ostern wieder am richtigen Tage feiern zu können, folgte der Papst dem Vorschlag des Mediziners und Hobby-Astronomen Aloisius Lilius und bestimmte, dass im Jahre 1582 zehn Tage übersprungen werden sollten. Daher folgte in einigen römisch-katholischen Ländern auf den 4. Oktober gleich der 15. Oktober – die Abfolge der Wochentage blieb dabei jedoch unverändert. Damit fand das Primar-Äquinoktium dort im Folgejahr 1583 wieder am 21. März statt; die Zeitrechnung innerhalb des Christentums war jedoch nicht mehr einheitlich. Damit war die Ausgangslage, wie sie zur Zeit des Konzils bestand, wieder ungefähr hergestellt.
Um ein erneutes Abrücken des 21. März vom Zeitpunkt des Primar-Äquinoktiums für alle Zukunft zu vermeiden, legte der neue gregorianische Kalender die Dauer des mittleren Sonnenjahrs auf 365,2425 statt wie bisher auf 365,25 Tage fest. Diese Verkürzung erfolgte dadurch, dass – abweichend von der Schaltregel des julianischen Kalenders – die Jahre keinen Schalttag haben, deren Zahl zwar ohne Rest durch 100, nicht aber durch 400 geteilt werden kann.
Weil bis zur ersten Anwendung dieser neuen Ausnahmeregel im Jahre 1700 noch 117 Jahre vergingen, hat sich der Kalender gegenüber dem astronomischen Ereignis des Primar-Äquinoktiums im Durchschnitt wieder um 1 Tag verrückt. Seither pendelt es zwischen dem 19. und 21. März.
Die Schaltregeln
- Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag (“Schalttag“) auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
- Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon drei Ausnahmen : Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt.(Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.)
oder:
- Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
- Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder ferner 2100.
- Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.
Einführung des gregorianischen Kalenders in verschiedenen Ländern
Nur wenige Länder wie Spanien oder Portugal übernahmen den gregorianischen Kalender tatsächlich am 4./15. Oktober 1582. Die meisten römisch-katholischen Länder Europas folgten in den nächsten Jahren, während die protestantischen Länder den neuen Kalender, weil vom Papst dekretiert, zunächst ablehnten. Beispielsweise führten ihn die meisten katholischen Kantone der Schweiz 1584 ein, das Wallis jedoch erst 1655. Dort folgte damals auf den 28. Februar der 11. März. Die evangelischen Territorien des Deutschen Reichs übernahmen den gregorianischen Kalender erst 1700. Auf den 18. Februar folgte dort unmittelbar der 1. März 1700. Zuvor mussten beispielsweise Verträge zwischen katholischen und protestantischen Fürsten mit beiden Daten versehen werden, etwa als 5./15. Oktober 1582. Um die Jahreswende differierten die Jahreszahlen zwischen den Gebieten des alten und neuen Kalenders. Aus dieser Zeit stammt der Ausdruck »zwischen den Jahren« für die Tage nach Weihnachten. Die reformierten Orte der Schweiz folgten ein Jahr später, allerdings mit drei Ausnahmen: Der protestantische Halbkanton Appenzell Ausserrhoden und die protestantischen Teile von Glarus und Graubünden. Der offizielle Übergang zum neuen Kalender sollte dort bis 1812 dauern; der alte Kalender blieb aber noch länger in der Bevölkerung lebendig. Die Appenzeller Silvesterkläuse werden noch immer am 31. Dezember nach dem julianischen Kalender (13. Januar nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert. In England (und auch in den späteren USA) wurde der gregorianische Kalender erst in der Nacht vom 2. September auf den 14. September 1752 eingeführt.
Die orthodoxen Länder Osteuropas behielten den julianischen Kalender noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts bei. Da die Jahre 1700, 1800 und 1900 in Russland Schaltjahre gewesen sind, machte die Abweichung vom gregorianischen Kalender dort mittlerweile 13 Tage aus. Die russische Oktoberrevolution 1917 fiel deshalb nach dem gregorianischen Kalender auf den 7. November. An diesem Tag wurde die Revolution denn auch bis zum Ende der Sowjetunion gefeiert, nachdem Russland 1918 die neue Kalenderrechnung eingeführt hatte. Einige orthodoxe Kirchen (z. B. in Russland und Serbien) begehen ihre feststehenden Feste weiterhin nach dem julianischen Kalender. Ihr Weihnachten (25. Dezember) fällt darum derzeit auf den 7. Januar (greg.). Andere orthodoxe Kirchen (z. B. in Griechenland und Bulgarien) verwenden hierfür den so genannten neo-julianischen Kalender, der bis zum Jahr 2799 dem gregorianischen Kalender entsprechen wird. Alle orthodoxen Kirchen berechnen Ostern und die anderen beweglichen Feste nach dem julianischen Frühlingsanfang sowie nach dem metonischen Vollmond; das Fest fällt daher nur gelegentlich mit dem Osterdatum der westlichen Kirchen zusammen; meist ist es eine, vier, oder fünf Wochen später als im Westen.
Als bisher letzter Staat übernahm 1927 die Türkei den gregorianischen Kalender; dort hatte bis dahin der islamische Kalender gegolten. Die nicht zeitgleiche Einführung des gregorianischen Kalenders in den verschiedenen Ländern sorgte für Verwirrung, aber auch für interessante Paradoxa: So sind sowohl William Shakespeare als auch Miguel de Cervantes am 23. April 1616 gestorben, obwohl Shakespeare Cervantes um 11 Tage überlebt hat. Auch die Feiern des Geburtstags von George Washington wurden verschiedentlich am 11. und am 22. Februar ausgerichtet, bis zu einer bundesgesetzlichen Feiertagsregelung.
Charakteristika
Die Regeln des gregorianischen Kalenders führen zu einer durchschnittlichen Länge des Kalenderjahres von 365,2425 Tagen.
Das sogenannte tropische Jahr – der zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primar-Äquinoktien (Frühlings-Tag-Nachtgleichen) liegende Zeitraum – ist gegenwärtig im Mittel 365,24219879 mittlere Sonnentage lang. Danach ist also auch der gregorianische Kalender im Verhältnis zur astronomischen Wirklichkeit etwas zu lang, nämlich 0,000301 Tage (= 26 Sekunden) pro Jahr. Das bedeutet, dass nach rund 3320 Jahren das Primar-Äquinoktium wieder einen ganzen Tag früher eintreten würde. Sofern bis dahin die christliche Jahreszählung beibehalten wird, würde es sich anbieten, in allen durch 3200 teilbaren Jahren den Schalttag wiederum entfallen zu lassen, wenn auch zu jener Zeit noch die Bindung des Primar-Äquinoktiums an den 21. März gewünscht wird.
Der gregorianische Kalender hat eine Periode von 400 Jahren: Nach dieser Zeit wiederholen sich nicht nur der Ablauf der Schalttage und damit die Tages- und Monatszählung, sondern auch die zugehörigen Wochentage. 400 Jahre enthalten nämlich 400×365 + 97 Tage, also 146097 Tage; das sind genau 20871 Wochen; es geht also nach 400 Jahren mit demselben Wochentag weiter. Infolge dieser Periodizität kann ein bestimmtes Datum (Tag und Monat oder nur Tag) nicht gleich häufig auf alle Wochentage fallen. Ausgerechnet der 13. eines beliebigen Monats fällt öfter (nämlich 688mal in 400 Jahren) auf einen Freitag als auf andere Wochentage (Donnerstag und Samstag: 684mal, Montag und Dienstag: 685mal, Sonntag und Mittwoch: 687mal).
Siehe auch
- Julianischer Kalender, Osterdatum
- Umrechnung zwischen julianischem Datum und gregorianischem Kalender, Wochentagsberechnung
- Zeitrechnung, Kalender, Jüdischer Kalender, Christlicher Kalender, Islamischer Kalender, Chinesischer Kalender, v. u. Z., v. d. Z., v. d. Chr., n. d. Chr., v. Chr., n. u. Z., n. d. Z., n. Chr.
Wikipedia-Links zum Themenkomplex Kalender und Zeit
Weblinks
- [http://personal.ecu.edu/MCCARTYR/inter-grav-text.html Papst Gregor XIII: Inter Gravissimas – Die päpstliche Bulle, mit der der gregorianische Kalender verordnet wurde]
- [http://www.fh-friedberg.de/users/boergens/marken/beispiele/kalender.htm Briefmarke: Sondermarke zur Vollendung der ersten Periode des gregorianischen Kalenders]
- [http://www.kalenderlexikon.de 1. deutsches Online-Kalenderlexikon]
Kategorie:Kalender
als:Gregorianischer Kalender
ja:グレゴリオ暦
ko:그레고리력
ms:Kalendar Gregorian
simple:Gregorian calendar
th:ปฏิทินเกรกอเรียน
1525
Politik und Weltgeschehen
- 24. Februar: Habsburgische Truppen besiegen die Franzosen in der Schlacht bei Pavia. Der französische König Franz I. gerät in Gefangenschaft
- 4. April: Schlacht bei Leipheim, Niederlage des „Baltringer Haufens“ (Deutscher Bauernkrieg)
- 16. April: Weinsberger Bluttat, Tötung des Grafen Ludwig von Helfenstein durch aufständische Bauern vor Weinsberg (Deutscher Bauernkrieg)
- 17. April: Vertrag von Weingarten, Auflösung des „Seehaufens“ und des „Allgäuer Haufens“ (Deutscher Bauernkrieg)
- 16. Mai: Trujillo wird als erste Hauptstadt Honduras gegründet
- 4. Juni: Schlacht bei Würzburg, Vernichtung des „Hellen Lichten Haufen“ (Deutscher Bauernkrieg)
- 13. Juni: Martin Luther heiratet in Wittenberg Katharina von Bora, eine ehemalige Nonne
- Auswanderung der Jenischen Volksgruppe aus der Schweiz
- 19. März: Caspar Cruciger der Jüngere, lutherischer Theologe
- 6. Mai: Matthias Waibel, Priester in Schwaben (Anhänger der Reformation) († 1606, erhängt)
- 11. September: Johann Georg, von 1571 bis zu seinem Tode Kurfürst von Brandenburg († 1598)
- Friedrich Dedekind, deutscher Schriftsteller und Theologe († 1598)
- 28. Februar: Cuáutemoc, Letzte aztekische Herrscher von Tenochtitlán. ( - 1495 oder 1502)
- 5. Mai: Friedrich der Weise, Kurfürst von Sachsen ( - 1463)
- 20. oder 21. Mai: Jäcklein Rohrbach, Bauernführer ( - Ende 15. Jh.?)
- 27. Mai: Thomas Müntzer evangelischer Theologe und Revolutionär ( - um 1486 oder 1489/1490)
- 10. Juni: Florian Geyer, deutscher Ritter, Diplomat und Bauernführer im Deutschen Bauernkrieg 1525 ( - um 1490)
- 20. Dezember: Jakob Fugger, „der Reiche“, deutscher Kaufmann ( - 1459)
ko:1525년
Preußen
Preußen (lat.: Borussia, Prussia oder Prutenia; poln. Prusy; russ.: Prussija; lit. Prūsija) war ursprünglich das Gebiet des baltischen Volksstamms der Pruzzen, später eines der Länder des Deutschen Ordens und seit dem 16. Jahrhundert ein Herzogtum der Hohenzollern unter polnisch-litauischer Lehenshoheit, das seit 1618 in Personalunion mit der Mark Brandenburg verbunden war. Nachdem Teile Preußens 1660 im Frieden von Oliva souverän geworden waren, bildeten sie ab 1701 ein selbständiges Königreich, dessen Name schließlich alle Herrschaftsgebiete der Hohenzollern bezeichnete. Das Königreich Preußen gehörte von 1815 bis 1866 mit Ausnahme der Provinzen Posen, Ost- und Westpreußen dem Deutschen Bund und von 1867 bis 1871 mit seinem ganzen Territorium dem Norddeutschen Bund an. Von 1871 bis 1945 war Preußen ein Gliedstaat des Deutschen Reiches. 1947 verfügte der Alliierte Kontrollrat de jure die Auflösung Preußens.
Allgemeines
Der Name Preußen bezog sich bis Anfang des 18. Jahrhunderts nur auf die außerhalb der deutschen Reichsgrenzen gelegenen Gebiete zwischen Hinterpommern und Kurland, die den späteren Provinzen West- und Ostpreußen entsprachen. Von 1466 bis 1772 waren diese Gebiete zwischen dem König von Polen einerseits und dem Deutschen Orden beziehungsweise den hohenzollernschen Herzögen und späteren Königen von Preußen andererseits aufgeteilt.
Im 18. Jahrhundert setzte sich allmählich der Gebrauch des Landesnamens Preußen für alle von den Hohenzollern regierten Territorien durch, also auch für jene, die innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation lagen. Nach 1866 erstreckte sich das Königreich, seit 1918 der Freistaat, Preußen über nahezu ganz Norddeutschland und nahm etwa zwei Drittel der Fläche des Deutschen Reiches ein. Von preußischem Gebiet waren einige kleinere Staaten vollständig umschlossen. Preußische Haupt- und Residenzstädte waren im Laufe der Zeit das ostpreußische
Königsberg (heute: Kaliningrad), Potsdam und Berlin.
Seine größte Bedeutung erlangte Preußen im 18. und 19. Jahrhundert, als es unter der Regierung Friedrichs II. des Großen (1712–1786) zunächst zur fünften europäischen Großmacht aufstieg und später unter Ministerpräsident Otto von Bismarck die so genannte „kleindeutsche Einigungslösung” betrieb und Österreich als führende Macht in Deutschland ablöste.
Mit Preußen verbinden sich bis heute die von protestantischer Moral geprägten so genannten preußischen Tugenden, wie beispielsweise Zuverlässigkeit, Sparsamkeit, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Fleiß und Toleranz. Nach dem Selbstverständnis vieler Preußen trugen sie maßgeblich zum Aufstieg ihres Landes zur europäischen Großmacht bei. Allerdings war die Betonung dieser sogenannten Sekundär-Tugenden selbst innerhalb Preußens nicht unumstritten.
Die Landesfarben Preußens, schwarz und weiß, leiteten sich von dem mit einem schwarzen Kreuz bestickten weißen Mantel der Ritter des Deutschen Ordens her. Ihre Kombination mit den hanseatischen Farben Weiß-Rot der freien Städte Bremen, Hamburg und Lübeck ergab die schwarz-weiß-rote Handelsflagge des 1867 gegründeten Norddeutschen Bundes, die 1871 als Flagge des Deutschen Reiches übernommen wurde. Der Wappenspruch Preußens lautete seit der Reformation Suum cuique - Jedem das Seine.
Geschichte
Zur Vor- und Frühgeschichte sowie zur Geschichte des Ordensstaates siehe unter Ostpreußen.
Brandenburg-Preußen
Brandenburg-Preußen, das spätere Königreich Preußen, entstand im Wesentlichen aus zwei Landesteilen:
- aus der Mark Brandenburg, die zu den sieben Kurfürstentümern des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gehörte,
- und aus dem 1466-1654 unter polnischer Lehenshoheit stehenden Herzogtum Preußen, das aus dem Staat der Deutschordensritter hervorgegangen war.
Das Kurfürstentum Brandenburg hatte Kaiser Sigismund (1368–1437) 1415 dem Burggrafen von Nürnberg, Friedrich von Hohenzollern (1371–1440), zu Lehen gegeben, nachdem das zuvor regierende Fürstenhaus der Askanier ausgestorben war. Auch das Herzogtum Preußen wurde seit dem 16. Jahrhundert von einer Linie des Hauses Hohenzollern regiert, nachdem der letzte Hochmeister des Deutschen Ordens, Albrecht von Brandenburg-Ansbach (1490–1568), sich auf Anraten Martin Luthers (1483–1546) und mit Billigung des polnischen Königs Sigismund I. des Alten der Reformation angeschlossen und den Ordensstaat in ein erbliches Herzogtum umgewandelt hatte. Wie dessen Herrscher wurde auch die Bevölkerung evangelisch. Der Ordensstaat war bereits seit 1466 nicht mehr souverän gewesen, sondern unterstand der Lehenshoheit der polnischen Krone. Daher leistete Albrecht für das neue Herzogtum dem polnischen König Sigismund I. dem Alten (1467–1548) am 8. April 1525 in Krakau den Lehnseid.
Nach dem Erlöschen der herzoglich-preußischen Linie der Hohenzollern fiel ihr Herzogtum 1618 an ihre nächsten Verwandten, die Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg. Diese regierten von da an beide Länder in Personalunion. Bis zum Vertrag von Wehlau (1657) sollte ihr Herrschaftsgebiet jedoch politisch zweigeteilt bleiben: Brandenburg war Teil des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, Preußen weiterhin ein polnisches Lehen. Die Herrscher von Brandenburg-Preußen waren also sowohl dem deutschen Kaiser als auch der polnischen Krone lehenspflichtig.
Im Dreißigjährigen Krieg stand Brandenburg auf der Seite der evangelischen Union. Weite Teile des Landes wurden damals verwüstet und entvölkert. Kurfürst Friedrich Wilhelm I. (1620–1688), später der "Große Kurfürst" genannt, betrieb nach dem Krieg eine vorsichtige Schaukelpolitik zwischen den Großmächten, um sein wirtschaftlich und militärisch schwaches Land zu entwickeln. Er führte wirtschaftliche Reformen durch, baute ein schlagkräftiges Heer auf, entmachtete die Stände zugunsten einer absolutistischen Zentralverwaltung und holte Tausende aus Frankreich vertriebener Hugenotten ins Land. Er erwarb 1648 Hinterpommern, das restliche Ravensberger Land um Minden und Halberstadt sowie 1680 Magdeburg.
Friedrich Wilhelm betrieb zudem den Aufbau einer eigenen Kurbrandenburgischen Marine und verfolgte Kolonialprojekte in Westafrika und Westindien. Diese Pläne zeitigten aber erst gegen Ende seiner Regentschaft Erfolge. So wurde 1683 die Festung Groß Friedrichsburg im heutigen Guinea gegründet, die bis 1727 bestand.
Unter Kurfürst Friedrich Wilhelm I. wurde Brandenburg das nach Österreich mächtigste Land im Reich. Als infolge schwedisch-polnischer Auseinandersetzungen Polen geschwächt war, konnte er 1657 im Vertrag von Wehlau das Herzogtum Preußen aus der polnischen Oberhoheit lösen. Im Frieden von Oliva von 1660 wurde die Souveränität des Herzogtums endgültig anerkannt. Dies war eine entscheidende Voraussetzung für seine Erhebung zum Königreich unter dem Sohn des Großen Kurfürsten.
Königreich Preußen
Gründung des Königreichs
Rang, Reputation und Prestige eines Fürsten waren in der Zeit des Absolutismus wichtige politische Faktoren. Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg (1657-1713) kam daher die Tatsache sehr gelegen, dass das Herzogtum Preußen seit 1660 keiner anderen Krone mehr unterstand, also souverän war. Das ermöglichte es ihm, dessen Erhebung zum Königreich und seine eigene zum König anzustreben. Es ging ihm dabei vor allem darum, die Ranggleichheit mit dem Kurfürsten von Sachsen, der zugleich König von Polen war und mit dem Kurfürsten von Hannover, der Anwärter auf den englischen Thron war, zu wahren. Kaiser Leopolds I. stimmte daher zu dass er als Herrscher seiner außerhalb des Reichs gelegenen Territorien, also für das bisherige Herzogtum Preußen, den Königstitel führen dürfe. So krönte sich der Kurfürst am 18. Januar 1701 als Friedrich I. in Königsberg eigenhändig zum „König in Preußen“.
Die einschränkende Titulatur „in Preußen“ war nötig, weil die Bezeichnung als „König von Preußen“ als Herrschaftsanspruch auf das gesamte preußische Gebiet verstanden worden wäre. Da das Ermland und Westpreußen damals aber noch polnisch waren, hätte dies Konflikte mit dem Nachbarland heraufbeschworen, dessen Herrscher noch bis 1742 den Titel eines „Königs von Preußen“ beanspruchten. Seit 1701 bürgerte sich aber im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch allmählich die Landesbezeichnung „Königreich Preußen“ für alle von den Hohenzollern regierten Gebiete ein – ob innerhalb oder außerhalb des Heiligen Römischen Reiches gelegen.
Friedrich Wilhelm I. – Der Soldatenkönig
Der Sohn Friedrichs I., Friedrich Wilhelm I. (1713–1740) war weniger prunkliebend als sein Vater, sondern sparsam und praktisch veranlagt. Der „Soldatenkönig“ gilt als der eigentliche Schöpfer des preußischen Beamtentums und des stehenden Heers, das er zu einem der schlagkräftigsten in ganz Europa ausbaute. Zudem siedelte er über 20.000 Salzburger, protestantische Glaubensflüchtlinge, im dünn besiedelten Ostpreußen und weitere in anderen Landesteilen an. Von Schweden erwarb er 1720 Vorpommern bis zur Peene.
Friedrich II. - der Große
Peene (mitte) in Sanssouci mit Voltaire (links) und den führenden Köpfen der Berliner Akademie, 1850, ehemalige Nationalgalerie, Berlin, 1945 verbrannt.]]
Am 31. Mai 1740 bestieg sein Sohn Friedrich II. – später auch „Friedrich der Große“ genannt – den Thron. Als Kronprinz eher der Philosophie und den schönen Künsten zugeneigt, ließ er noch in seinem ersten Regierungsjahr die preußische Armee in Schlesien einmarschieren, auf das die Hohenzollern umstrittene Ansprüche erhoben. In den drei Schlesischen Kriegen (1740–1763) gelang es ihm, die Eroberung gegen Österreich zu behaupten, im letzten, dem Siebenjährigen Krieg (1756–1763), sogar gegen eine Koalition aus Österreich, Frankreich und Russland. Dies war der Beginn der preußischen Großmachtstellung in Europa und des preußisch-österreichischen Dualismus im Reich.
In den letzten 23 Jahren seiner bis 1786 währenden Herrschaft förderte Friedrich II., der sich als „erster Diener des Staates“ verstand, den Landesausbau und die weitere Besiedelung brandenburgisch-preußischer Gebiete, etwa des Oderbruchs. Als Vertreter des Aufgeklärten Absolutismus schaffte er die Folter ab, führte die Schulpflicht ein, schuf das Allgemeine preußische Landrecht und lockte mit der Gewährung völliger Glaubensfreiheit weitere Exulanten ins Land. Nach seiner Auffassung sollte in Preußen „jeder nach seiner Fasson selig werden“. Bekannt wurde in diesem Zusammenhang auch sein Ausspruch: „Alle Religionen seindt gleich und gut, wan nuhr die leute, so sie profesieren, Ehrlige leute seindt, und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land pöplieren, so wollten wir sie Mosqueen und Kirchen bauen.“
Gemeinsam mit Österreich und Russland betrieb Friedrich die Zerstückelung Polens. Bei der ersten polnischen Teilung 1772 fielen Westpreußen, der Netzedistrikt und das Fürstbistum Ermland an Friedrich II., so dass er sich nun König von Preußen nennen konnte. Bereits 1744 war auch Ostfriesland preußisch geworden.
Die Politik gegenüber Polen wurde von Friedrich Wilhelm II. (1786–1797) fortgesetzt. Bei der 2. und 3. Teilung Polens (1793 und 1795) sicherte sich Preußen weitere polnische Gebiete bis nach Warschau.
Niederlage gegen Napoleon, Reformen und Freiheitskriege
Unter Friedrich Wilhelm II. (1786–1797) beteiligte sich Preußen zunächst an den Koalitionskriegen gegen das revolutionäre Frankreich, schied aber nach dem Frieden von Basel 1795 für mehr als ein Jahrzehnt aus der antifranzösischen Allianz aus.
Erst als 1806 Verhandlungen mit Frankreich über die Aufteilung der Machtsphären in Deutschland scheiterten, flammte der Krieg wieder auf. In der Schlacht bei Jena und Auerstedt erlitt Preußen eine vernichtende Niederlage gegen die Truppen Napoleons I.. König Friedrich Wilhelm III. (1797–1840) und seine Familie musste vorübergehend nach Memel fliehen. Der Staat verlor 1807 im Frieden von Tilsit etwa die Hälfte seines Gebietes und musste ein Bündnis mit Frankreich eingehen.
Die Niederlage Preußens hatte eine Erneuerung des Staates unumgänglich gemacht. Mit den Stein-Hardenbergschen Reformen unter Leitung von Freiherr vom Stein, Scharnhorst und Hardenberg wurde die Leibeigenschaft der Bauern aufgehoben (1807), das Bildungswesen neu gestaltet sowie die allgemeine Wehrpflicht und die Selbstverwaltung der Städte eingeführt (1808).
Nach der Niederlage Napoleons in Russland, kündigte Preußen das Bündnis mit Frankreich auf und beteiligte sich ab 1813 in den sogenannten Freiheitskriegen an der anti-französischen Koalition. Preußische Truppen unter Marschall Blücher trugen in der Schlacht von Waterloo 1815 entscheidend zum endgültigen Sieg über Napoleon bei.
Das während der Freiheitskriege seinem Volk gegebene Versprechen, dem Land eine Verfassung zu geben, löste Friedrich Wilhelm III. jedoch nie ein. Statt dessen rief er zusammen mit dem Zaren von Russland und dem Kaiser von Österreich die Heilige Allianz ins Leben, die auf die Unterdrückung aller Demokratiebestrebungen in Europa abzielte.
Beim Wiener Kongress 1815 erhielt Preußen beinahe sein altes Staatsgebiet zurück, zudem den Rest Vorpommerns, den nördlichen Teil des Königreichs Sachsen, Westfalen und die Rheinprovinz. Es behielt zwar die zuvor polnische Provinz Posen, verlor jedoch Gebiete der 2. und 3. polnischen Teilung an Russland. Preußen bestand seitdem aus zwei großen, aber räumlich getrennten Länderblöcken in Ost- und Westdeutschland. Es wurde Mitglied des Deutschen Bundes, des losen Verbandes der deutschen Staaten unter österreichischer Führung, der von 1815 bis 1866 existierte.
Märzrevolution und Industrialisierung
Für Preußen lag aufgrund der Zweiteilung seines Staatsgebiets die wirtschaftliche Einigung Deutschlands nach 1815 im ureigenen Interesse. Das Königreich gehörte daher zu den treibenden Kräften des Deutschen Zollvereins, dessen Mitglied es 1834 wurde. Infolge dessen setzten auch außerhalb des Landes immer mehr Befürworter der deutschen Einigung, insbesondere die Protestanten, ihre Hoffnungen darauf, dass Preußen Österreich als Führungsmacht des Bundes ablösen werde. Es war von „Preußens deutscher Sendung“ die Rede und davon, dass das Land immer mehr nach Deutschland hinein und Österreich aus Deutschland heraus wachse.
Der Regierungsantritt Friedrich Wilhelms IV. (1840–1861) weckte zunächst die Hoffnungen der Liberalen und der Anhänger der deutschen Einigung. Zwar wurden diese Hoffnungen bald enttäuscht, da der König sich lange Zeit weigerte, auch nur für das eigene Territorium einen gemeinsamen Landtag und eine einheitliche Verfassung einzuführen. Aber während der Märzrevolution von 1848 schien sich der König doch noch den Forderungen der Revolutionäre zu beugen. Erstmals wurde ein Vereinigter Landtag für ganz Preußen nach Berlin einberufen. Gleichzeitig fanden Wahlen zum ersten gesamtdeutschen Parlament, der Frankfurter Nationalversammlung, statt.
Dort setzten sich schließlich die Befürworter einer kleindeutschen Einigung unter Preußens Führung durch, da Österreich nicht bereit war, auf seine nichtdeutschen Landesteile zu verzichten. Demokratie und deutsche Einheit scheiterten aber 1849, als Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserkrone ablehnte, die ihm die Nationalversammlung angetragen hatte. Die Revolution wurde in Süddeutschland mit Hilfe preußischer Truppen endgültig niedergeschlagen. Preußen erhielt 1850 eine vom König oktroyierte Verfassung.
Im Zuge der Industrialisierung wurden eine Anzahl von Land-, Wasserwegen und Kanälen gebaut, welche quer durch Deutschland den Westen mit dem Osten verbanden. Im Oberland West- und Ostpreußens entstand der Oberländische Kanal, der die Ostsee und Elbing im Norden mit Masuren im Süden verband. In den 1860er Jahren wurde der Bau der Ostbahn begonnen, die von Berlin über Thorn und Königsberg bis zur Ostgrenze führte und bis zum Zweiten Weltkrieg eine der Hauptverkehrsachsen Preußens bildete.
Verfassungskonflikt um die Heeresreform
Wilhelm I., der schon 1858 die Regentschaft für seinen nach mehreren Schlaganfällen regierungsunfähigen Bruder Friedrich Wilhelm IV. übernommen hatte, bestieg 1861 den preußischen Thron. Mit Kriegsminister Roon strebte er eine Heeresreform an, die längere Dienstzeiten und eine Aufrüstung der preußischen Armee vorsah. Die liberale Mehrheit des Preußischen Landtags, dem das Budgetrecht zustand, wollte die dafür nötigen Gelder jedoch nicht bewilligen. Es kam zu einem Verfassungskonflikt, in dessen Verlauf der König die Abdankung in Erwägung zog. Als letzten Ausweg entschloss er sich 1862, Otto von Bismarck als Ministerpräsident zu berufen. Dieser war ein vehementer Befürworter des königlichen Alleinherrschaftsanspruchs und regierte jahrelang gegen Verfassung und Parlament und ohne gesetzlichen Haushalt.
Bismarck und die Einigungskriege
Aus der Erkenntnis heraus, dass die preußische Krone nur dann Rückhalt im Volk gewinnen könne, wenn sie sich an die Spitze der deutschen Einigungsbewegung setzte, führte Bismarck Preußen in drei Kriege, die König Wilhelm die deutsche Kaiserkrone einbrachten:
Deutsch-Dänischer Krieg 1864: Der König von Dänemark war in Personalunion Herzog von Schleswig-Holstein, das seit 1460 eine Einheit bildete. Nur das Teilherzogtum Holstein gehörte aber zum Deutschen Bund. Der Versuch der Kopenhagener Regierung, Schleswig unter Ausschluss Holsteins in den dänischen Gesamtstaat einzugliedern, führte 1864 unter der Führung Preußens und Österreichs zum Krieg des Deutschen Bundes gegen das nördliche Nachbarland. Nach ihrem Sieg musste die dänische Krone auf Schleswig und Holstein verzichten. Beide Teilherzogtümer wurden nun von Preußen und Österreich gemeinsam verwaltet.
Deutscher Krieg 1866: Der Anlass dieses Krieges waren Konflikte zwischen Österreich und Preußen um die Verwaltung und die Zukunft Schleswig-Holsteins. Die tiefere Ursache war jedoch das Ringen um die Vorherrschaft in Deutschland. Auf der Seite Österreichs standen die mitteldeutschen Staaten, auf Seiten Preußens neben einigen norddeutschen Staaten auch Italien. Nachdem preußische Truppen unter Moltke am 3. Juli 1866 in der Schlacht von Königgrätz den entscheidenden Sieg errungen hatten, verlor Österreich seine Vormachtstellung und schied aus dem Deutschen Bund aus. Der Friede von Prag am 23. August 1866 brachte Preußen das Königreich Hannover, Hessen-Kassel, das Nassau, die Freie Stadt Frankfurt und ganz Schleswig-Holstein ein. Damit waren nun fast alle preußischen Gebiete miteinander verbunden. An die Stelle des Deutschen Bundes trat 1867 der kleinere, von Preußen dominierte Norddeutsche Bund, dessen Verfassung in wesentlichen Punkten die des Deutschen Reiches vorweg nahm. Die süddeutschen Staaten mussten Bündnisverträge mit Preußen eingehen.
Deutsch-französischer Krieg 1870/71: Bismarck spitzte den Streit mit Frankreich um die spanische Thronkandidatur eines katholischen Hohenzollernprinzen bewusst zu (siehe auch Emser Depesche), um die Regierung Napoleons III. zu einer Kriegserklärung zu provozieren. Dies stellte für die süddeutschen Staaten Bayern, Württemberg und Baden den Bündnisfall dar. Nach dem raschen Sieg waren sie gezwungen, dem Norddeutschen Bund beizutreten. Damit war das Deutsche Reich in der kleindeutschen Version gegründet worden, die schon als eines der Modelle in der Nationalversammlung von 1848/49 gehandelt worden war. Im Spiegelsaal zu Versailles ließ sich Wilhelm I. am 18. Januar 1871 – genau 170 Jahre nach der Königskrönung Friedrichs I. – zum Deutschen Kaiser ausrufen.
Zwischen 1871 und 1887 führte Bismarck den sogenannten Kulturkampf gegen die katholischen Bevölkerungsteile, insbesondere gegen die polnische Bevölkerung, die Bismarck zu germanisieren versuchte. Die Germanisierungspolitik wurde nach Bismarcks Abdanken vom 1894 in Posen gegründeten Deutschen Ostmarkenverein fortgeführt.
Preußen im Deutschen Reich
Deutschen Kaiser
Preußen ging von 1871 an ebenso sehr in Deutschland auf, wie Deutschland preußischen Charakter annahm. Der König von Preußen war auch Deutscher Kaiser und der preußische Ministerpräsident zugleich Reichskanzler. Der Ministerpräsident und Kanzler musste aber nicht unbedingt Preuße sein, wie im Fall von Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst.
Auf Wilhelm I. folgte im März 1888 der bereits schwerkranke Friedrich III., der nach einer Regierungszeit von nur 99 Tagen verstarb. Im Juni des „Drei-Kaiser-Jahres“ bestieg Wilhelm II. den Thron. Bis zur Abdankung des Kaisers im Zuge der Novemberrevolution von 1918 blieben preußische und Reichspolitik aufs engste miteinander verbunden.
Freistaat Preußen
Infolge der Niederlage im Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution von 1918/19 dankte Wilhelm II. als Deutscher Kaiser und König von Preußen ab. Damit endete die Realunion Preußens mit dem Deutschen Reich wie sie seit der Zeit Bismarcks bestanden hatte. Das Land wurde zum eigenständigen Freistaat innerhalb des Reichsverbands proklamiert und erhielt 1920 eine demokratische Verfassung.
Die im Vertrag von Versailles festgelegten Gebietsabtretungen Deutschlands betrafen – bis auf das nach dem deutsch-französischen Krieg gebildete Reichsland Elsass-Lothringen – ausschließlich preußisches Territorium: Eupen-Malmedy ging an Belgien, Nordschleswig an Dänemark, das Memelland an Litauen, das Hultschiner Ländchen an die Tschechoslowakei, große Teile der Gebiete, die Preußen im Rahmen der polnischen Teilungen erhalten hatte und Ost-Oberschlesien an Polen. Danzig wurde Freie Stadt unter Verwaltung des Völkerbunds. Wie schon vor den polnischen Teilungen hatte Ostpreußen keine Landverbindung mit dem übrigen Deutschen Reich und konnte nur per Schiff (Seedienst Ostpreußen) oder per Bahn durch den Polnischen Korridor erreicht werden. Auch das Saargebiet wurde überwiegend aus preußischen Gebietsteilen gebildet.
Von 1919 bis 1932 regierten in Preußen Regierungen der Weimarer Koalition (SPD, Zentrum und DDP), 1921 bis 1925 um die DVP erweitert. Anders als in einigen anderen Ländern des Reichs war die Mehrheit der demokratischen Parteien bei Wahlen in Preußen nie gefährdet. Der von 1920 bis 1932 fast ununterbrochen regierende Ostpreuße Otto Braun, der bis heute als einer der fähigsten sozialdemokratischen Politiker der Weimarer Republik gilt, verwirklichte zusammen mit seinem Innenminister Carl Severing mehrere zukunftsweisende Reformen, die später für die Bundesrepublik beispielgebend waren. Dazu gehörte zum Beispiel das Konstruktive Misstrauensvotum, das die Abwahl des Ministerpräsidenten nur dann ermöglichte, wenn gleichzeitig ein neuer Ministerpräsident gewählt wurde. Auf diese Weise konnte die Preußische Landesregierung solange im Amt bleiben, wie sich im Landtag keine "Positive Mehrheit" bildete, also eine Mehrheit derjenigen Oppositionsparteien, die auch wirklich zusammen arbeiten wollten.
Als Stütze der Weimarer Demokratie wurde Preußen nicht durch die Wähler, sondern erst durch den Preußenschlag des Reichskanzlers Franz von Papen beseitigt. In diesem Staatsstreich setzte die Reichsregierung am 20. Juli 1932 per Verordnung die Preußische Landesregierung unter dem Vorwand ab, sie habe die Kontrolle über die öffentliche Ordnung in Preußen verloren (siehe auch: Altonaer Blutsonntag). Vom Großteil des Staatsapparats begrüßt, übernahm Papen selbst die Macht im Freistaat Preußen als Reichskommissar. Im deutschen Reich war damit die wichtigste Landesregierung entmachtet, die demokratisch-republikanisch ausgerichtet war. Der Preußenschlag hat nur ein halbes Jahr später die Machtergreifung Hitlers entscheidend erleichtert, da ihm von Anfang an die Machtmittel der preußischen Regierung - vor allem der Polizeiapparat - zur Verfügung standen.
Ergebnisse der Landtagswahlen 1919–1933
1919: SPD 36,4 % – 145 Sitze | Zentrum 22,3 % – 94 Sitze | DDP 16,2 % – 65 Sitze | DNVP 11,2 % – 48 Sitze | USPD 7,4 % – 24 Sitze | DVP 5,7 % – 23 Sitze | DHP 0,5 % – 2 Sitze | SHBLD 0,4 % – 1 Sitz 1921: SPD 25,9 % – 109 Sitze | DNVP 18,0 % – 76 Sitze | Zentrum 17,9 % – 76 Sitze | DVP 14,0 % – 59 Sitze | KPD 7,5 % – 31 Sitze | USPD 6,4 % – 27 Sitze | DDP 5,9 % – 26 Sitze | DHP 2,4 % – 11 Sitze | WP 1,2 % – 4 Sitze | Polen 0,4 % – 2 Sitze 1924: SPD 24,9 % – 114 Sitze | DNVP 23,7 % – 109 Sitze | Zentrum 17,6 % – 81 Sitze | DVP 9,8 % – 45 Sitze | KPD 9,6 % – 44 Sitze | DDP 5,9 % – 27 Sitze | NSFP 2,5 % – 11 Sitze | WP 2,4 % – 11 Sitze | DHP 1,4 % – 6 Sitze | Polen 0,4 % – 2 Sitze 1928: SPD 29,0 % – 137 Sitze | DNVP 17,4 % – 82 Sitze | Zentrum 15,2 % – 71 Sitze | KPD 11,9 % – 56 Sitze | DVP 8,5 % – 40 Sitze | WP 4,5 % – 21 Sitze | DDP 4,4 % – 21 Sitze | NSDAP 1,8 % – 6 Sitze | CNBL 1,5 % – 8 Sitze | VRP 1,2 % – 2 Sitze | DVFP 1,1 % – 2 Sitze | DHP 1,0 % – 4 Sitze 1932: NSDAP 36,3 % – 162 Sitze | SPD 21,2 % – 94 Sitze | Zentrum 15,3 % – 67 Sitze | KPD 12,3 % – 57 Sitze | DNVP 6,9 % – 31 Sitze | DVP 1,5 % – 7 Sitze | DStP 1,5 % – 2 Sitze | CSVD 1,2 % – 2 Sitze | DHP 0,3 % – 1 Sitz 1933: NSDAP 43,2 % – 211 Sitze | SPD 16,6 % – 80 Sitze | Zentrum 14,1 % – 68 Sitze | KPD 13,2 % – 63 Sitze | DNVP 8,9 % – 43 Sitze | DVP 1,0 % – 3 Sitze | CSVD 0,9 % – 3 Sitze | DStP 0,7 % – 3 Sitze | DHP 0,2 % – 2 Sitze
An 100 % fehlende = nicht im Parlament vertretene Gruppierungen
Nationalsozialismus und das Ende Preußens
Nach der Machtergreifung Hitlers wurde Hermann Göring 1933 preußischer Ministerpräsident. Damit standen den Nationalsozialisten von Anfang an die Machtmittel der preußischen Landesregierung zur Verfügung, vor allem die Polizeikräfte.
Wenige Wochen später, am 21. März 1933, fand der sogenannte „Tag von Potsdam“ statt. Dabei wurde der am 6. März neu gewählte Reichstag in Anwesenheit des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg symbolträchtig in der Potsdamer Garnisonkirche eröffnet, der Grabstätte der preußischen Könige. Die propagandistische Veranstaltung, in der Hitler und die NSDAP „die Vermählung des alten Preußen mit dem jungen Deutschland“ feierte, sollte preußisch-monarchistische und deutschnationale Kreise für den nationalsozialistischen Staat gewinnen und die Konservativen im Reichstag zur Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz bewegen, die zwei Tage später anstand.
Im nationalsozialistischen Einheitsstaat wurden seit 1933 Preußen wie auch alle übrigen deutschen Länder gleichgeschaltet. Das „Gesetz über den Neuaufbau des Reiches“ vom 30. Januar 1934 und das „Reichsstatthaltergesetz“ vom 30. Januar 1935 lösten die Länder zwar nicht formell auf, beraubten sie aber ihrer Eigenständigkeit. Die Landesregierungen wurden von Reichsstaathaltern kontrolliert, die vom Reichskanzler ernannt wurden. Parallel dazu erlangten die Einteilung in (Partei-)Gaue zunehmend Bedeutung, deren Gauleiter wiederum vom "Führer und Reichskanzler" ernannt wurden, der zugleich Parteichef der NSDAP war. In Preußen ging diese anti-föderalistische Politik noch weiter: Seit 1934 wurden nahezu alle seine Landes- mit den entsprechenden Reichsministerien zusammengelegt. Nur das preußische Finanzministerium, die Archivverwaltung und wenige andere Landesbehörden blieben bis 1945 eigenständig. Reichsstatthalter für Preußen wurde formell Hitler selbst. Seine Funktionen wurden allerdings von Hermann Göring als preußischem Ministerpräsidenten ausgeübt.
Im Zuge des Großhamburg-Gesetzes fanden noch gewisse Gebietsveränderungen statt. Preußen wurde am 1. April 1937 u. a. um die bis dahin Freie und Hansestadt Lübeck erweitert.
Die im Zweiten Weltkrieg annektierten polnischen, vormals preußischen, Gebiete wurden überwiegend nicht in das angrenzende Preußen eingegliedert, sondern sogenannten Reichsgauen zugeteilt.
Mit dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft, der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen und der Abtretung aller Gebiete östlich von Oder und Neiße hörte Preußen 1945 de facto endgültig auf zu bestehen. Einzelne Gebiete wurden aus dem Land Preußen herausgelöst, um neue Länder zu bilden. Mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 46 vom 25. Februar 1947 beschloss der Alliierte Kontrollrat auch formell die Auflösung des verbliebenen preußischen Staates, da er ein „Hort des deutschen Militarismus“ und damit für den Ersten und Zweiten Weltkrieg verantwortlich gewesen sei. (Siehe hierzu auch Kriegsschulddebatte). Die Begründung des Kontrollratsbeschlusses verkannte die rechtsstaatlichen Traditionen des Landes ebenso wie die Tatsache, dass es in der Weimarer Republik bis zum Preußenschlag ein Bollwerk der Demokratie gewesen war.
Räumliche Entwicklung und Gliederung
Verwaltungsgliederung Preußens
Die hohenzollernschen Gebiete, für die sich nach 1701 allmählich der Name "Königreich Preußen" einbürgerte, bestanden Anfang des 18. Jahrhunderts aus den Landesteilen Brandenburg, Pommern, Preußen, Geldern, Kleve, Moers, Krefeld, Tecklenburg, Lingen, Minden, Mark, Ravensberg, Lippstadt, Magdeburg, Halberstadt, Neuenburg und Valangin.
1713 wurden die Landesteile in folgende Provinzen gegliedert: Mittel-, Ucker- und Altmark, Neumark-Pommern-Kassuben, Preußen, Geldern-Kleve, Minden-Mark-Ravensberg, Magdeburg-Halberstadt, Neuenburg (Land) und Valangin (Land).
1740 wurden die Provinzen in Kriegs- und Domänekammern überführt oder neu gegliedert. Auch deren Gestalt änderte sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte mehrmals, als weitere Gebiete zu Preußen kamen.
Provinz
Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde der Staat Preußen mit der „Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden“ vom 30. April 1815 in zehn Provinzen eingeteilt (in Klammern die Hauptstadt), die mit Ausnahme von Ostpreußen, Westpreußen und Posen dem Deutschen Bund beitraten:
# Provinz Brandenburg (Potsdam)
# Provinz Ostpreußen (Königsberg)
# Provinz Westpreußen (Danzig)
# Provinz Pommern (Stettin)
# Provinz Schlesien (Breslau)
# Provinz Posen (Posen)
# Provinz Jülich-Kleve-Berg (Köln)
# Provinz Großherzogtum Niederrhein (Koblenz)
# Provinz Westfalen (Münster)
# Provinz Sachsen (Magdeburg)
Seit 1822 bildeten die Provinzen „Jülich-Kleve-Berg“ und „Großherzogtum Niederrhein“ die Rheinprovinz mit der Hauptstadt Koblenz. 1829 wurden Ost- und Westpreußen zur „Provinz Preußen“ (Hauptstadt Königsberg) vereinigt. Damit verringerte sich die Zahl der Provinzen auf acht.
1849 verzichteten die Fürsten von Hechingen und Sigmaringen auf ihre Herrschaft, wodurch beide Fürstentümer an Preußen fielen. Sie wurden zum Regierungsbezirk Sigmaringen zusammen gefasst, der später auch als „Hohenzollernsche Lande“ bezeichnet wurde.
1853 erwarb Preußen von Oldenburg einen Landstrich an der Jade, auf dem ein Hafen angelegt wurde. 1869 erhielt dieses Gebiet zusammen mit der umliegenden Siedlung den Namen Wilhelmshaven und wurde der 1867 gebildeten Provinz Hannover angegliedert.
Nach dem Deutschen Krieg von 1866 annektierte Preußen das Königreich Hannover, das Kurfürstentum Hessen, das Herzogtum Nassau, die Fürstentümer Schleswig und Holstein sowie die Freie Stadt Frankfurt am Main. Aus diesen Gebieten wurden drei Provinzen gebildet:
- Provinz Hannover (Hannover)
- Provinz Hessen-Nassau (Kassel)
- Provinz Schleswig-Holstein (Kiel, 1879–1917 Schleswig)
Preußen umfasste damit elf Provinzen. Die zahl erhöhte sich auf zwölf, als aus der Provinz Preußen zwei neue hervorgingen: „Ostpreußen“ und
„Westpreußen“.
Nach dem Ersten Weltkrieg verlor Preußen einige seiner Gebiete und wurde Freistaat. Die Provinz Posen wurde nahezu ganz an Polen abgetreten. Die Provinz Westpreußen kam überwiegend an Polen und an die Freie Stadt Danzig. Nur der östliche Teil Westpreußens blieb bei Preußen und wurde der Provinz Ostpreußen angegliedert. Die ebenfalls bei Preußen verbleibenden restlichen Gebiete von Posen und Westpreußen wurden 1922 zu einer neuen (zweigeteilten) Provinz vereinigt, die den Namen „Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen“ erhielt.
Inzwischen waren 1919 die Provinz Schlesien in zwei Provinzen „Niederschlesien“ und „Oberschlesien“ aufgeteilt worden. Ein Jahr später schied Berlin aus dem Provinzialverband Brandenburg aus und bildete eine eigene Provinz.
Ab 1922 bestand der Freistaat Preußen somit aus den folgenden 12 Provinzen (in Klammern die Gebietskörperschaften, denen die Gebiete der jeweiligen Provinzen heute entsprechen):
1922
# Berlin (Bundesland Berlin, Deutschland)
# Provinz Brandenburg (Bundesland Brandenburg, Deutschland und Teil der Woiwodschaft Lebus, Polen)
# Provinz Hannover (Teile der Bundesländer Niedersachsen und Hamburg, Deutschland)
# Provinz Hessen-Nassau (Teile der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz, Deutschland)
# Provinz Ostpreußen (Oblast Kaliningrad, Russland; Woiwodschaft Ermland-Masuren und Teil der Woiwodschaft Pommern, Polen)
# Provinz Pommern (Teil des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, Woiwodschaft Westpommern, Polen)
# Grenzmark Posen-Westpreußen (Teil der Woiwodschaft Großpolen, Polen)
# Rheinprovinz (Teile der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, Deutschland)
# Provinz Sachsen (Teil der Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen, Deutschland)
# Provinz Niederschlesien (Woiwodschaft Niederschlesien und Teil der Woiwodschaft Lebus, Polen; Teil des Bundeslandes Sachsen, Deutschland)
# Provinz Oberschlesien (Teil der Woiwodschaften Oppeln und Schlesien, Polen)
# Provinz Schleswig-Holstein (Teile der Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg, Deutschland)
# Provinz Westfalen (Teil des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Deutschland)
dabei als Teil der Rheinprovinz die so genannten
- Hohenzollernschen Lande (Teil des Bundeslandes Baden-Württemberg, Deutschland)
1938 wurden die beiden schlesischen Provinzen wieder vereinigt und die Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen aufgelöst auf die Nachbarprovinzen Pommern, Brandenburg und Schlesien aufgeteilt. Somit bestand Preußen bis zu seiner formellen Auflösung 1947 nur noch aus elf Provinzen.
Nicht berücksichtigt sind dabei die Teilungen der Provinzen Hessen-Na
1874
- 23. Januar: Der Preußische Landtag verabschiedet das Gesetz über die obligatorische Zivilehe. Danach ist auch eine Ehescheidung möglich
- 18. März: Hawaii unterzeichnet ein Handelsabkommen mit den USA, welches exklusive Handelsrechte gewährt
- 19. April: Gesamtrevision der Schweizer Bundesverfassung
- 2. August: Tausendjahrfeier der Besiedlung Islands
- 1. Oktober – Im Rahmen des Kulturkampfes wird in Preußen durch Schaffung des staatlichen Standesamts die obligatorische Zivilehe eingeführt
- 17. November: Bei dem durch ein Feuer an Bord ausgelösten Untergang des britischen Auswandererschiffs Cosapatrick im Südatlantik verlieren 472 Menschen ihr Leben, Fünf Überlebende, von denen zwei nach der Rettung sterben, werden nach zehn Tagen gerettet, nachdem sie sich durch Kannibalismus am Leben erhalten haben
- 24. November - Der US-Amerikaner Joseph Firwall Glidden meldet den von ihm erfundenen Stacheldraht zum Patent an.
- Erste Synthetisierung von Diacetylmorphin (Heroin) aus Morphin und Essigsäureanhydrid durch C. R. A. Wright, genaues Datum unbekannt
Kultur
- 8. Februar: Uraufführung der Oper Boris Godunow von Modest Petrowitsch Mussorgski an der Hofoper in Sankt Petersburg
- 24. April: Uraufführung der Oper Der Leibwächter (Orig.: Opritschnik) von Pjotr Iljitsch Tschaikowski an der Hofoper in Sankt Petersburg
- 20. Mai: Uraufführung der Oper Brankovics György von Ferenc Erkel in Budapest
- 11. Oktober: Uraufführung der komischen Oper Der Widerspenstigen Zähmung von Hermann Goetz in Mannheim
- Gründung des Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg
- 1. Januar: Gustav Weißkopf, deutsch-amerikanischer Pionier des Motorflugs († 1927)
- 4. Januar: Josef Suk, tschechischer Komponist, († 1935)
- 4. Januar: Svend Fleuron, dänischer Schriftsteller († 1966)
- 5. Januar: Joseph Erlanger, US-amerikanischer Neurophysiologe und Nobelpreisträger († 1965)
- 19. Januar: Bruno Paul, Architekt und Kunsthandwerker († 1968)
- 20. Januar: Karl Heim, deutscher protestantischer Theologe († 1958)
- 20. Januar: Steve Bloomer, englischer Fußballspieler († 1938)
- 21. Januar: Johannes Warns, evangelischer Theologe († 1937)
- 25. Januar: William Somerset Maugham, englischer Dramatiker, und Schriftsteller († 1965)
- 31. Januar: Theodor Mollison, deutscher Anthropologe († 1 | | |